Freitag, 23. April 2010

Krebsforscher haben familiäres Risiko für Prostatakrebs berechnet

Das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, steigt mit der Anzahl direkter Verwandter, die von der Krankheit betroffen sind. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg errechneten jetzt die altersabhängigen individuellen Risiken in der größten Studie, die je zu familiärem Prostatakrebs durchgeführt wurde.
Dass Prostatakrebs "in der Familie liegt", wissen Ärzte seit langem: Männer, in deren Verwandtschaft die Krankheit bereits diagnostiziert wurde, haben ein erhöhtes Risiko, ebenfalls am Krebs der Vorsteherdrüse zu erkranken. Doch wie hoch ist das Risiko für den Einzelnen? Bei wem und in welchem Alter ist eine Früherkennungsuntersuchung dringend zu empfehlen?Forscher aus der Abteilung von Professor Kari Hemminki im DKFZ analysierten diese Fragen in der größten jemals veröffentlichten Studie zu familiärem Prostatakrebs, wie das DKFZ mitteilt. Es wurden Daten von 26 651 Prostatakrebspatienten erhoben. 5623 von ihnen stammten aus Familien, in denen die Erkrankung bereits aufgetreten war.

Ergebnis: Je mehr direkte Angehörige, also Brüder und Väter eines Mannes, betroffen sind, desto höher ist sein persönliches Risiko, ebenfalls an Prostatakrebs zu erkranken. So errechneten die Forscher, dass Männer bis zu 65 Jahren mit drei betroffenen Brüdern ein 23-mal höheres Erkrankungsrisiko haben als Männer ohne betroffene Angehörige (Kontrollgruppe).

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