Dienstag, 31. August 2010

Meeresfrüchte statt Fischölkapseln

Norwegen preist Gesundheit von Fisch an
Bergen - Lebensmittel aus dem Meer sind gesunde Nahrungsmittel, preist das norwegische National Institute of Nutrition and Seafood Research (NIFES) in Bergen. Das Wissen und die Dokumentation über allfällige Schadstoffe, die in Fischen und Meeresfrüchten enthalten sind, helfen daher auch, die letzten Risiken zu beseitigen. Umweltexperten warnen indes vor dem drohenden Ausverkauf der Weltmeere, in denen Hightech-Fangflotten aus Industrienationen selbst in den entferntesten Regionen der Erde Fischschwärme ausmachen.
"Da Norwegen nicht EU-Mitglied ist, hat auch die Fischereipolitik nichts mit der EU-Fischerei zu tun", erklärt Biologe Mikko Heino von der Universität Bergen. Die Bestände der wichtigen Speisefische in norwegischen Gewässern sind stabil. Dafür haben nicht zuletzt rigorose Gesetze gesorgt, die Beifang unter Strafe stellen. Damit ist eines der problematischen Kapitel der kommerziellen Fischerei entschärft.
(Quelle: der standard)

Montag, 30. August 2010

Mit Rhythmus heilen

Weltkongress für Neuromusikwissenschaft in Salzburg widmet sich musikalischen Therapieformen für Alzheimer-, Schlaganfall- oder Wachkomapatienten
Salzburg - Dass Musik in der Therapie von neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt wird, ist nicht Neues. Doch die 2007 gegründete Internationale Gesellschaft für angewandte Neuromusikwissenschaft möchte mit ihrem ersten Weltkongress, der vergangenes Wochenende in Salzburg über die Bühne ging, die Musiktherapie auf eine neue Stufe heben.
"Wir wissen, wir haben positive Effekte, wir wissen nur oft noch nicht, wie stark diese Effekte sind", sagt Gunther Ladurner, Ärztlicher Direktor der Christian-Doppler-Klinik in Salzburg und Organisator des Kongresses: "Aber der Naturwissenschaftler ist ein harter Bursche, der möchte Belege haben, erst dann fängt er an zu glauben." Deshalb müsse die Forschung in diesem Bereich dringend systematisiert werden.

Musik aktiviert große Teile des Gehirns


Neurowissenschaftliche Erklärungsmodelle für die positiven Wirkungen von Musik in der Therapie gibt es mittlerweile. Im Kernspintomografen lasse sich etwa nachvollziehen, dass Musik weit mehr Gehirnregionen aktiviert als zum Beispiel Sprache, sagt Ladurner. Darunter sind auch Regionen, die für generelle motorische Kontrolle, für Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache und Sprechen sowie für Exekutivfunktionen zuständig sind. Musik könne dadurch Neuroplastizität, also die Fähigkeit des Gehirns zum Bau neuronaler Netze, in diesen Einheiten ansprechen und verändern.

Parkinson, Schädelhirntrauma, Demenz oder Autismus sind nur einige der Krankheitsbilder, deren Behandlung von Musik profitieren könnte. Bei Alzheimer-Patienten zum Beispiel bleibe das Musikgedächtnis sehr viel länger erhalten als das Wortgedächtnis. Das könne man sich bei der Aktivierung solcher Patienten zunutze machen, auch Sprachstörungen seien durch gemeinsames Singen effektiv behandelbar. Ähnliches gelte für motorische Störungen, etwa nach Schlaganfällen.
(Quelle:der Standard)

Sonntag, 29. August 2010

Neuer Impfstoff gegen Hepatitis E

Virus vor allem für Schwangere, Senioren und Leberpatienten gefährlich
London - Eine Impfung kann Infektionen mit Hepatitis E zuverlässig verhindern. In einer Zulassungsstudie schützte die Vakzine sämtliche Teilnehmer vor der weit verbreiteten Erkrankung. Schätzungen zufolge trägt etwa ein Drittel der Weltbevölkerung das Virus Hepatitis E (HEV), wobei vor allem Entwicklungsländer betroffen sind. Zwar verläuft die Infektion gewöhnlich nicht chronisch, aber insbesondere bestimmten Bevölkerungsgruppen kann der Erreger gefährlich werden.
Hochrisikogruppe Schwangere

Gefährdet sind vor allem Senioren sowie Menschen mit chronischen Lebererkrankungen. Infizieren sich schwangere Frauen mit dem Virus, so sterben fünf bis 25 Prozent der Patientinnen. Nun prüften Mediziner der chinesischen Universität Xiamen einen neuen Impfstoff an über 11.000 Menschen im Alter von 16 bis 65 Jahren. Eine Hälfte der Teilnehmer erhielt im Lauf eines halben Jahres drei Mal das Mittel HEV239, die übrigen dagegen ein Scheinpräparat.

Im folgenden Jahr steckten sich 15 Placebo-Empfänger mit dem Erreger an, aber kein einziger geimpfter Proband. Die Impfung sei vor allem bei Epidemien sinnvoll sowie für Reisende, die sich in akut betroffenen Gebieten aufhalten, schreiben die Mediziner in der Zeitschrift "The Lancet". (APA)
(Quelle: der standard)

Samstag, 28. August 2010

Kleinkinder sind psychologische Naturtalente

Auch statistische Fähigkeiten bei der Bildung von Empathie beteiligt
New York/Zürich - Schon kleine Kinder sind Profis darin, Wünsche, Vorlieben und Gefühle anderer zu erraten. Wie sie das lernen, war bisher noch wenig bekannt. Emotionen und Worte ihres Umfeldes spielen dafür eine Rolle, jüngste Forschungen zeigen aber, dass auch viel kompliziertere Prozesse beteiligt sind. "Bereits Babys verwenden höhere Statistik", berichten Psychologen der Cornell University im Fachblatt "Psychological Science".

Babys untersuchen Wahrscheinlichkeiten

In Experimenten beobachteten die Forscher Kinder unter zwei sowie Kinder zwischen drei und vier Jahren. Ihre kleinen Probanden sahen zu, wie Erwachsene Spielsachen aus einer Box suchten und damit spielten. Dann wurden die Kleinen aufgefordert, den Erwachsenen Spielzeuge zu geben, die diese ihrer Meinung nach gerne haben würden.

Waren die gewählten Spielzeuge sehr selten in der Kiste zu finden, so schlossen die Kinder darauf, dass die Erwachsenen diese besonders gern mögen - und umgekehrt. Waren hingegen nur Spielzeuge des gewählten Typs in der Kiste, so gingen die Kinder bloß nach dem Zufallsprinzip vor. Was sich einfach anhört, ist eine komplexe psychologische Methode namens "nicht-zufällige Stichprobenziehung" (non-random sampling).
(Quelle: der Standard)

Donnerstag, 26. August 2010

Ein scheinbar grundloses Jucken

"Pruritus unklarer Genese" lautet die Diagnose, wenn sich die Ursachenforschung beim chronischen Juckreiz erfolglos präsentiert
Bis in die späten 90-er Jahre hielten Forscher Jucken für nicht mehr und nicht weniger als einen unterschwelligen Schmerz. Diese Ansicht ist heute obsolet. Seit Juckforscher an der Universität Heidelberg 1996 eigene Juckreiz- Nervenfasern in der Haut entdeckten, steht fest: Der Juckreiz besitzt den Status einer eigenen Sinnesqualität und ist nicht der kleine Bruder des Schmerzes.
Das Interesse am Jucken wächst seitdem stetig und ist epidemiologisch betrachtet durchaus berechtigt. Darf man Schätzungen glauben, dann werden immerhin acht Prozent aller Erwachsenen, die in eine Allgemeinpraxis kommen, von chronischem Juckreiz geplagt. Wobei Mediziner von chronisch nur dann sprechen, wenn das Jucken mindestens sechs Wochen lang persistiert. Dass die Zahl stimmt, zeigen spezialisierte Anlaufstellen, wie die Juckreizambulanz der Hautklinik an der Medizinischen Universität in Graz. An Patienten mangelt es dort nämlich nicht.
(Quelle:der Standard)

Brille oder Kontaktlinse?

Das Führerscheingesetz verlangt nach getrennten Einträgen für Brillen und Kontaktlinsen
Wien - "Am besten beides", rät Anton Koller, Landesinnungsmeister der Optiker und Hörgeräteakustiker in Wien. Das ist die sicherste und kostengünstigste Variante, spart Unannehmlichkeiten und Ärger. Jüngste Ereignisse zeigen es. Die Anzahl der Kontaktlinsenträger nimmt stetig zu. Auch viele Brillenträger tragen alternativ Kontaktlinsen. Wer während der Autofahrt Kontaktlinsen trägt und im Führerschein nur die Brille eingetragen hat, riskiert bei bei einer Verkehrskontrolle viel. Eine saftige Strafe, aber auch der Entzug der Lenkberechtigung kann die Folge sein.
Laut Führerscheingesetz gibt es sowohl getrennte Einträge für Brillen (Code 01.01) und Kontaktlinsen (Code 01.02) oder die Kombination von Brillen oder Kontaktlinsen (Code 01.06). Wird das Gesetz nicht zur Gänze erfüllt, gilt man als nicht verkehrszuverlässig. Das Gesetz kann davon ausgehen, dass die Verkehrssicherheit gefährdet ist.

Reservebrille im Auto lassen

Brillen und/oder Kontaktlinsen werden dann in den Führerschein eingetragen, wenn die erforderliche Sehleistung nur durch diese Sehbehelfe erreicht werden kann. Die Brille oder die Kontaktlinsen müssen beim Autofahren ständig getragen werden.

Anton Koller rät dringend, eine Reservebrille bzw. ein Paar Kontaktlinsen im Auto zu belassen. So ist man im Zweifelsfall gerüstet. Es darf dann auch einmal eine Brille kaputt gehen oder eine Linse verloren gehen, ohne Gefahr zu laufen, mit dem Führerscheingesetz und seinen Unannehmlichkeiten in Konflikt zu geraten.
(Quelle der Standard)

Mittwoch, 25. August 2010

Haartest gibt Aufschluss über Biorhythmus

Körper kann sich nicht an große Veränderungen anpassen - Haartest als Möglichkeit Rhythmen zu überwachen
Yamaguchi - Fünf Kopf- oder drei Barthaare reichen aus, um den Biorhythmus eines Menschen zu untersuchen. Das haben Forscher um Makoto Akashi von der Yamaguchi University herausgefunden. Der Biorhythmus eines Menschen wird durch eine Reihe von Genen aufrechterhalten, deren Aktivität über ihre Produktion der Boten-RNA überprüft werden kann.

Die Wissenschaftler überprüften ihr Verfahren drei Wochen lang bei Arbeitern, die zwischen Tag- und Nachtschicht wechselten. Obwohl sich ihr Schlafrhythmus jede Woche um sieben Stunden verschob, zeigten die Tests, dass sich ihre innere Uhr maximal um zwei Stunden in jede Richtung veränderte.

Wie der NewScientist berichtet, könnte der Haartest in Zukunft eine einfache Möglichkeit darstellen, diese Rhythmen zu überwachen und damit in Zusammenhang stehende Krankheiten zu verhindern.
(der standard)

Montag, 23. August 2010

Rohkost muss nicht schwer im Magen liegen

Salate gelten als gesund und vitaminreich - Doch gerade knackige Rohkost kann abends schwer im Magen liegen - Das wiederum begünstigt Schlafprobleme
Düsseldorf - Eine Reihe von Experten raten grundsätzlich vom abendlichen Rohkostgenuss ab. Doch nicht jeder Mensch reagiert empfindlich auf ungekochtes Gemüse. Dennoch ist es ratsam, die eigenen Reaktionen auf diese Speisen genau zu beobachten. Bei vielen Menschen sind es individuelle Unverträglichkeiten, die zu Beschwerden wie Blähungen führen: Manch einer verträgt rohe Zwiebeln weniger gut, der andere hat nach dem Genuss roher Karotten mit Problemen zu kämpfen. Es kann daher hilfreich sein, einen Salatbestandteil wegzulassen. Wichtig ist außerdem, das rohe Gemüse gründlich zu kauen. Je besser die Nahrung mit den Zähnen zerkleinert wird, desto leichter hat es der Verdauungstrakt.
(Quelle: der Standard)

Paracetamol steigert Risiko für Allergien

Höheres Risiko für Asthma, Ekzeme und Heuschnupfen - Experten wollen Zusammenhänge klären
New York - Das Schmerz- und Fiebermittel Paracetamol steigert bei Jugendlichen offenbar das Risiko für Allergien. Eine internationale Studie bestätigt den schon lange gehegten Verdacht, dass selbst die gelegentliche Einnahme des Präparats die Tendenz zu Asthma, Ekzemen und allergischem Schnupfen verstärkt.

Das Forscherteam um Richard Beasley vom Medizinischen Forschungsinstitut in Neuseeland befragte in 50 Ländern mehr als 300.000 Heranwachsende zu Allergien und dem Gebrauch von Paracetamol. Im Vergleich zu Abstinenz ging die regelmäßige Einnahme des Mittels mit einer um das 2,5-fach höheren Asthma-Wahrscheinlichkeit einher. Selbst bei gelegentlichem Gebrauch war das Risiko noch um fast die Hälfte erhöht. In ähnlichem Maße stieg die Gefährdung für Heuschnupfen. Auch Ekzeme traten bei Paracetamol-Nutzern stark gehäuft auf, wie die Forscher im "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine" schreiben.

Zwar beweist die Studie nicht, dass das Medikament die Ursache dieser Allergien war. Aber etliche frühere Untersuchungen deuten stark auf einen solchen Zusammenhang hin. Diese Verbindung müsse dringend geklärt werden, betonte Beasley. Das Problem betreffe nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Schwangere und Erwachsene. (APA)
(Quelle: der standard)

Sonntag, 22. August 2010

Endomikroskopie macht Massenbiopsien überflüssig

Krankhafte Veränderungen der Darmschleimhaut lassen sich gezielt erkennen
Stuttgart - Die bildgebenden endoskopischen Verfahren spielen eine wichtige Rolle zur Erkennung und Überwachung der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Ein neues Verfahren, die Endomikroskopie, macht beim Menschen krankhafte Veränderungen der Darmschleimhaut während der Untersuchung sichtbar und verhindert überflüssige Gewebeentnahmen. Außerdem wurden im Tiermodell erfolgreich Antikörper nachgewiesen, die einen gezielten Einsatz von Medikamenten ermöglichen.
Die Sektion Endoskopie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) informiert auf der Fachtagung Viszeralmedizin vom 15. bis 18. September 2010 in Stuttgart über heutige und zukünftige Möglichkeiten des neuen Verfahrens.
Die Endomikroskopie ist ein Endoskop mit integriertem Mikroskop. Es wird im Dick- oder Dünndarm platziert und der Patient erhält intravenös ein Kontrastmittel verabreicht. Nach wenigen Minuten kann der gewünschte Bereich genau betrachtet werden. „Die Endomikroskopie kann auffällige Abschnitte der Schleimhaut noch während der Untersuchung identifizieren und gezielt Gewebe entnehmen", erläutert Ralf Kiesslich, Leiter der interdisziplinären gastrointestinalen Endoskopie am Universitätsklinikum Mainz. Das verbessert die Diagnose auf Grundlage des entnommenen Gewebes und vermindert Kosten, da Massen-Biopsien entfallen.
(Quelle: der standard)

Samstag, 21. August 2010

Coaching und Entwicklung

Projekt zur Burnout-Prävention auf Intensivstationen
Medizinisches Personal gehört zu den Berufsgruppen mit einem besonders hohen Burnout-Risiko. Gemeinsam mit der Wirtschaftsuniversität Wien und der Medizinischen Universität Wien hat das Beratungsunternehmen Medical Coaching ein Projekt zur Burnout-Prävention beim medizinischen Personal an acht Intensivstationen in Wiener Spitälern durchgeführt.

In einem ersten Schritt wurden Burnout-relevante Faktoren wie beispielsweise die Arbeitsqualität, die individuelle Befindlichkeit sowie der Umgang mit Fehlern, aber auch Leadership-Qualitäten erhoben und evaluiert. Im Anschluss daran wurden die teilnehmenden Teams eineinhalb Jahre von Medical Coaching begleitet, gemeinsam Ziele definiert und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung entwickelt und umgesetzt.

"Es ist bei Burnout-Prävention sicher nicht sinnvoll, bei allen Teams und auf allen Stationen die gleichen Maßnahmen umzusetzen" , erklärt Wolfgang Lalouschek, Geschäftsführer von Medical Coaching. Dennoch konnten die einzelnen Intensivstationen voneinander lernen, ergänzt er.

Viele der gesetzten Maßnahmen zur Verbesserung lagen ausschließlich im Einflussbereich der teilnehmenden Teams. Selbstheilungskräfte seien eben auch auf Organisationsebene vorhanden. "Wir als durchführende Organisation haben die Verbesserungen lediglich begleitet" , erklärt Lalouschek.

Die Teilnahme am Projekt war freiwillig, und daher sei auch die Zusammensetzung sehr unterschiedlich. Insgesamt haben 171 Personen daran teilgenommen. "Teilweise war nur das Pflegepersonal dabei" , ergänzt er. Die weitreichendsten Entscheidung konnten getroffen werden, wenn alle auf der Station Tätigen vertreten waren. Und wenn die Führungskräfte keine Interesse an der Teilnahme hätten, sei das sicher auch ein Symptom, so der Neurologe. Bei den Teilnehmern sei das Projekt sehr gut angenommen worden, wohl auch, weil die Inhalte praxisrelevant waren und vieles davon rasch umgesetzt werden konnte.
(Quelle:der standard)

Freitag, 20. August 2010

Hochsaison für Wespen

Etwa 1.200 Menschen werden jährlich nach Insektenstichen im Krankenhaus stationär behandelt - Rund sechs Menschen sterben infolge einer allergischen Reaktion.
Wien - Das kommende heiße Wochenende lässt eine neuerliche Spitze bei den Wespenaktivitäten erwarten. Für Insektengift-Allergiker heißt es besondere Vorsicht walten lassen, aber auch Nicht-Allergiker sollten sich wappnen.

Jährlich werden in Österreich rund 1.200 Menschen nach einem Insektenstich im Krankenhaus stationär behandelt. "Bienen, Wespen und Hummeln stechen vor allem dann zu, wenn sie sich durch hektische Bewegungen bedroht fühlen. Wildes Fuchteln sollte daher vermieden werden, auch wenn die Insekten lästig sind. Am besten verhält man sich ruhig", rät Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Forschung im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Gefährlich werden Insektenstiche dann, wenn sie eine allergische Reaktion auslösen. Auslöser für Symptome wie Atemnot, Kreislaufschwäche und Anschwellen der betroffenen Stelle ist das Gift, das beim Stich ins Blut gelangt. "Bei Allergikern reagiert das Immunsystem zu stark auf das Insektengift. Bei Anzeichen wie geschwollener Zunge oder Hustenreiz muss sofort die Rettung gerufen werden", sagt Dunzendorfer. Schließlich endet die allergische Reaktion auf einen Insektenstich für etwa sechs Menschen pro Jahr tödlich.

Weiß man von einer Insektengiftallergie, hilft ein Notfall-Set mit Adrenalinspritze und Antihistamin-Tropfen, die sofort nach dem Stich angewendet werden müssen, um schlimmere Reaktionen zu verhindern. Dieses Notfall-Set muss daher immer mitgeführt werden.
(Quelle: der standard)

Donnerstag, 19. August 2010

Run auf Cannabis-Arzneimittel

Hanf nach wie vor negativ stigmatisiert - Experten kritisieren politisch-juristisches Hickhack um THC
Wien/Dortmund - Einem Dortmunder Forscherteam ist es erstmals gelungen, Tetrahydrocannabinol (THC) - einen der Wirkstoff der Cannabis-Pflanze - mit Biosynthese künstlich und kostengünstig herzustellen. THC ist ein hervorragendes Arzneimittel und wird beispielsweise in der Behandlung von Multipler Sklerose oder bei chronischen Schmerzen verwendet. Das Problem ist jedoch, dass der Anbau von Cannabis in Deutschland und in Österreich durch Gesetze nahezu vollständig eingeschränkt ist.
"Solche Lösungen sind zwar gut, weichen aber vom eigentlichen Problem ab", meint der Mediziner Kurt Blaas, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft "Cannabis als Medizin". Hanf werde von allen Seiten negativ stigmatisiert, erklärt der Arzt. "Selbst Hanfbauern, die Hanföl, Hanfbier oder Hanfmehl herstellen, sind davon betroffen. Und das obwohl die EU den Hanfanbau finanziell fördert.
(Quelle:der standard)

Mittwoch, 18. August 2010

Bier erhöht Psoriasis-Risiko bei Frauen

Gluten in der Gerste beeinflusst Entstehung der Krankheit - Alkoholfreies Bier, Wein und Schnaps erhöhen das Risiko nicht
Boston - Regelmäßiger Bierkonsum erhöht bei Frauen das Risiko, an Schuppenflechte zu erkranken. Das berichten Wissenschaftler der Harvard Medical School. Sie gehen davon aus, dass die Gerste im Bier der Grund dafür ist. Das Team um Abrar Qureshi hat herausgefunden, dass Frauen, die mehr als fünf Bier in der Woche trinken, ihr Risiko im Vergleich mit Frauen, die kein Bier trinken, verdoppeln.

Für die in den Archives of Dermatology veröffentlichte Studie wurden die Daten von mehr als 82.000 Krankenschwestern im Alter zwischen 27 und 44 Jahren für den Zeitraum 1991 bis 2005 ausgewertet. Alkoholfreies Bier, Wein und Schnaps haben das Erkrankungsrisiko nicht erhöht.

2,3 alkoholische Getränke pro Woche

Die Forscher beobachteten ein um 72 Prozent erhöhtes Psoriasis-Risiko bei Frauen, die mehr als 2,3 alkoholische Getränke pro Woche konsumierten. Bei Teilnehmerinnen, die fünf Gläser Bier pro Woche tranken, war das Risiko 1,8 mal so hoch. Wurden strengere Kriterien zur Bestätigung von Erkrankungen angelegt, zeigte sich ein um 2,3 mal so hohes Risiko. Bei Frauen, die eine beliebige Menge von alkoholarmem oder alkoholfreiem Bier, Wein oder Schnäpse tranken, konnte kein erhöhtes Risiko nachgewiesen werden

Dienstag, 17. August 2010

Silikon hilft gegen Narben

Narben stellen für Betroffene oft eine große emotionale Belastung dar - Prophylaxe nach Verletzungen und Operationen
Wien - Mehr als ein kosmetisches Problem: Narben sind häufig für Betroffene sehr belastend und auch medizinisch nicht unproblematisch. Narbenbildung nach Operationen, Verletzungen oder Verbrennungen sollte daher frühzeitig vorgebeugt werden, rieten Experten bei einer Pressekonferenz in Wien. Pflaster mit Silikonauflage und Silikongels hätten sich bewährt.

Robert Müllegger, Leiter der Abteilung für Dermatologie am Landesklinikum Wiener Neustadt: "Narben, wie sie nach Verletzungen, Verbrennungen, Operationen oder entzündlichen Erkrankungen der Haut zurückbleiben können, stellen für Betroffene oft eine große emotionale Belastung dar. Verunstaltende Narben bedeuten vielfach einen Einbruch des Selbstwertgefühls und damit einen wesentlichen Verlust an Lebensqualität, soziale Isolation und sogar verringerte Berufschancen. Das ist ernst zu nehmen und mehr als ein kosmetisches Problem."
(Quelle:der standard)

Montag, 16. August 2010

Über allen Gipfeln ist Ruh

Reden, reden, immer reden: Wer sich davon erholen will, schweigt im Urlaub. Als Reinigung, Läuterung und Selbstfindung hat es alte religiöse Wurzeln. Nach einer Woche Meditation sieht auf alle Fälle vieles ganz anders aus
Die letzten Worte werden am Tag der Anreise gesprochen. Der Zen-Lehrer erklärt, wie die nächsten sechs Tage ablaufen werden. Es geht ums Aufstehen, die Essenszeiten, die Wanderungen. Jeder sucht sich einen Platz im Meditationsraum aus, wo er vom folgenden Tag an seinen Platz einnehmen wird. Nach dem gemeinsamen Abendessen wird früh ins Bett gegangen.
Ein Gong wird die Teilnehmer der Schweigewoche am nächsten Tag wecken, um sechs Uhr früh wird man zusammenkommen, sich aufrecht und gerade im Schneidersitz auf seinen Platz setzen und dann gegen die Wand schauen. 25 Minuten, dann fünf Minuten gehen, dann wieder 25 Minuten sitzen, dann wieder gehen. Bis zu 13-mal pro Tag wird sich dieses Ritual wiederholen. "Es geht darum, sich in dieser Stille ganz auf sich selbst zu konzentrieren, dabei auf den eigenen Atem zu achten und innerlich zur Ruhe zu kommen", sagt Zen-Lehrer Dieter Christoph Singer. Dazwischen werden die Mahlzeiten eingenommen.
(Quelle:der standard)

Sonntag, 15. August 2010

Wenn Milchzucker den Darm reizt

Häufig in Asien, selten in Europa: Bei Verdauungsstörungen kann eine Milchzucker-Unverträglichkeit dahinterstecken
Regensburg - Die wenigsten ahnen, dass gar keine Infektion dahinter steckt. Sie schreiben ihre regelmäßigen Durchfälle auf das Konto von Salmonellen, Choleraerregern oder der Amöbenruhr, dabei steckt häufig Milchzucker dahinter, den die Bevölkerung der meisten nördlichen Länder problemlos verträgt, teilt der Reportagedienst obx-medizindirekt mit. Die Milchzucker-Unverträglichkeit (Laktose-Intoleranz) verursacht Blähungen, Kopfschmerzen, Darmkoliken, Durchfall oder Übelkeit. Rund drei Viertel der erwachsenen Weltbevölkerung ist Laktose intolerant, nur die Bevölkerung einiger Regionen, wie das nördliche Europa, verfügt über eine Laktaseaktivität.

Warum viele von ihrer Intoleranz nichts wissen, kommt daher, dass Milchzucker eben nicht nur in Milch und Käse, Sahne und Topfen steckt, sondern auch häufig in Backwaren, Süßigkeiten, Pommes, Süßstofftabletten und vielen Medikamenten. Es ist also nicht ganz einfach, den Übeltäter zu meiden.
(Quelle: der Standard)

Samstag, 14. August 2010

Depressive riechen weniger gut

Psychologische Störungen führen zum Schrumpfen der Riechkolben
Dresden - Ein Forscherteam der Technischen Universität Dresden hat entdeckt, dass Depressive ihren Geruchssinn verlieren. Dieser Verlust basiert den jüngsten Untersuchungen zufolge auf Veränderungen im Gehirn, denn das dortige Riechzentrum bildet sich zurück. Das könnte auch erklären, warum so viele psychologische Störungen den Geruchssinn stören. In Zukunft könnte diese Erkenntnis für die Entwicklung neuer Therapien oder Medikamente verwendet werden.
"Wir haben entdeckt, dass bei Depressiven die Riechkolben (Bulbus olfactorius) am Ende der Riechnerven deutlich vermindert waren und weniger pluripotente Zellen im Mittelhirn vorhanden waren. Das bedeutet auch, dass diese Hirnregion weniger plastisch war als bei Nicht-Depressiven", so Studienleiter Thomas Hummel vom Arbeitsbereich Riechen und Schmecken. Neben Geruchstests hatten die Forscher auch im Magnetresonanztomographen MRT Untersuchungen an insgesamt 42 Probanden gemacht.
(Quelle: der standard)

Freitag, 13. August 2010

Wenn Milchzucker den Darm reizt

Häufig in Asien, selten in Europa: Bei Verdauungsstörungen kann eine Milchzucker-Unverträglichkeit dahinterstecken
Regensburg - Die wenigsten ahnen, dass gar keine Infektion dahinter steckt. Sie schreiben ihre regelmäßigen Durchfälle auf das Konto von Salmonellen, Choleraerregern oder der Amöbenruhr, dabei steckt häufig Milchzucker dahinter, den die Bevölkerung der meisten nördlichen Länder problemlos verträgt, teilt der Reportagedienst obx-medizindirekt mit. Die Milchzucker-Unverträglichkeit (Laktose-Intoleranz) verursacht Blähungen, Kopfschmerzen, Darmkoliken, Durchfall oder Übelkeit. Rund drei Viertel der erwachsenen Weltbevölkerung ist Laktose intolerant, nur die Bevölkerung einiger Regionen, wie das nördliche Europa, verfügt über eine Laktaseaktivität.

Warum viele von ihrer Intoleranz nichts wissen, kommt daher, dass Milchzucker eben nicht nur in Milch und Käse, Sahne und Topfen steckt, sondern auch häufig in Backwaren, Süßigkeiten, Pommes, Süßstofftabletten und vielen Medikamenten. Es ist also nicht ganz einfach, den Übeltäter zu meiden.

Mittwoch, 11. August 2010

Unregelmäßige Schlaf­zeiten machen krank

Schlafmangel hat für die menschliche Gesundheit deutlich dramatischere Folgen als bisher angenommen
Madison/Graz - Vier Stunden Schlaf pro Tag über eine ganze Woche hat im Gehirn die gleichen Auswirkungen wie ein totaler Schlafentzug. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam um Chiara Cirelli von der University of Wisconsin Madison. Die Psychiaterin warnt im Wissenschaftsmagazin PNAS davor, dass Schlafmangel für die menschliche Gesundheit deutlich dramatischere Folgen hat als bisher angenommen.
"Es gibt ein immer größer werdendes Interesse daran, Schlafmangel und seine Wirkung zu erforschen", meint Cirelli. Die Studienergebnisse sind nämlich auch ein Warnsignal für all diejenigen, die täglich nur wenig schlafen. Die negativen Folgen- von kognitiven Störungen bis hin zu erhöhter Insulinresistenz - machen sich bereits nach wenigen Tagen bemerkbar. Für ihre Untersuchung wurden sowohl Freiwillige als auch Laborratten, die ähnliche Reaktionen auf Schlafentzug haben wie Menschen, herangezogen.
(Quelle:der standard)

Comics beeinflussen Ernährung von Kindern

Düsseldorf - Bei der Ernährung eifern Heranwachsende im Kindergartenalter gern Comic-Helden nach: Essen die Figuren viel Gemüse, finden auch Kinder mehr Gefallen an der gesunden Kost. Kinderkochkurse und "Probier-Partys", auf denen die Kids gemeinsam den Geschmack unterschiedlicher Gemüsesorten entdecken, erhöhen die Beliebtheit von Gemüse ebenfalls. Zudem sollten sich Erwachsene sich beim Essen zu den Kindern setzen und dieselbe Nahrung zu sich nehmen. Das verführt die Kleinen dazu, das gesunde Ernährungsverhalten nachzuahmen. Zu diesem Ergebnis sind nun thailändische Forscher gekommen.Im Fachmagazin "Nutrition & Dietetics" berichten sie über ihre Studie: Zwei Monate lang sind Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren an Frischkost herangeführt worden. Die Heranwachsenden haben Gemüsesamen gepflanzt, Obst und Gemüse probiert, zusammen eine Gemüsesuppe gekocht und Popeye-Videos angeschaut. Die Eltern sind mit einbezogen worden, sie haben ihre Sprösslinge zu Hause ebenfalls zum Essen frischer Lebensmittel animiert. Durch diese Maßnahmen hat sich der Gemüsekonsum der Kinder durchschnittlich verdoppelt. Obwohl bei der Studie auch das Obst mit einbezogen worden ist, haben die Kinder nicht mehr Früchte als zuvor gegessen. ((der standard)

Dienstag, 10. August 2010

Die größten Zahn-Irrtümer

In einer Analyse knöpfen sich Zahnmediziner Mythen über den Zusammenhang von Nahrung und Zähnen vor, die sich hartnäckig in der Bevölkerung halten
Boston - Die Gesundheit der Zähne hängt ganz entscheidend davon ab, wie man sich ernährt. Zu diesem Schluss kommen Forscher um Carole Palmer von der Tufts Unversity School of Dental Medicine in der Zeitschrift "Nutrition Today". In ihrer Analyse knöpfen sich die Zahnmediziner Mythen über den Zusammenhang von Nahrung und Zähnen vor, die sich hartnäckig in der Bevölkerung halten, und widerlegen sie auch.

Mythos 1: Zahnhygiene nur für Mund wichtig

Wenn Zähne krank sind, leiden meist auch der restliche Körper und Geist. Bei Kindern etwa können Zahnschmerzen wegen Karies, der bei weitem häufigsten Kinderkrankheit, die Konzentration in der Schule beeinträchtigen. Zudem bedeutet die Umstellung auf leicht kaubare Nahrung oft eine Verschlechterung der Ernährung, was laut Palmer die Hirnentwicklung oder das Körpergewicht schädigen kann. Fehlende Mineralstoffe während der Schwangerschaft steigern hingegen das spätere Karies-Risiko des Ungeborenen.

Mythos 2: Mehr Zucker heißt mehr Karies

Über die Entwicklung von Karies entscheidet nicht die Zuckermenge, sondern die Zeitdauer, in der Zucker und Zähne aufeinander treffen. Zum Problem wird dies besonders bei Süßigkeiten, die sich nur langsam auflösen, oder bei ständigem Konsum von Softdrinks. "Zähne sind in diesen Fällen länger den Säuren ausgesetzt, die Mundbakterien aus dem Zucker bilden", so die US-Zahnmedizinerin.

Mythos 3: Milchzahnkaries ist harmlos

Besonders weit verbreitet ist die Meinung, dass Kinder und Babys ruhig Zahnfäule haben dürfen, da Milchzähne ohnehin ausfallen. Weit gefehlt, so Palmer. Denn Karies schädigt die Entwicklung der Zahnkronen der bleibenden Zähne. Zudem kann ein zu früher Verlust eines Milchzahns dazu führen, dass der darunter liegende zweite Zahn in schlechter Position herauskommt und später zahnärztliche Korrektur braucht.

Mythos 4: Osteoporose schadet nur Rücken und Hüfte

Osteoporose kann auch das Ende von Zähnen bedeuten. Denn der Gesichtsknochen, der die Zähne zusammenhält, kann ebenso brüchig werden. "Damit macht sich fehlendes Kalzium, Vitamin D und K in der Ernährung auch im Kiefer bemerkbar", so Palmer. Um den Mundraum und seine tragenden Strukturen in Schwung zu halten, ist eine ausgewogene Ernährung unverzichtbar, denn Kiefer, Zahnfleisch, Lippen und Gaumen erneuern sich das ganze Leben lang.

Mythos 5: Dritte Zähne verbessern die Ernährung

Ähnlich wie Zahnschmerzen wegen Karies wirkt sich auch ein künstliches Gebiss aus, das schlecht passt und daher schmerzt. Ältere Menschen, die davon betroffen sind, werden automatisch Essen bevorzugen, das sie wenig kauen müssen. "Da steigt die Versuchung, zum Kuchen oder Süßgebäck zu greifen. Träger dritte Zähne sollten daher darauf pochen, dass ihr Gebiss gut sitzt. Zudem ist gesunde Ernährung und ausreichend Flüssigkeit weiter wichtig", so Palmers.

Mythos 6: Karies ist kein Thema für Erwachsene

Obwohl der "süße Zahn" nach der Jugend etwas schwindet, ist nur ein Prozent der Erwachsenen kariesfrei. Problematisch sind hier besonders der Zahnfleischrückgang, der Wurzelkaries begünstigt, sowie fehlender Speichel, der sonst den Mund reinigt. "Auch Antidepressiva, Harntreiber, Antihistaminika und Beruhigungsmittel trocknen den Mund aus. Wer diese einnimmt, sollte häufiger Wasser trinken", rät Palmer. Besonderes Augenmerk auf die Zähne sei weiter auch bei chronischen Krankheiten wie Diabetes zu raten.
(Quelle: der standard)

Montag, 9. August 2010

Kaltes klares Wasser fürs Immunsystem

Es muss nicht immer Hightech sein. Kneippen ist eine altes Kurprinzip, das den Organismus in Schwung hält. Reiztherapie nennt es die Schulmedizin, wenn der Körper durch Wickel, Bäder und Güsse stimuliert wird
Der Wanderer, der seine müden Füße im kalten Gebirgsbach erfrischt. Die sorgende Großmutter, die dem fiebernden Enkel Essigpatscherl anlegt. Der Maturant, der seine Ohrläppchen mit kaltem Leitungswasser kühlt, um seine Konzentration zu sammeln. Sie alle kneippen.
Spricht der Volksmund vom Kneippen, wird meist ans "Wassertreten" oder an "Wechselbäder" gedacht. Kur-Teilnehmer werden vorgestellt, die im Storchenschritt in eiskalten Becken herumwaten oder abwechselnd die Füße im kalten und warmen Wasserbad baumeln lassen. Tatsächlich sind die Wasseranwendungen in der Lehre des Sebastian Kneipp sehr wichtig - doch sie sind nur ein Teil eines größeren Ganzen. Der deutsche Pfarrer aus dem 19. Jahrhundert brachte eine umfassende Lebensphilosophie zu Papier.
(Quelle: der standard)

Sonntag, 8. August 2010

Tausende Kreuzband-Operationen verzichtbar

Krankengymnastik hilft nach Verletzung ähnlich gut wie ein chirurgischer Eingriff - Aber Sportler haben nicht die Zeit
New York - Nach einem Kreuzbandriss am Knie ist eine Operation nicht zwingend erforderlich. Das zeigt eine schwedische Studie an Amateursportlern. Darin wurde eine Hälfte der 121 Teilnehmer nach einem Riss des vorderen Kreuzbands operiert. Die übrigen Patienten bekamen zunächst lediglich Krankengymnastik und begaben sich nur bei ausbleibendem Erfolg unters Messer.
Das Resultat: Nach zwei Jahren ging es den Patienten beider Gruppen ähnlich gut, wie die Mediziner im "New England Journal of Medicine" berichten. "Wenn man nur mit Krankengymnastik beginnt, hat man offenbar gute Aussichten, ähnlich zu genesen wie nach einer Kreuzband-Operation", erläutert Studienleiter Richard Frobell von der Universitätsklinik Lund. "Es ist überraschend, dass viele Menschen eine Rekonstruktion des vorderen Kreuzbands nicht brauchen."
(Quelle: der standard)

Samstag, 7. August 2010

Obst und Gemüse zur Demenz-Bekämpfung

Erkrankte werden häufig nicht früh genug behandelt - Wegfallen von Diabetes und Depressionen hat große Auswirkungen
Montpellier/London - Das Verhindern von Diabetes und Depressionen könnte dramatische Auswirkungen auf die Anzahl der Demenzerkrankungen haben. Forscher des La Colombière Hospital und des Imperial College sind zu dem Ergebnis gekommen, dass auch Investitionen in Bildung und Ernährung, vor allem Obst und Gemüse, positive Auswirkungen haben können.
Hausärzte erkennen Symptome nicht

Fast gleichzeitig hat eine Studie des Medical Research Council gezeigt, dass Demenz-Patienten häufig nicht früh genug behandelt werden, da ihre Hausärzte die Symptome nicht rasch genug erkennen. Schätzungen gehen davon aus, das allein in Großbritannien bis 2025 mehr als eine Mio. Menschen an einer Demenz leiden werden.

Mehrere Risikofaktoren wie Fettsucht, hoher Blutdruck und hohe Cholesterinwerte wurden bereits identifiziert. Die Wissenschaftler wollten nun untersuchen, ob Interventionen des Gesundheitssystems Auswirkungen auf die Anzahl der Demenzerkrankungen haben können. 1.400 ältere Menschen wurden nach zwei, vier und sieben Jahren auf Krankheitssymptome hin untersucht.

Gleichzeitig wurden Größe, Gewicht, Bildungsgrad, das monatliche Einkommen, Mobilität, Ernährungsgewohnheiten, Alkoholkonsum und Rauchgewohnheiten ermittelt. Zusätzlich wurden die Teilnehmer ersucht, einen Lesetest zur Feststellung ihrer Intelligenz mitzumachen.
(Quelle:der standard)

Freitag, 6. August 2010

Angst vor Kaffee?

Erbgut verantwortlich für Angstsymptome nach Kaffeegenuss - Regelmäßiger Genuss kann Symptomatik mildern
Nicht alle Menschen vertragen Kaffee; bei einigen kann das Koffein sogar Angstsymptome auslösen. Verantwortlich dafür ist eine kleine Variante im Erbgut. Ihre Wirkung kann durch regelmäßigen Kaffeegenuss jedoch abgemildert werden.

Kaffee ist und bleibt das Lieblingsgetränk der Deutschen. 1,3 Milliarden Tassen haben sie nach Angaben des Deutschen Kaffeeverbands im vergangenen Jahr getrunken. Oder anders ausgedrückt: Im Durchschnitt hat sich jeder Deutsche 150 Liter Kaffee übers Jahr verteilt schmecken lassen.

Unbestimmte Angst

Was Getränke wie Kaffee und Tee, aber auch Cola und Kakao weltweit so beliebt macht, ist vor allem ihre anregende Wirkung. Die macht anderen Menschen allerdings zu schaffen: Sie verspüren nach dem Genuss von koffeinhaltigen Getränken Herzrasen, Schweißausbrüche, Unruhezustände und Einschlafstörungen; viele von ihnen erleben auch eine unbestimmte Angst. Gerade Patienten, die an einer Angsterkrankungen leiden, trinken deswegen häufig keinen Kaffee mehr oder reduzieren den Konsum.

Würzburger Wissenschaftler unter der Leitung des Psychiaters Professor Jürgen Deckert haben mit einer Arbeitsgruppe um Peter Rogers von der Universität Bristol jetzt herausgefunden, dass das Ausmaß der Ängstlichkeit auch von der Regelmäßigkeit des Kaffeegenusses abhängt. Über ihre Arbeit berichtet die Fachzeitschrift Neuropsychopharmacology in ihrer neuesten Ausgabe.
(Quelle: der standard)

Donnerstag, 5. August 2010

Mit Musik aus der Sucht

"Kalksburg" geht neue Wege in der Suchttherapie - Wiener Anton-Proksch-Institut setzt auf Kreativität seiner Patienten
Wien - Suchtpatienten zurück ins Leben führen soll das am Mittwochabend im Rahmen eines Pressegesprächs in der Wiener Innenstadt präsentierte Projekt "Fade into Life" des Anton-Proksch-Instituts Kalksburg. Mithilfe der Kunst entdecken diese die eigene Kreativität und den Wert der Gemeinschaft. Oft bietet sich darüber hinaus eine neue Möglichkeit, die Vergangenheit zu verarbeiten. "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist", zitierte Psychologe Oliver Scheibenbogen den großen französischen Schriftsteller Victor Hugo.
(Quelle: der standard)

Mittwoch, 4. August 2010

Gesundheitsrisiko Piercing?

Infektionen und Allergien sind so manchem Körperschmuckträger vertraut - Vom Profi gemacht erzeugt das Piercen aber nur wenig Probleme - Mit Ansichtssache
Naturvölker tun es schon ewig und auch in unseren Breiten hat das Piercen bereits Tradition. Allein in Österreich sind geschätzte 400.000 Menschen gepierct. Horrormeldungen, wie zuletzt ein 22-jähriger Israeli, der an den Folgen eines Zungenpiercings gestorben ist, geben immer wieder Anlass für Diskussionen.
Vorweg: Das Piercen mit tödlichem Ausgang ist eine Ausnahmeerscheinung, trotzdem wird die Komplikationsträchtigkeit dieses Modetrends vielfach kritisiert. Eine Studie der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Zentralkrankenhauses St.-Jürgen-Straße in Bremen hat gezeigt, dass sich bei jedem fünften Gepiercten lokale Probleme, wie vorübergehende Infektionen ergeben.
„Die Frage muss lauten, was man als Komplikation bewertet", betont Benedikt Folz, Leiter der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten der Karl-Hansen-Klinik in Bad Lippspringe, und zählt Schwellungen, kleine Blutungen und lokale Entzündungen eher zu den Unbequemlichkeiten, die von den meisten Betroffenen meist kommentarlos in Kauf genommen werden. Seltener, dafür umso dramatischer, sind Komplikationen, die einen stationären Aufenthalt inklusive operativem Eingriff nach sich ziehen. (der standard)

Dienstag, 3. August 2010

Herz und Hirn gehen Hand in Hand

Starke Herzleistung verlangsamt Hirnalterung - Geringere Blutzirkulation zieht Sauerstoff- und Nährstoffmangel nach sich
Boston - Wer sein Herz fit und stark hält, verlangsamt damit die Alterung des Gehirns. Wissenschaftler der Boston University haben nachgewiesen, dass gesunde Menschen mit einem nur schleppend arbeitenden Herzen, das weniger Blut transportierte, auch "ältere" Gehirne hatten.

Scans von 1.500 Personen machten sichtbar, dass das Gehirn mit zunehmendem Alter schrumpft. Eine schlechte Herzleistung ließ das Herz laut dem Fachmagazin Circulation fast zwei Jahre schneller altern. Dieser Zusammenhang bestand bei jüngeren, gesunden Menschen um die 30 genauso wie bei älteren Menschen, die an einer Erkrankung des Herzens litten.
(Quelle:der standard)

Montag, 2. August 2010

Pause vom Essen machen

Eine Woche nicht essen verändert den Körper - Das wussten schon F. X. Mayr und Otto Buchinger und entwickelten Heilfastenkuren - Mit Abnehmen hat das relativ wenig zu tun
In Langschlag beginnt die Fastenwoche mit einer Gemüseplatte. Sie ist der Auftakt für eine Woche Heilfasten nach Otto Buchinger. "80 Prozent unserer Gäste kommen regelmäßig ein- bis zweimal im Jahr", sagt Karl Laister, Besitzer des Hotels Klosterberg im Waldviertel. Sie kennen das Ritual der 10-tägigen Kur, in der die Mahlzeiten ausschließlich aus Obst- und Gemüsesäften oder Gemüsebrühe bestehen. Am zweiten Tag wird gemeinsam "geglaubert" (siehe Wissen) - zur Darmreinigung. Dass das grausig schmeckt, wissen alle, doch es muss sein, damit der Darm sich vollständig entleert und das Fasten seine Wirkung als Reinigungsprozess des Körpers entfalten kann. "Der zweite und dritte Tag ist für Fastenneulinge manchmal schwierig", weiß Laister aus Erfahrung, doch spätestens am dritten Tag haben die meisten diese Krise überwunden und spüren schon die neuen Kräfte.
Wer in Klosterberg heilfastet, isst nur nicht nichts, sondern verzichtet auch auf Alkohol, Nikotin und Koffein. Auch das Handy soll ausgeschaltet bleiben, denn nur so stellen sich Ruhe und Erholung für den Organismus ein.
(Quelle:der standard)

Sonntag, 1. August 2010

Nervenentzündung durch Arbeit am Computer

Tipps zur Vermeidung einer Überlastung von Sehnen und Nerven
Krefeld (apn) - Wer die Hand und den Arm bei der Arbeit mit der Computermaus überlastet, dem droht eine "Repetitive Strain Injury" (RSI). Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN), nennt die Symptome dieses "Mausarms": "Kribbeln, Taubheit und Kraftlosigkeit des Unterarms und der Hand sind erste Anzeichen für eine Überlastung von Sehnen und Nerven infolge monotoner Bewegungen", sagt der Mediziner.
"Ständiges Klicken mit der Computer-Maus und eine unnatürliche Handhaltung bedingen kleinste Verletzungen des Gewebes, die auf Dauer zu Entzündungen der Nervenfasern führen können." Auch bei anfangs minimalen Beschwerden besteht die Gefahr, dass das Gehirn den Schmerz mit der Tätigkeit des Klickens verbindet. "Allein die Mausklick-Bewegung kann dann Schmerzen auslösen, selbst wenn die Schäden im Arm bereits ausgeheilt sind", erklärt der Aachener Neurologe.

Tastatur verwenden

Allerdings lässt sich das häufige Problem gut vermeiden. "Viele Funktionen von Programmen lassen sich über die Tastatur steuern, um die Verwendung der Maus einzuschränken", so Bergmann. Auch die Einrichtung des Arbeitsplatzes kann vor Problemen schützen. Die Maße der Maus sollten der Größe der Hand angemessen sein. Kalte Auflageflächen der Handgelenke begünstigen Entzündungen und sollten daher vermieden werden.

"Dehnübungen, natürliche Arm- und Handbewegungen sowie häufige kurze Pausen helfen der Armmuskulatur zu entspannen", rät der Experte. "Treten Symptome wie Stechen im Unterarm und Schmerzen bei Belastung auf, sollte ein Neurologe aufgesucht werden. Je länger der Arztbesuch hinausgezögert wird, umso größer ist die Gefahr von bleibenden Schäden." (APA)
(Quelle: der standard)

Samstag, 31. Juli 2010

Sucht-Medikamente helfen beim Abnehmen

Naltrexon und Bupropion führen in Kombination mit Ernährungsumstellung und Sport zu größerem Gewichtsverlust
Baton Rouge - Ein Kombinationspräparat aus den Wirkstoffen Naltrexon und Bupropion, die sonst bei der Behandlung von Suchtkranken eingesetzt werden, soll jetzt auch Übergewichtigen beim Abnehmen helfen. Wissenschaftler des Pennington Biomedical Research Center haben nachgewiesen, dass diese Medikamente zu einem größeren Gewichtsverlust führen als Diät und Bewegung allein.
Das Forscherteam um Frank Greenway geht davon aus, dass durch die Einnahme der Medikamente das Verlangen nach Essen verringert werden kann. Naltrexon wird normalerweise zur Behandlung von Alkoholikern und Heroinsüchtigen eingesetzt, Bupropion bei der Raucherentwöhnung.(Quelle: der standard)

Freitag, 30. Juli 2010

Schwere Komplikationen sind selten

Probleme vor allem nach Magenbypass-Operationen - Erfahrung der Chirurgen entscheidend
Chicago - Immer mehr Menschen mit krankhaftem Übergewicht lassen sich den Magen verkleinern. Bei diesen bariatrischen Operationen kommt es einer Studie zufolge nur selten zu gravierenden Komplikationen. Probleme treten demnach allerdings vor allem in jenen Kliniken auf, deren Mitarbeiter wenig Erfahrung mit solchen Eingriffen haben.
Magenverkleinerungen sind in den USA inzwischen die zweithäufigste Bauchoperation. Die Sicherheit der Eingriffe untersuchten Forscher der Universität von Michigan anhand der Daten von über 15.000 Patienten, die sich in 25 Kliniken einem der drei gängigsten Verfahren unterzogen Magenband, Schlauchmagen oder Magenbypass.

Mit dem Magenband schnüren Chirurgen den Eingang zum Magen mechanisch ab. Beim Schlauchmagen entfernen Ärzte der Länge nach eine Hälfte des Organs. Beim Magenbypass wird der Weg der Nahrung von der Speiseröhre direkt zum Dünndarm umgeleitet.

Wenig Probleme bei Magenband

Insgesamt erlitten 7,3 Prozent der Patienten Probleme, meist jedoch kleinere Komplikationen wie etwa Störungen bei der Wundheilung. Das Risiko für schwere Nebenwirkungen hing vor allem vom verwendeten Verfahren ab. Derartige Schwierigkeiten entwickelten 3,6 Prozent der Bypass-Patienten, 2,2 Prozent nach einer Schlauchmagen-Operation und knapp ein Prozent nach Einsetzen eines Magenbands.

Allerdings hing die Gefährdung wesentlich von der Erfahrung der Krankenhäuser und Chirurgen ab, wie die Mediziner im "Journal of the American Medical Association" schreiben. In Kliniken, die derartige Operationen häufig anwendeten, war das Risiko für schwere Komplikationen nur halb so hoch wie in jenen Einrichtungen, die solche Eingriffe eher selten vornahmen.
(Quelle: der Standard)

Donnerstag, 29. Juli 2010

Wenn der Wurm drin ist

Madenwurminfektionen sind weit verbreitet - Gesundheitlich ist die Parasitose weitgehend unbedenklich - Der Aufwand sie loszuwerden ist relativ groß
Ein Anblick auf den man gut und gern verzichten kann: Kleine weiße Würmer die sich in der Toilette rege auf dem großen Geschäft tummeln. Abstoßend und lästig, aber trotzdem kein Grund panisch zu sein: Nicht nur, dass über eine Milliarde Menschen weltweit diese Parasiten mit sich herumträgt, die Infektion mit den Oxyuren richtet in aller Regel keine gesundheitlichen Schäden an.

Der Madenwurm, auch Aftermade, Oxyuris vermicularis oder Pfriemenschwanz genannt ist der häufigste Eingeweideparasit des Menschen und gehört zur Wurmklasse der Nematoden. Er lebt im Dünndarm und ernährt sich dort vom vorüberziehenden Nahrungsbrei. Das begattete Weibchen kriecht nachts aus dem After und legt bis zu 15000 Eier im Analbereich ab. Danach stirbt das Weibchen, das Männchen tut das bereits nach der Paarung. (Quelle: der Standard)

Mittwoch, 28. Juli 2010

Offene Ware schneidet besser ab

Wien - Obst und Gemüse sollten der Gesundheit zuliebe mehrmals täglich auf dem Teller landen. Gerade in den heißen Sommermonaten ist frisches Obst eine ideale Energie- und Flüssigkeitsquelle für zwischendurch. Beim Einkauf ist jedoch Vorsicht geboten. Untersuchungsergebnisse der Lebensmitteluntersuchungsanstalt der Stadt Wien zeigen, dass der Anteil von verdorbenem Obst und Gemüse vor allem bei verpackter Ware häufig ist. Konsumentschutzstadträtin Sandra Frauenberger rät Konsumenten daher, offener Ware den Vorzug zu geben. (der standard)

Dienstag, 27. Juli 2010

Pränatale Depression - Nachteile für das Kind?

Psychiatrische Universitätsklinik Heidelberg startet neue Studie zu Ängsten und Depressionen vor der Geburt
Heidelberg - Haben Depressionen und Angsterkrankungen der werdenden Mutter Auswirkungen auf das Kind? Wie entwickeln sich Kinder betroffener Frauen vor und nach der Geburt? Diese Fragen soll eine neue Studie des Universitätsklinikums Heidelberg nun klären.
Die Geburt eines Kindes ist für alle Eltern ein einschneidendes Lebensereignis. Schon die Schwangerschaft bringt häufig die komplette Umstellung des bisherigen Lebens mit sich und wird von einer Bandbreite an Gefühlen begleitet. Nicht selten treten dabei auch Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Ängste und Sorgen auf, welche die Vorfreude auf das Kind trüben. Nehmen diese Gefühle überhand, sind Denken und Handeln eingeschränkt: Betroffene Frauen können ihren Alltag mit dem ungeborenen oder neugeborenen Kind nur noch schwer bewältigen.
(Quelle: der standard)

Sonntag, 25. Juli 2010

Voll im Öl, ganz still und total entspannt

Tempo reduzieren, Beschwerden lindern oder sich etwas Gutes tun ist Ziel einer Kur - Ein Ayurveda-Programm im südindischen Kerala bietet eine sanfte Variante
Kovalam - Der gekachelte Behandlungsraum liegt im Halbdunkel. Ein Holztisch mit Matratzenauflage steht an einer Seite, an der anderen ein kniehohes Tischchen mit einer kleinen Blumenvase, einer Öllampe und Räucherstäbchen. Der Docht der Öllampe wird entzündet, die Räucherstäbchen glosen.
Man möge sich auf den in der Mitte des Raums befindlichen Schemel setzen. Ausziehen? Ja. Ganz? Ja. Die Therapeutin berührt die Füße der Patientin, anschließend die eigene Stirn, legt ihren Daumen auf die Patientenstirn zwischen die Augenbrauen. Der Zeigefinger sucht eine Stelle am Scheitel. Sie beginnt zu singen. Ein kleines, kurzes, leises Lied, in der Stimmung der Fürbitten der Sonntagsmesse.

In der Ouverture zur vierzehntägigen Ayurveda-Kur wird sofort eingelöst, was die Broschüre verspricht: Entspannung, Ruhe, nur das Nötigste reden und denken. Auch außerhalb des Therapieraums heißt es: Keine Ablenkungen, kein Fernsehen, kein Internet, kein Handy, total offline sein. Vor allem von den eigenen Gedanken an das Leben zu Hause. Dieses wird noch im ärztlichen Erstgespräch erörtert.

"Welcome to India!" Dr. Raman, Chefarzt des Somatheeram-Ayurveda-Ressorts im südindischen Kovalam fühlt den Puls, misst den Blutdruck, Zunge raus. "Ts, ts, eine europäische Zunge wie eine Landkarte. Schauen Sie meine an, so muss das aussehen." Wie alt, wie groß, wie schwer, wird gefragt. Zigaretten? Wie viele? Alkohol? Was und wie oft? Krankheiten, Operationen? Aktuelle Beschwerden? Bis dahin kommt die Prozedur dem europäischen Kurgast bekannt vor.

Aber dann. Lieblingsessen? Libido? Und überhaupt: Wie geht es Ihnen denn? Sind Sie glücklich? Schlafen Sie gut? Können Sie sich gut konzentrieren? Wie geht's der Familie? Haben Sie Sorgen? All das will ein Ayurvede wissen. Das ist sein Kerngeschäft. Das Sanskritwort Ayur bedeutet Leben, Veda ist das Wissen. Und noch eine Überraschung: Der Ayurvede schimpft den Europäer nicht, präsentiert ihm nicht die Rechnung für sein westliches Lotterleben, die zu vielen Zigaretten, die zu vielen Arbeitsstunden, das falsche Essen, weshalb man nun die Härten eines wie immer gearteten Entzugs leiden müsse. "Alles hat mit allem zu tun, niemals ist ein Faktor allein die Ursache für einen Zustand", tröstet Dr. Raman und verkündet die wichtigste Botschaft vor Kurbeginn: das Dosha.

Feuchter Händedruck gefällig?

Schwitzen ist gesund, heißt es - aber gibt es ein zuviel des Guten?
Hohe Außentemperaturen, körperlicher Betätigung, Stress oder Krankheit - wer kommt dabei nicht ins Schwitzen. So unangenehm es in manchen Situationen sein mag, sinnvoll ist es dennoch: "Schwitzen dient der Thermoregulation, das heißt der Aufrechterhaltung der Körpertemperatur bei 36 bis 37 Grad Celsius und schützt uns daher vor Überhitzung", erklärt Karin Niescher-Lüftl, Leiterin der Hyperhidroseambulanz an der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie in Innsbruck. Der Schweiß auf der Haut verdunstet, kühlt den Körper ab und schützt ihn auf diese Weise davor, zu heiß zu werden. Hinzu kommt, dass der Organismus beim Schwitzen nicht nur Wasser, sondern auch Giftstoffe ausscheidet. Schwitzen ist somit die körpereigene Klimaanlage und trägt zum Reinigungsvorgang des Körpers bei.

Samstag, 24. Juli 2010

Nasse Badebekleidung wechseln

Trockene Wäsche verringert das Risiko für Infektionen im Intimbereich
Frankfurt/Main - Mädchen und Frauen sollten nach dem Baden in Seen oder Schwimmbädern trockene Wäsche anziehen, um das Risiko für Scheideninfektionen zu verringern. "Nasse Badebekleidung kann ebenso wie synthetische Unterwäsche Infektionen im Intimbereich begünstigen", erklärt Christian Albring, Präsident des deutschen Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) in München. Vor allem Frauen, die zu chronischen Scheideninfektionen neigten, sollten diese Regel streng beachten, empfiehlt er.
Aufsteigende Keime

Scheideninfektionen sind dem BVF zufolge nicht nur unangenehm, sondern sie bergen auch das Risiko ernster Gesundheitsprobleme: Steigen Keime in die Gebärmutter, die Eierstöcke, die Eileiter oder die Blase auf, können sie auch dort problematische Entzündungen verursachen.

Von einer eigenmächtiger Behandlung der Infektion wird abgeraten, weil es zunächst geklärt werden muss, um welche Erreger es sich handelt. "Juckreiz und Ausfluss sind beispielsweise beides Symptome, die durch eine bakterielle Infektion oder eine Besiedelung mit Hefepilzen verursacht werden können. Gegen beide Infektionen führen jedoch nur unterschiedliche therapeutische Maßnahmen zum Behandlungserfolg", erklärt Albring.

Freitag, 23. Juli 2010

Starkes Wespenjahr erwartet

Linz - Dauerregen, Temperaturstürze und später Sommerbeginn machten Wespen nichts aus. Im Gegenteil: Die Trachtbedingungen sind heuer besonders günstig und so spricht alles für eine starke Wespensaison. Da für Insektengift-Allergiker bereits ein einziger Stich tödlich sein kann, raten Fachärzte zur spezifischen Immuntherapie, mit der die gefährlichste aller Allergien nachhaltig behandelt werden kann. Neue Studiendaten zeigen, dass die volle Wirkung dieser Behandlung bereits eine Woche nach Erreichen der Erhaltungsdosis eintritt und zu 95 bis 98 % einen vollständigen Schutz vor schweren allergischen Stichreaktionen bietet.
Start des Frühlings entscheidend

Überwinternde Wespen- und Hornissenköniginnen sind gut an die heimischen Witterungsbedingungen angepasst. Deshalb ist für die Populationsentwicklung der Wespen weniger die Länge des Winters ausschlaggebend, sondern vielmehr der Start des Frühjahrs und die guten Nahrungsbedingungen zu Beginn der warmen Tage. „Geringfügige zeitliche Verschiebungen der Trachtbedingungen, wie dem Vorhandensein von z.B. Beuteinsekten für Wespen, wirken sich nur leicht verzögernd aus. Die Wespen befinden sich heuer in der Lage mit vielen Generationen durch den Sommer zu gehen. Es spricht somit alles für eine „sehr gute" Wespensaison!", erklärt der Zoologe Karl Crailsheim von der Universität Graz.

Die Entwicklung der Honigbienen unterscheidet sich hingegen ein wenig vom Vorjahr. Eine während der letzten drei Jahre vom Institut für Zoologie der Universität Graz durchgeführte Umfrage unter Imkern signalisiert ein etwas schlechteres Überleben der Bienenvölker im heurigen Jahr. Sie registrierten Winterverluste von 13,8%, im Jahr zuvor waren es 9,3%. Crailsheim: „Grund dafür können Belastungen durch Krankheitserreger, unterschiedlich erfolgreiche Krankheits- und Parasitenbekämpfung sowie die Strenge und der Verlauf des Winters sein." Die Imker sind allerdings in der Lage ihre Bienenvölker während des Sommers wieder zu vermehren

Donnerstag, 22. Juli 2010

"Lang lebe die Erinnerung"

Caritas Socialis rückt spezialisierte Betreuung für an Alzheimer erkrankte Menschen ins Rampenlicht
Seit mehr als 20 Jahren betreut die CS an Alzheimer und Demenzen erkrankte Menschen. Aus den Erfahrungen der ersten spezialisierten Tageszentren für an Alzheimer und Demenzen erkrankten Menschen in den 80iger Jahren wurden Modelle für die spezialisierte stationäre Demenzbetreuung entwickelt. Wohngemeinschaften, Wohngruppen, Tageszentren und Österreichs erste Demenzwohngemeinschaften bezeugen das zweite Standbein der CS. Neben dem CS Hospiz Rennweg werden auch diese Spezialeinrichtungen von nationalen und internationalen Delegationen besucht und gelten als Benchmark in der spezialisierten Betreuung.

Für mehr Lebensqualität

Neben der seit vier Jahren integrativ durchgeführten Demenzstudie in den Einrichtungen der CS, wird zusätzlich ein Lichtprojekt, gefördert von der EU, durchgeführt. Im Zentrum der Forschung steht dabei, das Verhalten dementer Menschen unter Einfluss von simuliertem Tageslicht so zu beeinflussen, dass die, für Demenzkranke mögliche Tag- und Nachtumkehr verringert bzw. gar nicht zustande kommt.

Mit der aktuellen Alzheimer Kampagne thematisiert CS die Volkskrankheit Demenz im öffentlichen Raum und setzt auf professionelle Betreuung: Lang lebe die Erinnerung.

Mittwoch, 21. Juli 2010

Wenn das Lieblingsparfüm Ekzeme verursacht

Duftstoffe sind häufig Auslöser von Allergien - Auslöser meiden und Symptome behandeln
Melkof - Für viele Menschen ist der Geruchssinn der wertvollste aller Sinne. Ein Grund, weswegen Düfte auch im Alltag eine wichtige Rolle spielen. In fast allen Produkten des täglichen Lebens sind sie zu finden: in Parfüms, Reinigungsmitteln, Weichspülern oder Kosmetika. Neben natürlichen Essenzen und Ölen verwenden Hersteller auch synthetische Duftstoffe. Doch beide Varianten können gesundheitliche Beschwerden auslösen. „Die Unverträglichkeit auf Duftstoffe äußert sich als Kontaktallergie in Form eines allergischen Kontaktekzems", erklärt Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund.

Dienstag, 20. Juli 2010

Abkühlung von Innen und Außen

Mit ein paar Tricks wird die Hitze erträglicher - vor allem mit richtiger Ernährung
In Österreich herrschen hochsommerliche Temperaturen. Ein heißer Sommertag reiht sich an den nächsten und die Prognosen stellen kaum Abkühlung in Aussicht. Was des einen Freud, ist des anderen Leid: Schwitzen, Mattheit und Kreislaufschwäche sind oft unerwünschte Nebenwirkungen der heißen Tage. Mit ein paar Tricks kann die Hitze erträglicher gemacht werden - allen voran mit der richtigen Ernährung.
"Um die heißen Tage richtig genießen zu können, ist es wichtig, den gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Entscheidend ist die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit - mindestens zwei bis drei Liter täglich", so Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes in einer Aussendung. Erste Anzeichen einer Dehydration sind Mundtrockenheit, Konzentrationsmangel und Kopfschmerzen - dann ist es allerhöchste Zeit für die Flüssigkeitsaufnahme.

Durch das ständige Schwitzen bei hohen Temperaturen werden dem Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe, wie Kalium, Magnesium und Kalzium entzogen. Um diesen Verlust wieder auszugleichen, sollten vor allem Mineralwasser, gespritzte Frucht- oder Gemüsesäfte und kalte Tees getrunken werden. Wer eher zu wenig trinkt, kann sich mit wasserreichem Obst und Gemüse helfen. "Auf Alkohol sollte weitgehend verzichtet werden und auch stark koffeinhaltige Getränke sollte man nur in geringem Maß zu sich nehmen", so Schreiber.

Am besten sind übrigens leicht temperierte Getränke: Eiskalte Durstlöscher kühlen nur für kurze Zeit, da der Körper die Flüssigkeit, um sie verdauen zu können, auf Körpertemperatur erwärmen muss und dadurch zur Wärmeproduktion angeregt wird.

Montag, 19. Juli 2010

Marker ermöglichen frühe Diagnose von Herzinfarkt

Hinweise schon in ersten drei Stunden ermöglichen frühe Therapie
Heidelberg - Winzige Moleküle im Blut können Ärzten früher als bisher einen Herzinfarkt anzeigen. Die sogenannten microRNAs geben schon innerhalb der ersten drei Stunden Aufschluss auch über den Grad der Herzschädigung, wie eine Studie der Universitätsklinik Heidelberg zeigt.
Die Schäden lassen sich bei frühzeitiger Therapie minimieren, aber die Diagnose ist oft schwierig. Nur jeder zweite Patient hat die typischen ausstrahlenden Schmerzen in der Brust und eindeutige Veränderungen im Elektrokardiogramm (EKG). Bisher messen Bluttests die Werte des Proteins Troponin T, das bei Schädigung der Herzzellen freigesetzt wird. Aber das Eiweiß gibt erst drei bis sechs Stunden nach dem Infarkt Aufschluss.

Sonntag, 18. Juli 2010

Stechmückenplage: Viren derzeit noch kein Thema

Usutu oder West Nil Virus könnten aber wieder zuschlagen - Menschen können bedingt befallen werden
Wien - Obwohl weite Teile Österreichs derzeit von einer Gelsen-Invasion heimgesucht werden, sind über die Stechmücken übertragene Krankheitserreger - wie Usutu oder West Nil Virus - derzeit offenbar kein Thema. "Für die Viren, die vor allem Vögeln gefährlich werden können, ist es noch etwas zu früh, außerdem werden sie nicht typischerweise von den sogenannten Überschwemmungsgelsen übertragen", so Herbert Weissenböck, Professor und Virenspezialist an der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

Samstag, 17. Juli 2010

Steifere Achillessehne durch High Heels

Stöckelschuh-Trägerinnen haben oft eine verkürzte Waden­muskulatur - Die Achillessehne kompensiert dies
Wien/Manchester - Sportmediziner aus Österreich und Großbritannien haben quasi die "Achillesferse" von High Heels gefunden. Wie Robert Csapo vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien und Marco Narici von der Manchester Metropolitan University (Großbritannien) in der neuen Ausgabe des Fachmagazins "Journal of Experimental Biology" berichten, haben Frauen, die häufig Stöckelschuhe tragen, eine verkürzte Wadenmuskulatur. Kompensiert wird dies mit einer steiferen Achillessehne, was beim Barfuß-Gehen oder in flachen Schuhen zu Schmerzen führen kann.

Csapo, der derzeit seine Dissertation am Institut für Sportwissenschaft schreibt, hat die Untersuchungen im Rahmen eines Praktikums in Manchester durchgeführt. Per Inserat wurden Frauen im Alter von 20 bis 50 Jahren gesucht, die seit mindestens zwei Jahren Schuhe mit mindestens fünf Zentimeter hohen Absätzen tragen. Als Vergleichsgruppe dienten Frauen, die flache Schule bevorzugen.

Freitag, 16. Juli 2010

Anstieg für Tinnitus-Risiko mit Handynutzung

Zusammenhang von Mobiltelefonnutzung und Tinnitus in einer hochrangigen Fachzeitschrift der Umweltmedizin publiziert
In den letzten beiden Jahrzehnten kam es zu einer intensiven Verbreitung des Mobiltelefons. Etwaige langfristige Auswirkungen auf das Hörorgan wurden bisher nicht untersucht. Wissenschafter des Instituts für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien und der HNO-Abteilung des Wiener AKH veröffentlichten die laut eigenen Angaben weltweit erste qualitativ hochwertige Studie zur Frage des Zusammenhanges der Mobiltelefonnutzung und dem Auftreten von Tinnitus.

Das Auftreten von Tinnitus in der Bevölkerung ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Etwa zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung leiden zumindest gelegentlich unter Ohrgeräuschen und bei etwa zwei Prozent ist die Lebensqualität dadurch erheblich eingeschränkt. In einer Fall-Kontroll-Studie wurden 100 Patienten mit Tinnitus, für den keine bekannten Ursachen ermittelt werden konnte, und (als Kontrolle) 100 Patienten der HNO-Ambulanz des Wiener AKH ohne Tinnitus (Patienten mit Halsentzündung, etc.) eingeschlossen.

Donnerstag, 15. Juli 2010

Warum Essen eine sehr emotionale Sache ist

"Abnehmen ist leichter als zunehmen" - Böhnchen auf dem Teller: Diäten bringen nichts, sagen Experten
Wien - Beim unkontrollierten Essen fehlt eine Bremse im Gehirn. Experten gehen nun auch der Frage nach, ob das große Fressen tatsächlich programmiert ist. In Anbetracht der Tatsache, dass die Menschen in Industrieländern und auch zunehmend auch in anderen Staaten immer dicker werden, ist das eine berechtigte Frage. Abnehmen geht leichter als zunehmen, meint der Buchautor und Psychocoach Andreas Winter. Der Grund, warum Menschen immer dicker werden, liegt am angelernten Verhalten, mit dem Essen Gefühle zu verbinden. Diese werden dann über die Speisen erzeugt, meint der Psycho-Coach.
"Meines Erachtens ist das kein Wunder, dass so viele Menschen zunehmen, weil es beim Essen nicht um die Speisen, sondern um deren Bedeutung geht", meint Winter. "So ist der Grund Kartoffelchips zu essen, nicht die Aufnahme von Kartoffeln und Salz, sondern das Signal für einen verdienten Feierabend", erklärt Winter. Chips sind keine Vollmahlzeit, sondern Partysnacks. Mit den Chips wird aber das Gefühl verknüpft "ich habe frei".

Mittwoch, 14. Juli 2010

Fehlende Stopp-Taste bei Sättigung

Für manche Menschen ist Sättigungsgefühl ein gute Bremse beim Essen, für andere nicht - Eine neue Studie zeigt warum
Pittsburgh - Wer ohne Ende isst, dem fehlt eine Bremse im Gehirn. Übergewichts-Wissenschaftler fanden heraus: Einer der wichtigsten Faktoren der Fettsucht ist die fehlende Stopp-Taste bei Sättigung.

Derzeit tagen in Pittsburgh die Übergewichts-Wissenschaftler der "Society for the Study of Ingestive Behaviour". Psychiaterin Diana Small von der Yale University scannte bei stark übergewichtigen und normalgewichtigen Menschen die Mandelkern-Region des Gehirns, die für das unkontrollierte Weiteressen eine Rolle spielt. "Für manche Menschen ist Sättigungsgefühl ein gute Bremse beim Essen", sagt die Forscherin. "Bei anderen funktioniert dieser Schutz weniger, weshalb sie mehr ohne Hunger essen und auch entsprechend zunehmen."

Dienstag, 13. Juli 2010

Schlankheitsmittel wirken nicht besser als Placebo

Jährlich wird weltweit umgerechnet mehr als zehn Milliarden Euro dafür ausgegeben
Stockholm/Göttingen - "Manche Menschen denken, dass Nahrungsmittelergänzungen der schnellste Weg zum Abnehmen sind und geben deshalb viel Geld aus. Aber sie werden meist enttäuscht, frustriert und deprimiert, weil sich ihre Erwartungen überhaupt nicht erfüllen", so der Mediziner Thomas Ellrott. Eine von ihm geleitete Studie aus dem Institut für Ernährungspsychologie an der Universität Göttingen zeigt, dass die Mittel nur vom Schein leben: Bei einer Testreihe mit 189 Menschen hatten neun in Apotheken rezeptfrei käufliche Medizinprodukte sowie Nahrungsergänzungsmittel zur Gewichtsabnahme keinen besseren Effekt als Scheinmedikamente.

Montag, 12. Juli 2010

Auch Ohren brauchen Ruhepausen

Zu laut, zu lange und zu nah an der Schallquelle: Es gibt Hinweise, dass MP3-Player Schwerhörigkeit fördern
Vor allem Jugendliche laufen Gefahr, sich die Ohren zu verderben.
Alles ist eine Frage von Dezibel. Rund jeder sechste 15-Jährige reagiert nicht mehr auf Töne, die ein gesundes Ohr problemlos wahrnimmt: Das zeigte kürzlich eine Untersuchung der Tiroler Fachhochschule für Gesundheit und der Uniklinik Innsbruck bei 196 Schülern. Amerikanische Studien bei 17- bis 25-Jährigen bestätigen dies. Hören Jugendliche schlechter als früher? Liegt das etwa an MP3-Playern?

Über diese Frage streiten sich die Forscher. Manche sind sich sicher: Ja, sie führen zu Schwerhörigkeit. Andere widersprechen: Das sei überhaupt nicht bewiesen. Wer hat recht? "MP3-Player haben sich so schnell verbreitet, dass wir kaum hinterherkommen, die gesundheitlichen Konsequenzen zu erforschen", sagt Peter Rabinowitz, Gesundheitswissenschafter an der Yale-Universität in den USA. "Einige kleine Studien zeigen, dass Jugendliche und junge Erwachsene, die ihren MP3-Player häufig benutzen, schlechter hören." Es gebe jedoch bisher keinen Beweis dafür, dass das Gehör von Jugendlichen generell schlechter sei als vor zwanzig Jahren. "Vielleicht ist es noch zu früh, um die Schäden für das Gehör nachzuweisen."

In Europa verwenden Millionen von Menschen täglich einen MP3-Player. "Die Geräte sind genauso gefährlich oder ungefährlich wie CD-Player, Walkmen oder eine Hi-Fi-Anlage", sagt Patrick Zorowka, Direktor der Klinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen an der Med-Uni Innsbruck. "Das Problem ist, dass viele ihren Ohren keine Ruhepause gönnen." Zu viel Lärm schadet definitiv dem Gehör: "Das wissen wir spätestens seit Untersuchungen bei Fabrikarbeitern in den 50er-Jahren", sagt Roland Laszig, Direktor der Hals-Nasen-Ohren-(HNO)-Klinik an der Uni Freiburg. "Waren die Arbeiter zu lange zu hohen Schallpegeln ausgesetzt, wurden sie schwerhörig."

Der Schallpegel ist ein Maß dafür, wie stark die Sinneszellen im Innenohr (Haarzellen) belastet werden. 80 Dezibel entspricht der Lautstärke von Straßenverkehr, 90 Dezibel erzeugt eine Fräsmaschine und 110 eine Kettensäge. "Bei der Frage, wie sehr die Player dem Gehör schaden, spielen drei Faktoren eine Rolle", erklärt Laszig. "Erstens, wie laut man hört, zweitens, wie lange man hört, und drittens, wie weit die Schallquelle vom Innenohr entfernt ist." Dort nehmen die Haarzellen den Schall auf, verarbeiten ihn und leiten die Signale an das Gehirn weiter. "Ist man längere Zeit Lärm ausgesetzt, werden die Zellen nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt, und man wird vorübergehend schwerhörig." Normalerweise erholen sich die Zellen wieder, und am nächsten Morgen hört man wieder normal. "Beschallt man sein Ohr aber ständig und gönnt ihm keine Ruhepause, sterben die Haarzellen."

Sonntag, 11. Juli 2010

Two apples a day keep the doctor away

Die EU-Kommission empfiehlt: Täglich zwei Äpfel essen - Soll Cholesterinspiegeln senken
Brüssel - Die EU-Kommission rät zum Verzehr von zwei Äpfeln täglich. Damit könnten Bürger ihren Cholesterin-Spiegel um mindestens zehn Prozent senken, sagte der Sprecher von Forschungskommissarin Maire Geoghegan-Quinn in Brüssel.

Zuvor sollten die Äpfel aber 40 Sekunden lang in 50 bis 52 Grad heißem Wasser gewaschen werden, um Bakterien zu beseitigen. Das der Empfehlung zugrunde liegende Forschungsprojekt Isafruit zu den Vorteilen des Obst-Verzehrs lässt sich die Brüsseler Behörde insgesamt 13,8 Millionen Euro kosten. Das Projekt läuft seit Anfang 2006.

Samstag, 10. Juli 2010

"Hitze und Alkohol vertragen sich nicht gut"

Ärztekammer: Gefährliche Mischung kann Kreislaufkollaps auslösen
Wien - Temperaturen bis zu 35 Grad am Wochenende und WM-Finale - eine Kombination, die nicht selten bereits am Nachmittag in Schanigärten oder Public-Viewing-Bereichen gefeiert wird. Wer alkoholische Getränke konsumiert, sollte aber vorsichtig sein, rät der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner. "Hitze und alkoholische Getränke vertragen sich nicht. Der Kreislauf wird stark belastet, im schlimmsten Fall kann es zu einem Kreislaufkollaps kommen", warnt Dorner in einer Aussendung.

Grundsätzlich komme der menschliche Körper mit Hitze gut zurecht. Sein eingebautes Kühlsystem - das Schwitzen - schützte vor Überhitzung. Damit die körpereigene "Klimaanlage" jedoch gut funktioniere, brauche es Flüssigkeit. Alkohol eigne sich jedoch nicht zum Auffüllen der Reserven. "Durch alkoholische Getränke weiten sich die Gefäße, der Blutdruck sinkt und der Körper wird zusätzlich entwässert. Das belastet den Kreislauf bis hin zum Kollaps", warnt der ÖÄK-Präsident.

Mineralwasser statt Bier

Auch Bier sei trotz seines Rufes nicht der ideale Durstlöscher für heiße Tage. Bevorzugt sollten Mineralwasser oder verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte getrunken werden. Denn durch das Schwitzen verliere der Körper auch Mineralstoffe, die durch derartige Getränke wieder zugeführt werden. "Alkohol sollte, wenn überhaupt, erst am Abend getrunken werden", so Dorner.

Erste Anzeichen einer Dehydratation seien Mundtrockenheit sowie Konzentrationsmangel und Kopfschmerzen. Da helfe trinken und in den Schatten gehen, erklärt der Ärzte-Chef. Eltern sollten unbedingt ein Auge auf ihre Kinder haben. Sie hätten nämlich im Verhältnis zu ihrem Körpervolumen eine größere Körperoberfläche und verlören daher sehr viel mehr Flüssigkeit. Auch alte Menschen sollten darauf achten, viel zu trinken.

Freitag, 9. Juli 2010

Lauwarm duschen und andere Anti-Hitze-Tipps

Verlockend, aber kontraproduktiv: Der Sprung unter die eiskalte Dusche sollte bei Hitze vermieden werden, denn es folgt unweigerlich der Schweißausbruch
Wien - Lauwarm duschen ist bei Hitze angenehmer als ganz kalt, der Körper fühlt sich nach der Dusche wirklich erfrischt, rät ARBÖ-Verkehrsmediziner Josef Nagler. Auch für das Auto hat der Autofahrerclub naturgemäß Anti-Hitze-Tipps. Wenn das Auto zum "fahrenden Ofen" wird, sind die Fahrzeuginsassen großem Stress ausgesetzt. Der Verkehrsmediziner: "Müdigkeit wird beschleunigt, Aufmerksamkeit reduziert. Der Autofahrer reagiert wie unter Alkoholeinfluss. Die Bewegungsabläufe werden langsamer und kritische Situationen nicht so schnell erfasst. Auch die Kombinationsfähigkeit lässt nach, damit steigt die Gefahr für Fehlreaktionen."
Weniger Hitze hinter dem Steuer - Tipps des Verkehrsmediziners

•Viel Trinken.Am besten zwei bis drei Liter Mineralwasser, Limonaden, Fruchtsäfte oder Tee trinken. Achtung bei isotonischen Getränken: Ein Drink pro Stunde ist genug. Ansonsten wird der Körper zu sehr aufgeputscht. Nicht vergessen: Kinder brauchen mehr Flüssigkeit als Erwachsene, damit sie keinen gesundheitlichen Schaden davontragen.

•Magen nicht belasten. Auf fettreiche Mahlzeiten verzichten, da dies die Konzentrationsfähigkeit verringert und ermüdet. Besser ist leichte Kost wie leckere Salate, magerer Schinken, Käse, Obst, Vollkorngebäck, knackiges Gemüse.

•Direkte Sonneneinstrahlung mindern Wenn möglich einen schattigen Parkplatz suchen und dabei nicht darauf vergessen, dass die Sonne weiterwandert. Sollte dies nicht möglich sein, Sonnenblenden, die hinter die Windschutzscheibe gelegt werden, mindern die Sonneneinstrahlung auf das Armaturenbrett und ein brennend heißes Lenkrad, aufgeheizte Schalthebel und glühende Sicherheitsgurtschnallen werden vermindert.

•Sitzlehnen klappen. Sitzlehnen so klappen, dass sie nicht frontal von der Sonne beschienen werden.

•Durchlüften. Nicht ins glutheiße Auto einsteigen und wegfahren, zuerst alle Fahrzeugtüren öffnen und kurz durchziehen lassen.

•Besser lauwarm als kalt duschen. Glücklich diejenigen, die im Auto eine Klimaanlage installiert haben. Wenn diese noch gereinigt und gewartet ist, nicht mit "Eiszapfen"-Temperatur läuft (Gefahr einer Verkühlung) und die Kühlluft nicht direkt auf den Körper zielt, steht dem wahren coolen Fahrterlebnis nichts mehr im Wege. (red)

Donnerstag, 8. Juli 2010

Warum Küssen so gesund ist

Kalorien werden verbrannt - Muskeln werden gekräftigt - 20 Atemzüge statt rund 60 Züge pro Minute
Düsseldorf - Küssen ist gesund. Der Kreislauf wird angeregt, der Herzschlag erhöht sich auf bis zu 110 Schläge pro Minute und die Lunge wird gekräftigt. Denn statt der üblichen 20 Atemzüge tätigen Küssende rund 60 Züge pro Minute. Mit dem Speichelaustausch verbessern sich zudem die Abwehrkräfte, da die unbekannten Bakterien des Gegenübers zum Aufbau von Antikörpern anregen. Außerdem macht das Lippenbekenntnis schön und hält jung: Beim Küssen werden laut Kussfreunde-Verein rund 30 Gesichtsmuskeln beansprucht und trainiert, so dass weniger Falten entstehen. Hält man zusätzlich zwei Minuten küssen aus, tut das der Figur gut. Über diesen Zeitraum werden durchschnittlich 15 Kalorien verbrannt.
Stressreduktion

Auch die Zähne von Vielküssern profitieren: Durch die übermäßige Speichelproduktion härtet sich der Zahnschmelz. Zudem ist Küssen Balsam für die Seele, da es Stress, Frust und Ärger abbaut. Die Bauchspeicheldrüse produziert während der Liebkosung verstärkt Insulin und die Nebenniere Adrenalin. Dadurch verringert sich die Herstellung des Stresshormons Kortisol. Gleichzeitig steigt die Produktion von Glückshormonen wie Endorphinen. Alles gute Gründe, um mal wieder ausgiebig zu küssen und zu busserln. Wer den internationalen Tag des Kusses am 6. Juli ernst nahm, tat demnach seiner Gesundheit auf jeden Fall etwas Gutes und sollte dies auch an anderen Tagen tun. (sid)

Mittwoch, 7. Juli 2010

Barfuß gehen ist gesund

Orthopäden raten Menschen mit Fußfehlstellungen, Knie, Hüft- und Rückenproblemen zu ausgiebigem Barfuß laufen
Dresden - An heißen Tagen reißen sich Kinder die Schuhe von den Füßen. Die Eltern sehen es nicht immer gern, fürchten Verletzungen durch Scherben oder scharfe Steine. Doch eigentlich tun die Kleinen genau das Richtige: Barfuß laufen ist gesund und der Sommer eine gute Gelegenheit für diese einfache Therapie. Es lohnt sich, zumindest in der Wohnung, im Garten und auf sauberen Wiesen auf Schuhwerk zu verzichten. Perfekt für die Füße sind Spaziergänge an Sand- oder Kieselstrand, teilt die deutsche Innungskrankenkasse "IKK classic" in einer Aussendung mit
Nicht umsonst empfehlen Orthopäden Menschen mit Fußfehlstellungen, wie etwa Knick- und Senkfuß, ausgiebiges Barfuß laufen. "Die Unebenheiten des Untergrunds müssen durch Muskelarbeit ausgeglichen werden. Durch das Zusammenspiel der Muskeln wird etwa ein eingesacktes Fußgewölbe in seine naturgemäße Stellung bewegt", erklärt die IKK classic. Auch bei Knie, Hüft- und Rückenproblemen kann sich der Verzicht auf Schuhe positiv auswirken. Das Skelett ist ein zusammenhängendes System. Somit kann eine Fehlstellung der Füße die Haltung des Rückens sowie die gesamte Körperhaltung beeinträchtigen.

Dienstag, 6. Juli 2010

Rauchen ist ein Kosten-Nutzen-Spiel

Soziologe: Rauchverbote machen die Zigarette kostspieliger - Rauchverbote erschweren Jugendlichen den Einstieg in die Sucht
München - Ob Jugendliche mit dem Rauchen beginnen oder nicht hängt stark davon ab, wie groß die Hürde dafür ist. Zu diesem Schluss kommen Soziologen der Universität München in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt. "95 Prozent aller Raucher haben im Jugendalter zu rauchen begonnen. Will man Rauchgewohnheiten verändern, reicht es daher im Prinzip, auf diese Altersgruppe Einfluss zu nehmen", so Studienleiter Thomas Wimmer.
Zigarette für alle Jugendlichen attraktiv

Anliegen der Forscher war es, die bisherige Begründung durch Imitation zu durchbrechen, da diese im Kreis geht. Das sich stets wiederholende Muster dafür lautete: Peter raucht, weil sein bester Freund Dieter raucht. Doch Dieter raucht, weil seine Eltern rauchen, und Dieters Eltern rauchen, weil ihre besten Freunde damals alle geraucht haben. "Wir gingen hingegen davon aus, dass Rauchen grundsätzlich für jeden Jugendlichen attraktiv ist, während Ältere nur aus Gewohnheit rauchen", so Wimmer. 80 Prozent der Raucher könnten durch dieses Modell erklärt werden.

Ob ein Jugendlicher mit dem Laster beginnt, hängt laut der Erhebungen der Soziologen von dessen individuellen Kosten ab. Dazu gehört im Taschengeld-Alter etwa der Zigarettenpreis. "Jugendliche aus ärmeren Familien können sich das Rauchen weniger leisten. Später kommen andere Faktoren wie Beruf, Lebenseinstellung oder Gesundheitsbewusstsein hinzu. Diese sind mit dem Einkommen in der Weise verbunden, dass sich der Zusammenhang scheinbar umkehrt", so Wimmer.

Rauchverbot erhöht die Kosten

Doch es gibt auch Kosten, die nicht in Geldbeträgen auszudrücken sind. Die Haltung der Eltern gehört dazu. Denn raucht man gegen deren Willen, so sinkt man damit in ihrer sozialen Anerkennung. Als Kosten bewerten die Soziologen jedoch auch Rauchverbote in der Öffentlichkeit, da diese es erschweren würden, dem blauen Dunst zu frönen. Sobald das Rauchen zur Sucht wird, entscheidet vor allem die Einstellung des Partners, die Suchtausprägung, das Gesundheitsbewusstsein oder gesundheitliche Probleme wie das Raucherhusten, wie oft man seine Glimmstängel anzündet. "Die meisten Raucher wollen aufhören und tun das auch irgendwann im Leben. Eine Altersgruppe, wo sich die Aussteiger konzentrieren, gibt es aber nicht", so der Soziologe. (pte)

Montag, 5. Juli 2010

Im Swimmingpool

Erfrischung im kühlen Nass: Manchmal bergen Schwimmbecken und Badeseen aber auch weniger angenehme Überraschungen - Eine Übersicht über Keime und ihre Auswirkungen
Eindeutig. So gekrümmt ist nur eine Art von Haar. Das Schamhaar schwimmt direkt auf einen zu - in Augenhöhe quasi, und Ausweichen ist unmöglich. Auch sonst treiben eklige Sachen im Wasser: Pflaster, ein Taschentuch, Haarbüschel. Wie gefährlich ist das? "Im Großen und Ganzen ist es hier völlig ungefährlich, in Schwimmbäder zu gehen", sagt Herbert Auer, leitender Parasitologe an der Med-Uni Wien. "Die vorgeschriebene Desinfektion mit Chlor oder Ozon gewährleistet in der Regel, dass sich Keime nicht vermehren können. In Naturseen ist das Risiko etwas höher, insgesamt aber auch noch gering."
Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten können beim Schlucken von Badewasser in den Körper gelangen oder über Ohren, Nasenlöcher, Harnausgang oder die Scheide. Manche Erreger nimmt man über die Luft auf, andere dringen aktiv durch die Haut. "Es kommt immer wieder zu einzelnen Infektionen bei Badenden", sagt Franz Reinthaler, Umwelthygieniker an der Med-Uni Graz. "Wir haben aber keine genauen Statistiken, wie häufig und womit."

Die Weltgesundheitsorganisation stellte vor vier Jahren eine Leitlinie für "Sicheres Baden" zusammen. Bei der Lektüre kann einem die Lust schon vergehen: Detailliert wird beschrieben, welche Infekte sich Badende in den letzten 40 Jahren zuzogen. Die meisten Keime waren mit dem Kot anderer Badender ins Wasser gelangt, etwa bei Durchfall. Beruhigenderweise war es in den ganzen Jahren aber nur zu einzelnen Krankheitsausbrüchen mit jeweils nur bis rund 100 Erkrankten gekommen.

Die "Badewasser-Bösewichter" können ganz unterschiedliche Infekte verursachen. Manche lösen grippeähnliche Beschwerden aus wie die Adenoviren. Viele führen zu Durchfall, zum Beispiel Noroviren, Bakterien wie Shigellen und Escherichia coli oder Parasiten wie Giardia oder Kryptosporidien. "Durchfall durch Parasiten ist hierzulande selten", weiß Herbert Auer.

Sonntag, 4. Juli 2010

Borderline betrifft sechs Prozent der Jugend

Betroffene suchen nur selten Hilfe - Als Hauptursachen werden frühe Gewalterfahrungen vermutet
Berlin - Einer von 16 Jugendlichen leidet an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS). Zum ersten Mal widmet sich ab heute, Donnerstag, in Berlin ein Weltkongress dieser Krankheit und bespricht ihre Ursachen und Therapien. "Die BPS als Krankheit ist erst vor zehn Jahren in der Wissenschaft angekommen. Dass sich ein Weltkongress ausschließlich mit dem Thema beschäftigt, ist jedoch überfällig", betont Frank Schneider, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde.
Borderline ist eine schwere psychische Störung, die in der Jugendzeit beginnt. Sechs Prozent aller 15-Jährigen verletzten sich selbst, denken an Selbstmord oder beruhigen sich mit Drogen. Professionelle Hilfe suchen die wenigsten und bei vielen entsteht in Folge das Vollbild der Störung mit intensiven Gefühlsschwankungen, schweren Störungen des Selbstwerts und Hass gegen sich und den eigenen Körper. Das Eingehen von Beziehungen wie auch das Alleinesein fällt sehr schwer. Viele verletzen sich wiederholt selbst, versuchen den Selbstmord, nehmen Drogen oder entwickeln Essstörungen.

Samstag, 3. Juli 2010

Barfuß gehen ist gesund

Orthopäden raten Menschen mit Fußfehlstellungen, Knie, Hüft- und Rückenproblemen zu ausgiebigem Barfuß laufen
Dresden - An heißen Tagen reißen sich Kinder die Schuhe von den Füßen. Die Eltern sehen es nicht immer gern, fürchten Verletzungen durch Scherben oder scharfe Steine. Doch eigentlich tun die Kleinen genau das Richtige: Barfuß laufen ist gesund und der Sommer eine gute Gelegenheit für diese einfache Therapie. Es lohnt sich, zumindest in der Wohnung, im Garten und auf sauberen Wiesen auf Schuhwerk zu verzichten. Perfekt für die Füße sind Spaziergänge an Sand- oder Kieselstrand, teilt die deutsche Innungskrankenkasse "IKK classic" in einer Aussendung mit
Nicht umsonst empfehlen Orthopäden Menschen mit Fußfehlstellungen, wie etwa Knick- und Senkfuß, ausgiebiges Barfuß laufen. "Die Unebenheiten des Untergrunds müssen durch Muskelarbeit ausgeglichen werden. Durch das Zusammenspiel der Muskeln wird etwa ein eingesacktes Fußgewölbe in seine naturgemäße Stellung bewegt", erklärt die IKK classic. Auch bei Knie, Hüft- und Rückenproblemen kann sich der Verzicht auf Schuhe positiv auswirken. Das Skelett ist ein zusammenhängendes System. Somit kann eine Fehlstellung der Füße die Haltung des Rückens sowie die gesamte Körperhaltung beeinträchtigen.

Freitag, 2. Juli 2010

Sex immer "mit"

Aktion in Wien und Niederösterreich - Zielgruppe sind Frauen über 30
Wien - "Mein persönlicher Stil: 'Immer mit Schutz. Immer mit Kondom'." - So lautet in den 554 öffentlichen Apotheken in Wien und Niederösterreich in den kommenden Wochen die Devise. Zielpublikum der Informationskampagne sind Frauen über 30. Sie dürften in Österreich besonders durch HIV/Aids und sexuell übertragbare Erkrankungen gefährdet sein.

"Wir rechnen in Österreich mit 12.000 bis 15.000 HIV-Positiven in Österreich. Ein Drittel davon ist weiblich. 42 Prozent der Neuinfektionen gehen auf heterosexuelle Kontakte zurück. Bei den Frauen sind 80 Prozent der Infektionen mit HIV durch heterosexuelle Kontakte bedingt. Frauen haben offenbar das Gefühl, dass sie kein Risiko haben. Andererseits sind es oft insbesondere Frauen, die sehr spät von der Diagnose betroffen sind, vor allem Frauen über 40", sagte Sabine Lex, zuständig für Prävention bei Frauen im Rahmen der Aids Hilfe Wien, bei einer Pressekonferenz in Wien.

Folder und Gratis-Kondome

Sexualmedizinerin Elia Bragagna wies auf potenziell folgenschwere Mythen hin: "In der Liebe muss man Vertrauen haben. Liebe ist keine Gefahr." Stattdessen sollten sich Frauen sexuell attraktiv gerade dann fühlen, wenn sie sich nicht gefährden, wenn sie sich vor einer Ansteckung schützen. In den Apotheken gibt es deshalb jetzt Informationsfolder und Gratis-Kondome. Ilona Leitner, Präsidentin der Wiener Apothekerkammer, betonte die Niederschwelligkeit des Beratungsangebots in den Apotheken.

Wie wichtig die Aspekte der sexuellen Gesundheit sind, belegte der Wiener Kammer-Vizepräsident Max Wellan mit einem Vergleich: Angenommen, eine Frau hat bisher mit fünf Männern geschlafen, von denen wieder jeder Sex mit acht weiteren Frauen gehabt hat - und diese Frauen wiederum hatten schon Sex mit fünf weiteren Männern - dann ist die eigene Gesundheit mit jener von 205 Männern und 40 anderen Frauen verknüpft. (APA)

Donnerstag, 1. Juli 2010

Parasiten schädigen die Intelligenz

Gehirnentwicklung leidet im Kampf gegen Krankheiten
Albuquerque/Chemnitz - Parasitäre Krankheiten schädigen nicht nur die Gesundheit und Arbeitskraft von Entwicklungsländern. Sie entziehen auch Geisteskraft, behaupten Forscher der University of New Mexiko in der Zeitschrift "Proceedings of the Royal Society B". Das Vorkommen derartiger Krankheiten eignet sich laut ihren Ergebnissen besser zur Vorhersage der durchschnittlicher Intelligenz eines Landes als Wohlstand, Ernährung, Temperatur oder Bildung.
Das Team um Christopher Eppig untersuchte verschiedene Angaben zum Intelligenzquotient (IQ) gesunder Menschen in 192 Ländern. Verglichen wurde das mit WHO-Schätzungen, wie viele Lebensjahre Bewohner dieser Länder durchschnittlich aufgrund von 28 verschiedenen Infektionskrankheiten verlieren. Mit einigen Ausnahmen zeigte sich, dass mit zunehmendem Krankheitsdruck der IQ sank - und zwar deutlicher als mit jeder anderen getesteten Variable. 67 Prozent der weltweiten Unterschiede des IQs könnte dadurch erklärt werden.

Als Ursache dieses Phänomens führen die Forscher die Gehirnentwicklung von Kindern an. Der Aufbau des Gehirns und seine Aufrechterhaltung beansprucht bei Neugeborenen 87 Prozent der gesamten Körperenergie und sogar bei Fünfjährigen immer noch 44 Prozent. Muss der Körper eines Kindes jedoch Würmer, Bakterien oder Viren abwehren, so kostet dieser Kampf viel Energie, die anderswo bei der Entwicklung fehlt.

Mittwoch, 30. Juni 2010

Trinken nicht vergessen

Zu wenig Flüssigkeit kann zu körperlichen Beschwerden führen - Besonders Kinder und Ältere sollten öfters "über den Durst" trinken
Wien - Trinken ist mehr als bloßes Durststillen. Denn ist man nicht ausreichend mit Flüssigkeit versorgt, beeinflusst dies auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit: Schwindel, Müdigkeit und Kopfschmerzen bis hin zu Kreislaufkollaps sowie Herz- und Nierenfunktionsstörungen können die Folgen sein. Speziell Kinder, ältere Menschen und Sportler sollten daher genug trinken, empfiehlt das forum. ernährung heute, der Verein zur Förderung von Ernährungsinformationen, in einer Aussendung.
Da der Wassergehalt im Körper mit den Jahren kontinuierlich abnimmt, ist es gerade für die Kleinsten wichtig, ausreichend zu trinken. Darüber hinaus ist bei Kindern das Durstgefühl noch nicht voll entwickelt und denken oft nicht daran, zu trinken. "Vor allem im Sommer sollten Eltern ihren Kindern regelmäßig Getränke anbieten und sie beim Herumtollen zu Trinkpausen animieren - am besten noch bevor die Kleinen Durst verspüren. Denn das Signal 'Wasserbedarf' sendet der Körper erst, wenn man schon auf dem Trockenen sitzt", erklärt Marlies Gruber vom forum. ernährung heute.

Da das Durstgefühl mit dem Alter abnimmt, sind auch ältere Menschen gefährdet, nicht genug zu trinken. Zudem verringern sie oft aufgrund von beschwerlichem Toilettengang oder möglicher Inkontinenz bewusst ihre Flüssigkeitsaufnahme. "Abwechslung und tägliche Trink-Rituale können helfen, die nötige Flüssigkeitszufuhr zu erreichen: Etwa ein Glas Saft nach dem Aufstehen, Trinken während dem Fernsehen oder Radiohören, eine Flasche Wasser dort platzieren, wo man sich am meisten aufhält oder am häufigsten vorbei kommt", empfiehlt Gruber.

Dienstag, 29. Juni 2010

Krank im Urlaub - was zu beachten ist

Ärzte mit Kassenvertrag am Urlaubsort erfragen - Im EU-Ausland gilt die E-Card
Wien - Wer im Urlaub krank wird, sollte vorbereitet sein. Zur Urlaubsplanung gehört auch, sich Gedanken über die Krankenversicherung zu machen. Das erspart böse Überraschungen. Die AK Niederösterreich informiert über die wichtigsten Vorbereitungen. Im Inland wie im EU-Ausland gilt: Vorher erkundigen, ob man sich von einem Vertragsarzt oder einem Wahlarzt behandeln lässt. Für Österreicher, die im Inland urlauben, gilt die E-Card. "Aber auch im Inland sollte man vor der Behandlung fragen, ob man in einer Privatordination gelandet ist oder in einer mit Kassenvertrag", rät AKNÖ-Sozialrechtsexperte Josef Fraunbaum. Denn auch bei Privatbehandlung im Inland bekommt man von der Krankenkasse 80 Prozent der Kosten des österreichischen Tarifes zurück und dieser entspricht nicht unbedingt dem, was ein Arzt unter Umständen verlangt.
Alle Alarmglocken sollten läuten, wenn ein Vertragsarzt "zusätzlich" eine Rechnung ausstellt. In diesem Fall sollte man unbedingt eine nachvollziehbare Erklärung verlangen, weil es in den seltensten Fällen eine Rückerstattung gibt. Wenn möglich, sollte man überdies Auskunft über die Höhe der Kosten im Vorhinein verlangen.

EU-Ausland

Die E-Card der Krankenkasse ist gleichzeitig die Europäische Krankenversicherungskarte und gilt bei allen Vertragsärzten und Vertragskrankenhäusern in den EU- und EWR-Ländern (z. B. Norwegen) sowie in der Schweiz. Die österreichische E-Card gilt nicht für Privatordinationen und in privaten Krankenanstalten.

Ausland: Urlaubskrankenschein

Für Türkei, Kroatien, Bosnien, Serbien und Montenegro ist ein eigener Auslandsbetreuungsschein notwendig, der beim Dienstgeber erhältlich ist. In allen anderen Ländern muss man die Rechnung selbst bezahlen und bekommt dann 80 Prozent des Kassentarifes, der natürlich von den tatsächlichen Kosten abweichen kann. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich nach einer privaten Reiseversicherung erkundigen.

Privatärzte und Privatspitäler müssen vorerst selbst bezahlt werden. Gegen Vorlage der Rechnung bekommt man von der Gebietskrankenkasse den Betrag zurück, den man auch in Österreich bei Behandlung durch einen Wahlarzt, eine Wahlärztin, zurückbekommen würde. Der Betrag, den man von der Krankenkasse erhält und der 80 Prozent des österreichischen Tarifes entspricht, kann allerdings erheblich vom tatsächlich bezahlten abweichen. Bei Reisen außerhalb der EU/EWR-Länder oder zu kleinen Inseln, auf denen es keine geeigneten Vertragsärzte gibt, empfiehlt sich der Abschluss einer Reiseversicherung, bei der vor allem auf den Deckungsschutz in der Reisekrankenversicherung zu achten ist. Inhaber von Kreditkarten haben unter bestimmten Voraussetzungen diesen Schutz bereits inkludiert.

Vertragsärzte beim Empfang erfragen

Reisende können nicht wissen, welche Ärzte in den Urlaubsländern Vertragsärzte der dortigen Sozialversicherung sind und welche nicht. Deshalb sei es am besten, sich gleich an der Rezeption nach geeigneten Medizinern zu erkundigen. (red)

Montag, 28. Juni 2010

Unser tägliches Plastik

Hormonell wirksame Substanzen aus Kunststoffen gelangen über Lebensmittel in den Organismus - Experten warnen vor gesundheitlichen Folgen
Wir löffeln und trinken aus Plastikbechern, lassen uns Lebensmittel in Plastiksackerl packen, schweißen Käse und Wurst in Plastikfolie. Kunststoff ist ständiger Begleiter unserer Nahrungsmittel und steht ohne unser Wissen sogar auf dem Speiseplan. Denn Ausgangstoffe wie Bisphenol A, Zusatzstoffe wie die Weichmacher Phthalate, die in Verpackungen und Kosmetikprodukten enthalten sind, können in Lebensmittel "migrieren" und gelangen durch sie in den Organismus.

Von den zahlreichen Substanzen, die aus der Verpackung, über Spielzeuge oder andere Kunststoffprodukte in den Körper gelangen, sind nur wenige auf ihre Toxizität untersucht.

Seit Jahren umstritten ist der Einsatz von Bisphenol A (BPA) für Lebensmittelverpackungen. BPA ist Ausgangsstoff für den transparenten und temperaturbeständigen Kunststoff Polycarbonat, es steckt in Babyfläschchen und Schnullern ebenso wie in Recyclingpapier, im beschichteten Kassenbon wie in der DVD, in der Getränkedose oder im Zahnersatz.

Gesundheitschädigende Folgen

BPA zählt zu den hormonell wirksamen Substanzen. Internationale Wissenschafter weisen auf gesundheitsschädigende Folgen hin. So berichtete die US-Molekularbiologin Patricia Hunt kürzlich auf einem Symposium über In-vitro-Fertilisation in Bregenz über ihre Beobachtungen. BPA beeinflusse die Entwicklung menschlicher Eizellen, Chromosomendefekte könnten zur Fehlgeburten führen. Das US-Gesundheitsinstitut NIH veröffentlichte 2008 eine Studie, wonach Bisphenole schwere Auswirkungen auf die Entwicklung des Gehirns bei Föten und Neugeborenen haben können. Der Brite David Melzer wiederum stellte einen möglichen Zusammenhang zwischen BPA und Herz-Kreislauf-Erkrankungen fest.

Aufgerüttelt durch den Dokumentarfilm Plastic Planet, setzte sich auch die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, AGES, mit BPA auseinander: Es gebe keinen Hinweis auf krebsauslösende Wirkung, man könne Ergebnisse aus Tierversuchen nicht 1:1 auf den Menschen umlegen. Bei Einhaltung des von der EU festgelegten TDI-Grenzwerts (Tolerable Daily Intake) 0,05 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht, bestehe kein Risiko. Das Auftreten von Bisphenol A in Beruhigungssaugern sei jedoch nicht vorgesehen und sollte vermieden werden. Soll BPA verboten werden? Sigrid Rosenberger, Sprecherin des Gesundheitsministers, hält eine europäische Regelung für "wünschenswert".

Sonntag, 27. Juni 2010

Kaffee schützt vor Krebs im Rachenraum

Tee besitzt nicht diese Wirkung
Philadelphia - Kaffee schützt vor Krebs des Rachenraums. Wer täglich mindestens vier Tassen des Koffeingetränks konsumiert, hat im Vergleich zu Abstinenzlern ein um fast 40 Prozent geringeres Risiko, Tumoren in der Mundhöhle oder im Rachenraum zu entwickeln. Dies zeigt eine Auswertung von neun Studien. Tee hat demnach keine solche Schutzwirkung. Bei koffeinfreiem Kaffee war die Datenbasis für eine Aussage zu dürftig.

"Da Kaffee so viel verwendet wird, und diese Krebsformen so häufig vorkommen und mit einer schlechten Prognose verbunden sind, haben unsere Resultate weitreichende Folgen für die öffentliche Gesundheit", sagt Studienleiterin Mia Hashibe von der Universität von Utah in Salt Lake City, deren Studie im Fachblatt "Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention" erscheint.

Schon früher hatten andere Studien auf ein geringeres Krebsrisiko bei Kaffeetrinkern hingedeutet. Demnach schützt der Koffeintrunk etwa vor aggressivem Prostatakrebs oder auch vor Hirntumoren. (APA)

Samstag, 26. Juni 2010

Die Mehrheit hält sich für zu dick

Nur jeder vierte Österreicher ist zufrieden mit seinem Gewicht
Wien - Nur 28 Prozent der Österreicher sind mit ihrem Gewicht zufrieden. 53 Prozent finden sich etwas, 13 Prozent sogar viel zu dick. Das hat eine im Frühjahr von der Wiener Städtischen Versicherung und dem Internetportal NetDoktor.at durchgeführte Umfrage unter 600 Personen aller Altersgruppen ergeben, knapp drei Viertel davon weiblich.
78 Prozent der Befragten äußerten laut einer Aussendung vom Freitag demnach den Wunsch, einige Kilos loszuwerden. Das waren mehr Leute als angaben, mit ihrem Gewicht unzufrieden zu sein. 86 Prozent der Interviewten hatten bereits Abnehmversuche hinter sich, 16 Prozent von ihnen schon mehr als zehn. Rund jeder Fünfte versucht beinahe ständig abzunehmen. Nicht einmal jeder Vierte, der es schon probiert hat, war dauerhaft erfolgreich. Fast jeder zweite hat zwar ab-, dann aber wieder zugenommen. (APA)

Freitag, 25. Juni 2010

Akupunktur erhöht Leistungsfähigkeit

Nadelkur stärkt Skelettmuskulatur und senkt Entzündungsfaktoren im Blut
Heidelberg - Akupunktur kann die Belastbarkeit von Patienten mit chronischer Herzschwäche deutlich bessern. Wie eine Studie der Universitätsklinik Heidelberg zeigt, erhöht die Nadeltherapie zwar nicht die Schlagkraft des Herzens. Aber sie beeinflusst die Skelettmuskulatur und steigert so die Fitness der Betroffenen.

Die chronische Herzschwäche zählt in Europa zu den häufigsten Erkrankungen und Todesursachen. Die Patienten sind wenig leistungsfähig und entwickeln bei körperlicher Belastung schnell Probleme wie Erschöpfung und Luftnot. Hinter diesen Beschwerden steckt nicht nur eine nachlassende Pumpfunktion des Herzmuskels, sondern auch eine Störung des vegetativen Nervensystems.

Die Heidelberger Mediziner prüften, ob Patienten mit Herzschwäche von der aus China stammenden Therapie profitieren. Eine Gruppe der Teilnehmer erhielt in zehn Sitzungen klassische Akupunktur, die übrigen bekamen eine Placebo-Behandlung mit Nadeln, die die Haut nicht ganz durchdringen. Nach der Therapie bewältigten die Akupunktur-Patienten eine längere Wegstrecke als die Teilnehmer der Placebo-Gruppe. Sie erholten sich zudem schneller und fühlten sich weniger erschöpft, wie die Forscher in der Zeitschrift "Heart" berichten.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Sport trotz Asthma?

Die meisten Asthmatiker machen einen großen Bogen um sportliche Betätigung - Experten raten zu gesundem Training
Melkof - Sport als Asthmatiker? Besser nicht, denken viele Betroffene, denn wer unter Asthma leidet, vermeidet Situationen, die zu Luftnot führen könnten. Experten aber raten Asthmatikern sogar, regelmäßig Sport zu treiben. Dabei gilt es allerdings einiges beachten.
Insgesamt treiben nur 17 Prozent der Asthmatiker Sport. Alle anderen machen lieber einen großen Bogen um jede Extra-Aktivität. Verständlich, fällt ihnen das Atmen ohnehin schon schwer genug. "Tatsächlich ist es auch so, dass der Körper bei sportlicher Betätigung Wasser und Wärme produziert und damit die Atemwege zusätzlich belastet", weiß Arne Menzdorf von Deutschlands größtem Allergiker-Netzwerk. Wer aber Sport treibe, stärke seine Atemmuskulatur. "Sauerstoff kann besser aufgenommen und verwertet werden. Die Lungenreserven lassen sich bald effektiver nutzen und man wird leistungsfähiger", so Menzdorf weiter.

Mittwoch, 23. Juni 2010

Schokolade, Bier & Co als mögliche Risikofaktoren

Deutsche Vergleichs-Studie zeigt Zusammenhänge zwischen Ernährung und Auftreten von Multiple Sklerose
Berlin - Die verstärkte Produktion bestimmter Arten industriell verarbeiteter Lebensmittel - konkret von Margarine, Fleisch- und Wurstkonserven, Marmelade und Konfitüre, Schokolade und Schoko-Konfektionswaren, Bier sowie Zuckerkonfektionswaren - geht statistisch mit einem erhöhten Auftreten von Multipler Sklerose (MS) einher. Dieses Ergebnis einer Datenanalyse aus sieben EU-Ländern präsentierte der deutsche Epidemiologe Klaus Lauer heute auf dem 20. Meeting der Europäischen Neurologen-Gesellschaft (ENS 2010) in Berlin. „Diese Daten sind noch kein Beweis eines ursächlichen Zusammenhangs, aber ein klarer Hinweis darauf, dass ein solcher Zusammenhang bestehen könnte und daher eingehend untersucht werden sollte," soLauer. (der standard)

Dienstag, 22. Juni 2010

Vorzeitiger Samenerguss häufigste Sexualstörung

Weit verbreitet, aber wenig thematisiert - neuer Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer soll das kurze Vergnügen verlängern
Pörtschach - Rasches Service ist gut, Fast Food in aller Munde und Datenübertragungen müssen auch immer rascher werden - aber schneller ist nicht immer besser. Beim Sex entsteht ein Problem: Durch die Ejaculatio praecox, den frühzeitigen oder vorzeitigen Samenerguss kommt es innerhalb von ungefähr einer Minute des eigentlichen Geschlechtsverkehrs - und bevor es die Beteiligten wünschen - zur Ejakulation. "Dies stellt für den Mann, aber besonders für dessen Partnerin eine deutliche Verschlechterung des Liebeslebens dar", schilderte der Salzburger Urologe und Androloge Andreas Jungwirth auf der Sommerakademie der Apothekerkammer in Pörtschach.
Im Gegensatz zu den erektilen Dysfunktionen sei der vorzeitige Samenerguss keine Frage des zunehmenden Alters, erklärte Jungwirth: "Er manifestiert sich meist mit Beginn sexueller Aktivitäten und besteht bei Nichtbehandlung bis ins höhere Alter fort." Hintergrund dürfte ein gestörtes Zusammenspiel zwischen dem Ejakulationsreflexzentrum im Rückenmark und den inhibierenden Steuerungszentren im Gehirn sein, wobei offenbar ein Mangel an Serotonin in diesen Zentren ausschlaggebend ist.

Montag, 21. Juni 2010

Depressionen verstärken Schmerzen

Neurophysiologische Regelkreise von Depression und Schmerz könnten zusammenhängen
Berlin - Depression tut doppelt weh: Italienische Neurologen haben neue Belege dafür gefunden, dass eine Depression nicht nur die Verarbeitung von Schmerzimpulsen verändert, sondern auch das Schmerzempfinden intensiviert. In ihrer Studie verglichen die Neurologen die Schmerzschwelle und auch die Schmerztoleranz von 25 Menschen mit noch unbehandelter Depression mit den Werten einer gesunden Kontrollgruppe.
Als sie den Probanden leichte Stromimpulse an Händen und Füßen verabreichten, registrierten die Depressiven den Schmerz früher und empfanden ihn auch als unangenehmer als die Gesunden. Die Forscher vermuten, dass für die Verarbeitung von emotionalen Stimmungen im Gehirn teils die gleichen Regionen und Neurotransmitter zuständig sind wie für die Verarbeitung körperlicher Schmerzen. Das Team um Michele Tinazzi stellte seine Ergebnisse auf der 20. Jahrestagung der Europäischen Neurologischen Gesellschaft (ENS) in Berlin vor.

Sonntag, 20. Juni 2010

Wenn Medikamente schaden statt helfen

Antibiotika, Schmerz- und Rheumamittel verursachen besonders häufig Allergien
Melko - Wer von seinem Arzt ein Medikament verordnet bekommt, erhofft sich davon eine Linderung seiner Beschwerden. Nebenwirkungen lassen sich dabei aber nie ganz ausschließen. „Bei etwa zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung treten Nebenwirkungen auf verordnete Medikamente auf", informiert Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). Davon seien etwa zwei Drittel Vergiftungserscheinungen. „Ein Drittel der Nebenwirkungen sind allergische oder pseudoallergische Reaktionen und hängen nicht von der eingenommenen Dosis ab", so die Expertin.