Dienstag, 31. August 2010

Meeresfrüchte statt Fischölkapseln

Norwegen preist Gesundheit von Fisch an
Bergen - Lebensmittel aus dem Meer sind gesunde Nahrungsmittel, preist das norwegische National Institute of Nutrition and Seafood Research (NIFES) in Bergen. Das Wissen und die Dokumentation über allfällige Schadstoffe, die in Fischen und Meeresfrüchten enthalten sind, helfen daher auch, die letzten Risiken zu beseitigen. Umweltexperten warnen indes vor dem drohenden Ausverkauf der Weltmeere, in denen Hightech-Fangflotten aus Industrienationen selbst in den entferntesten Regionen der Erde Fischschwärme ausmachen.
"Da Norwegen nicht EU-Mitglied ist, hat auch die Fischereipolitik nichts mit der EU-Fischerei zu tun", erklärt Biologe Mikko Heino von der Universität Bergen. Die Bestände der wichtigen Speisefische in norwegischen Gewässern sind stabil. Dafür haben nicht zuletzt rigorose Gesetze gesorgt, die Beifang unter Strafe stellen. Damit ist eines der problematischen Kapitel der kommerziellen Fischerei entschärft.
(Quelle: der standard)

Montag, 30. August 2010

Mit Rhythmus heilen

Weltkongress für Neuromusikwissenschaft in Salzburg widmet sich musikalischen Therapieformen für Alzheimer-, Schlaganfall- oder Wachkomapatienten
Salzburg - Dass Musik in der Therapie von neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt wird, ist nicht Neues. Doch die 2007 gegründete Internationale Gesellschaft für angewandte Neuromusikwissenschaft möchte mit ihrem ersten Weltkongress, der vergangenes Wochenende in Salzburg über die Bühne ging, die Musiktherapie auf eine neue Stufe heben.
"Wir wissen, wir haben positive Effekte, wir wissen nur oft noch nicht, wie stark diese Effekte sind", sagt Gunther Ladurner, Ärztlicher Direktor der Christian-Doppler-Klinik in Salzburg und Organisator des Kongresses: "Aber der Naturwissenschaftler ist ein harter Bursche, der möchte Belege haben, erst dann fängt er an zu glauben." Deshalb müsse die Forschung in diesem Bereich dringend systematisiert werden.

Musik aktiviert große Teile des Gehirns


Neurowissenschaftliche Erklärungsmodelle für die positiven Wirkungen von Musik in der Therapie gibt es mittlerweile. Im Kernspintomografen lasse sich etwa nachvollziehen, dass Musik weit mehr Gehirnregionen aktiviert als zum Beispiel Sprache, sagt Ladurner. Darunter sind auch Regionen, die für generelle motorische Kontrolle, für Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache und Sprechen sowie für Exekutivfunktionen zuständig sind. Musik könne dadurch Neuroplastizität, also die Fähigkeit des Gehirns zum Bau neuronaler Netze, in diesen Einheiten ansprechen und verändern.

Parkinson, Schädelhirntrauma, Demenz oder Autismus sind nur einige der Krankheitsbilder, deren Behandlung von Musik profitieren könnte. Bei Alzheimer-Patienten zum Beispiel bleibe das Musikgedächtnis sehr viel länger erhalten als das Wortgedächtnis. Das könne man sich bei der Aktivierung solcher Patienten zunutze machen, auch Sprachstörungen seien durch gemeinsames Singen effektiv behandelbar. Ähnliches gelte für motorische Störungen, etwa nach Schlaganfällen.
(Quelle:der Standard)

Sonntag, 29. August 2010

Neuer Impfstoff gegen Hepatitis E

Virus vor allem für Schwangere, Senioren und Leberpatienten gefährlich
London - Eine Impfung kann Infektionen mit Hepatitis E zuverlässig verhindern. In einer Zulassungsstudie schützte die Vakzine sämtliche Teilnehmer vor der weit verbreiteten Erkrankung. Schätzungen zufolge trägt etwa ein Drittel der Weltbevölkerung das Virus Hepatitis E (HEV), wobei vor allem Entwicklungsländer betroffen sind. Zwar verläuft die Infektion gewöhnlich nicht chronisch, aber insbesondere bestimmten Bevölkerungsgruppen kann der Erreger gefährlich werden.
Hochrisikogruppe Schwangere

Gefährdet sind vor allem Senioren sowie Menschen mit chronischen Lebererkrankungen. Infizieren sich schwangere Frauen mit dem Virus, so sterben fünf bis 25 Prozent der Patientinnen. Nun prüften Mediziner der chinesischen Universität Xiamen einen neuen Impfstoff an über 11.000 Menschen im Alter von 16 bis 65 Jahren. Eine Hälfte der Teilnehmer erhielt im Lauf eines halben Jahres drei Mal das Mittel HEV239, die übrigen dagegen ein Scheinpräparat.

Im folgenden Jahr steckten sich 15 Placebo-Empfänger mit dem Erreger an, aber kein einziger geimpfter Proband. Die Impfung sei vor allem bei Epidemien sinnvoll sowie für Reisende, die sich in akut betroffenen Gebieten aufhalten, schreiben die Mediziner in der Zeitschrift "The Lancet". (APA)
(Quelle: der standard)

Samstag, 28. August 2010

Kleinkinder sind psychologische Naturtalente

Auch statistische Fähigkeiten bei der Bildung von Empathie beteiligt
New York/Zürich - Schon kleine Kinder sind Profis darin, Wünsche, Vorlieben und Gefühle anderer zu erraten. Wie sie das lernen, war bisher noch wenig bekannt. Emotionen und Worte ihres Umfeldes spielen dafür eine Rolle, jüngste Forschungen zeigen aber, dass auch viel kompliziertere Prozesse beteiligt sind. "Bereits Babys verwenden höhere Statistik", berichten Psychologen der Cornell University im Fachblatt "Psychological Science".

Babys untersuchen Wahrscheinlichkeiten

In Experimenten beobachteten die Forscher Kinder unter zwei sowie Kinder zwischen drei und vier Jahren. Ihre kleinen Probanden sahen zu, wie Erwachsene Spielsachen aus einer Box suchten und damit spielten. Dann wurden die Kleinen aufgefordert, den Erwachsenen Spielzeuge zu geben, die diese ihrer Meinung nach gerne haben würden.

Waren die gewählten Spielzeuge sehr selten in der Kiste zu finden, so schlossen die Kinder darauf, dass die Erwachsenen diese besonders gern mögen - und umgekehrt. Waren hingegen nur Spielzeuge des gewählten Typs in der Kiste, so gingen die Kinder bloß nach dem Zufallsprinzip vor. Was sich einfach anhört, ist eine komplexe psychologische Methode namens "nicht-zufällige Stichprobenziehung" (non-random sampling).
(Quelle: der Standard)

Donnerstag, 26. August 2010

Ein scheinbar grundloses Jucken

"Pruritus unklarer Genese" lautet die Diagnose, wenn sich die Ursachenforschung beim chronischen Juckreiz erfolglos präsentiert
Bis in die späten 90-er Jahre hielten Forscher Jucken für nicht mehr und nicht weniger als einen unterschwelligen Schmerz. Diese Ansicht ist heute obsolet. Seit Juckforscher an der Universität Heidelberg 1996 eigene Juckreiz- Nervenfasern in der Haut entdeckten, steht fest: Der Juckreiz besitzt den Status einer eigenen Sinnesqualität und ist nicht der kleine Bruder des Schmerzes.
Das Interesse am Jucken wächst seitdem stetig und ist epidemiologisch betrachtet durchaus berechtigt. Darf man Schätzungen glauben, dann werden immerhin acht Prozent aller Erwachsenen, die in eine Allgemeinpraxis kommen, von chronischem Juckreiz geplagt. Wobei Mediziner von chronisch nur dann sprechen, wenn das Jucken mindestens sechs Wochen lang persistiert. Dass die Zahl stimmt, zeigen spezialisierte Anlaufstellen, wie die Juckreizambulanz der Hautklinik an der Medizinischen Universität in Graz. An Patienten mangelt es dort nämlich nicht.
(Quelle:der Standard)

Brille oder Kontaktlinse?

Das Führerscheingesetz verlangt nach getrennten Einträgen für Brillen und Kontaktlinsen
Wien - "Am besten beides", rät Anton Koller, Landesinnungsmeister der Optiker und Hörgeräteakustiker in Wien. Das ist die sicherste und kostengünstigste Variante, spart Unannehmlichkeiten und Ärger. Jüngste Ereignisse zeigen es. Die Anzahl der Kontaktlinsenträger nimmt stetig zu. Auch viele Brillenträger tragen alternativ Kontaktlinsen. Wer während der Autofahrt Kontaktlinsen trägt und im Führerschein nur die Brille eingetragen hat, riskiert bei bei einer Verkehrskontrolle viel. Eine saftige Strafe, aber auch der Entzug der Lenkberechtigung kann die Folge sein.
Laut Führerscheingesetz gibt es sowohl getrennte Einträge für Brillen (Code 01.01) und Kontaktlinsen (Code 01.02) oder die Kombination von Brillen oder Kontaktlinsen (Code 01.06). Wird das Gesetz nicht zur Gänze erfüllt, gilt man als nicht verkehrszuverlässig. Das Gesetz kann davon ausgehen, dass die Verkehrssicherheit gefährdet ist.

Reservebrille im Auto lassen

Brillen und/oder Kontaktlinsen werden dann in den Führerschein eingetragen, wenn die erforderliche Sehleistung nur durch diese Sehbehelfe erreicht werden kann. Die Brille oder die Kontaktlinsen müssen beim Autofahren ständig getragen werden.

Anton Koller rät dringend, eine Reservebrille bzw. ein Paar Kontaktlinsen im Auto zu belassen. So ist man im Zweifelsfall gerüstet. Es darf dann auch einmal eine Brille kaputt gehen oder eine Linse verloren gehen, ohne Gefahr zu laufen, mit dem Führerscheingesetz und seinen Unannehmlichkeiten in Konflikt zu geraten.
(Quelle der Standard)

Mittwoch, 25. August 2010

Haartest gibt Aufschluss über Biorhythmus

Körper kann sich nicht an große Veränderungen anpassen - Haartest als Möglichkeit Rhythmen zu überwachen
Yamaguchi - Fünf Kopf- oder drei Barthaare reichen aus, um den Biorhythmus eines Menschen zu untersuchen. Das haben Forscher um Makoto Akashi von der Yamaguchi University herausgefunden. Der Biorhythmus eines Menschen wird durch eine Reihe von Genen aufrechterhalten, deren Aktivität über ihre Produktion der Boten-RNA überprüft werden kann.

Die Wissenschaftler überprüften ihr Verfahren drei Wochen lang bei Arbeitern, die zwischen Tag- und Nachtschicht wechselten. Obwohl sich ihr Schlafrhythmus jede Woche um sieben Stunden verschob, zeigten die Tests, dass sich ihre innere Uhr maximal um zwei Stunden in jede Richtung veränderte.

Wie der NewScientist berichtet, könnte der Haartest in Zukunft eine einfache Möglichkeit darstellen, diese Rhythmen zu überwachen und damit in Zusammenhang stehende Krankheiten zu verhindern.
(der standard)