Mittwoch, 30. Juni 2010

Trinken nicht vergessen

Zu wenig Flüssigkeit kann zu körperlichen Beschwerden führen - Besonders Kinder und Ältere sollten öfters "über den Durst" trinken
Wien - Trinken ist mehr als bloßes Durststillen. Denn ist man nicht ausreichend mit Flüssigkeit versorgt, beeinflusst dies auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit: Schwindel, Müdigkeit und Kopfschmerzen bis hin zu Kreislaufkollaps sowie Herz- und Nierenfunktionsstörungen können die Folgen sein. Speziell Kinder, ältere Menschen und Sportler sollten daher genug trinken, empfiehlt das forum. ernährung heute, der Verein zur Förderung von Ernährungsinformationen, in einer Aussendung.
Da der Wassergehalt im Körper mit den Jahren kontinuierlich abnimmt, ist es gerade für die Kleinsten wichtig, ausreichend zu trinken. Darüber hinaus ist bei Kindern das Durstgefühl noch nicht voll entwickelt und denken oft nicht daran, zu trinken. "Vor allem im Sommer sollten Eltern ihren Kindern regelmäßig Getränke anbieten und sie beim Herumtollen zu Trinkpausen animieren - am besten noch bevor die Kleinen Durst verspüren. Denn das Signal 'Wasserbedarf' sendet der Körper erst, wenn man schon auf dem Trockenen sitzt", erklärt Marlies Gruber vom forum. ernährung heute.

Da das Durstgefühl mit dem Alter abnimmt, sind auch ältere Menschen gefährdet, nicht genug zu trinken. Zudem verringern sie oft aufgrund von beschwerlichem Toilettengang oder möglicher Inkontinenz bewusst ihre Flüssigkeitsaufnahme. "Abwechslung und tägliche Trink-Rituale können helfen, die nötige Flüssigkeitszufuhr zu erreichen: Etwa ein Glas Saft nach dem Aufstehen, Trinken während dem Fernsehen oder Radiohören, eine Flasche Wasser dort platzieren, wo man sich am meisten aufhält oder am häufigsten vorbei kommt", empfiehlt Gruber.

Dienstag, 29. Juni 2010

Krank im Urlaub - was zu beachten ist

Ärzte mit Kassenvertrag am Urlaubsort erfragen - Im EU-Ausland gilt die E-Card
Wien - Wer im Urlaub krank wird, sollte vorbereitet sein. Zur Urlaubsplanung gehört auch, sich Gedanken über die Krankenversicherung zu machen. Das erspart böse Überraschungen. Die AK Niederösterreich informiert über die wichtigsten Vorbereitungen. Im Inland wie im EU-Ausland gilt: Vorher erkundigen, ob man sich von einem Vertragsarzt oder einem Wahlarzt behandeln lässt. Für Österreicher, die im Inland urlauben, gilt die E-Card. "Aber auch im Inland sollte man vor der Behandlung fragen, ob man in einer Privatordination gelandet ist oder in einer mit Kassenvertrag", rät AKNÖ-Sozialrechtsexperte Josef Fraunbaum. Denn auch bei Privatbehandlung im Inland bekommt man von der Krankenkasse 80 Prozent der Kosten des österreichischen Tarifes zurück und dieser entspricht nicht unbedingt dem, was ein Arzt unter Umständen verlangt.
Alle Alarmglocken sollten läuten, wenn ein Vertragsarzt "zusätzlich" eine Rechnung ausstellt. In diesem Fall sollte man unbedingt eine nachvollziehbare Erklärung verlangen, weil es in den seltensten Fällen eine Rückerstattung gibt. Wenn möglich, sollte man überdies Auskunft über die Höhe der Kosten im Vorhinein verlangen.

EU-Ausland

Die E-Card der Krankenkasse ist gleichzeitig die Europäische Krankenversicherungskarte und gilt bei allen Vertragsärzten und Vertragskrankenhäusern in den EU- und EWR-Ländern (z. B. Norwegen) sowie in der Schweiz. Die österreichische E-Card gilt nicht für Privatordinationen und in privaten Krankenanstalten.

Ausland: Urlaubskrankenschein

Für Türkei, Kroatien, Bosnien, Serbien und Montenegro ist ein eigener Auslandsbetreuungsschein notwendig, der beim Dienstgeber erhältlich ist. In allen anderen Ländern muss man die Rechnung selbst bezahlen und bekommt dann 80 Prozent des Kassentarifes, der natürlich von den tatsächlichen Kosten abweichen kann. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich nach einer privaten Reiseversicherung erkundigen.

Privatärzte und Privatspitäler müssen vorerst selbst bezahlt werden. Gegen Vorlage der Rechnung bekommt man von der Gebietskrankenkasse den Betrag zurück, den man auch in Österreich bei Behandlung durch einen Wahlarzt, eine Wahlärztin, zurückbekommen würde. Der Betrag, den man von der Krankenkasse erhält und der 80 Prozent des österreichischen Tarifes entspricht, kann allerdings erheblich vom tatsächlich bezahlten abweichen. Bei Reisen außerhalb der EU/EWR-Länder oder zu kleinen Inseln, auf denen es keine geeigneten Vertragsärzte gibt, empfiehlt sich der Abschluss einer Reiseversicherung, bei der vor allem auf den Deckungsschutz in der Reisekrankenversicherung zu achten ist. Inhaber von Kreditkarten haben unter bestimmten Voraussetzungen diesen Schutz bereits inkludiert.

Vertragsärzte beim Empfang erfragen

Reisende können nicht wissen, welche Ärzte in den Urlaubsländern Vertragsärzte der dortigen Sozialversicherung sind und welche nicht. Deshalb sei es am besten, sich gleich an der Rezeption nach geeigneten Medizinern zu erkundigen. (red)

Montag, 28. Juni 2010

Unser tägliches Plastik

Hormonell wirksame Substanzen aus Kunststoffen gelangen über Lebensmittel in den Organismus - Experten warnen vor gesundheitlichen Folgen
Wir löffeln und trinken aus Plastikbechern, lassen uns Lebensmittel in Plastiksackerl packen, schweißen Käse und Wurst in Plastikfolie. Kunststoff ist ständiger Begleiter unserer Nahrungsmittel und steht ohne unser Wissen sogar auf dem Speiseplan. Denn Ausgangstoffe wie Bisphenol A, Zusatzstoffe wie die Weichmacher Phthalate, die in Verpackungen und Kosmetikprodukten enthalten sind, können in Lebensmittel "migrieren" und gelangen durch sie in den Organismus.

Von den zahlreichen Substanzen, die aus der Verpackung, über Spielzeuge oder andere Kunststoffprodukte in den Körper gelangen, sind nur wenige auf ihre Toxizität untersucht.

Seit Jahren umstritten ist der Einsatz von Bisphenol A (BPA) für Lebensmittelverpackungen. BPA ist Ausgangsstoff für den transparenten und temperaturbeständigen Kunststoff Polycarbonat, es steckt in Babyfläschchen und Schnullern ebenso wie in Recyclingpapier, im beschichteten Kassenbon wie in der DVD, in der Getränkedose oder im Zahnersatz.

Gesundheitschädigende Folgen

BPA zählt zu den hormonell wirksamen Substanzen. Internationale Wissenschafter weisen auf gesundheitsschädigende Folgen hin. So berichtete die US-Molekularbiologin Patricia Hunt kürzlich auf einem Symposium über In-vitro-Fertilisation in Bregenz über ihre Beobachtungen. BPA beeinflusse die Entwicklung menschlicher Eizellen, Chromosomendefekte könnten zur Fehlgeburten führen. Das US-Gesundheitsinstitut NIH veröffentlichte 2008 eine Studie, wonach Bisphenole schwere Auswirkungen auf die Entwicklung des Gehirns bei Föten und Neugeborenen haben können. Der Brite David Melzer wiederum stellte einen möglichen Zusammenhang zwischen BPA und Herz-Kreislauf-Erkrankungen fest.

Aufgerüttelt durch den Dokumentarfilm Plastic Planet, setzte sich auch die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, AGES, mit BPA auseinander: Es gebe keinen Hinweis auf krebsauslösende Wirkung, man könne Ergebnisse aus Tierversuchen nicht 1:1 auf den Menschen umlegen. Bei Einhaltung des von der EU festgelegten TDI-Grenzwerts (Tolerable Daily Intake) 0,05 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht, bestehe kein Risiko. Das Auftreten von Bisphenol A in Beruhigungssaugern sei jedoch nicht vorgesehen und sollte vermieden werden. Soll BPA verboten werden? Sigrid Rosenberger, Sprecherin des Gesundheitsministers, hält eine europäische Regelung für "wünschenswert".

Sonntag, 27. Juni 2010

Kaffee schützt vor Krebs im Rachenraum

Tee besitzt nicht diese Wirkung
Philadelphia - Kaffee schützt vor Krebs des Rachenraums. Wer täglich mindestens vier Tassen des Koffeingetränks konsumiert, hat im Vergleich zu Abstinenzlern ein um fast 40 Prozent geringeres Risiko, Tumoren in der Mundhöhle oder im Rachenraum zu entwickeln. Dies zeigt eine Auswertung von neun Studien. Tee hat demnach keine solche Schutzwirkung. Bei koffeinfreiem Kaffee war die Datenbasis für eine Aussage zu dürftig.

"Da Kaffee so viel verwendet wird, und diese Krebsformen so häufig vorkommen und mit einer schlechten Prognose verbunden sind, haben unsere Resultate weitreichende Folgen für die öffentliche Gesundheit", sagt Studienleiterin Mia Hashibe von der Universität von Utah in Salt Lake City, deren Studie im Fachblatt "Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention" erscheint.

Schon früher hatten andere Studien auf ein geringeres Krebsrisiko bei Kaffeetrinkern hingedeutet. Demnach schützt der Koffeintrunk etwa vor aggressivem Prostatakrebs oder auch vor Hirntumoren. (APA)

Samstag, 26. Juni 2010

Die Mehrheit hält sich für zu dick

Nur jeder vierte Österreicher ist zufrieden mit seinem Gewicht
Wien - Nur 28 Prozent der Österreicher sind mit ihrem Gewicht zufrieden. 53 Prozent finden sich etwas, 13 Prozent sogar viel zu dick. Das hat eine im Frühjahr von der Wiener Städtischen Versicherung und dem Internetportal NetDoktor.at durchgeführte Umfrage unter 600 Personen aller Altersgruppen ergeben, knapp drei Viertel davon weiblich.
78 Prozent der Befragten äußerten laut einer Aussendung vom Freitag demnach den Wunsch, einige Kilos loszuwerden. Das waren mehr Leute als angaben, mit ihrem Gewicht unzufrieden zu sein. 86 Prozent der Interviewten hatten bereits Abnehmversuche hinter sich, 16 Prozent von ihnen schon mehr als zehn. Rund jeder Fünfte versucht beinahe ständig abzunehmen. Nicht einmal jeder Vierte, der es schon probiert hat, war dauerhaft erfolgreich. Fast jeder zweite hat zwar ab-, dann aber wieder zugenommen. (APA)

Freitag, 25. Juni 2010

Akupunktur erhöht Leistungsfähigkeit

Nadelkur stärkt Skelettmuskulatur und senkt Entzündungsfaktoren im Blut
Heidelberg - Akupunktur kann die Belastbarkeit von Patienten mit chronischer Herzschwäche deutlich bessern. Wie eine Studie der Universitätsklinik Heidelberg zeigt, erhöht die Nadeltherapie zwar nicht die Schlagkraft des Herzens. Aber sie beeinflusst die Skelettmuskulatur und steigert so die Fitness der Betroffenen.

Die chronische Herzschwäche zählt in Europa zu den häufigsten Erkrankungen und Todesursachen. Die Patienten sind wenig leistungsfähig und entwickeln bei körperlicher Belastung schnell Probleme wie Erschöpfung und Luftnot. Hinter diesen Beschwerden steckt nicht nur eine nachlassende Pumpfunktion des Herzmuskels, sondern auch eine Störung des vegetativen Nervensystems.

Die Heidelberger Mediziner prüften, ob Patienten mit Herzschwäche von der aus China stammenden Therapie profitieren. Eine Gruppe der Teilnehmer erhielt in zehn Sitzungen klassische Akupunktur, die übrigen bekamen eine Placebo-Behandlung mit Nadeln, die die Haut nicht ganz durchdringen. Nach der Therapie bewältigten die Akupunktur-Patienten eine längere Wegstrecke als die Teilnehmer der Placebo-Gruppe. Sie erholten sich zudem schneller und fühlten sich weniger erschöpft, wie die Forscher in der Zeitschrift "Heart" berichten.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Sport trotz Asthma?

Die meisten Asthmatiker machen einen großen Bogen um sportliche Betätigung - Experten raten zu gesundem Training
Melkof - Sport als Asthmatiker? Besser nicht, denken viele Betroffene, denn wer unter Asthma leidet, vermeidet Situationen, die zu Luftnot führen könnten. Experten aber raten Asthmatikern sogar, regelmäßig Sport zu treiben. Dabei gilt es allerdings einiges beachten.
Insgesamt treiben nur 17 Prozent der Asthmatiker Sport. Alle anderen machen lieber einen großen Bogen um jede Extra-Aktivität. Verständlich, fällt ihnen das Atmen ohnehin schon schwer genug. "Tatsächlich ist es auch so, dass der Körper bei sportlicher Betätigung Wasser und Wärme produziert und damit die Atemwege zusätzlich belastet", weiß Arne Menzdorf von Deutschlands größtem Allergiker-Netzwerk. Wer aber Sport treibe, stärke seine Atemmuskulatur. "Sauerstoff kann besser aufgenommen und verwertet werden. Die Lungenreserven lassen sich bald effektiver nutzen und man wird leistungsfähiger", so Menzdorf weiter.

Mittwoch, 23. Juni 2010

Schokolade, Bier & Co als mögliche Risikofaktoren

Deutsche Vergleichs-Studie zeigt Zusammenhänge zwischen Ernährung und Auftreten von Multiple Sklerose
Berlin - Die verstärkte Produktion bestimmter Arten industriell verarbeiteter Lebensmittel - konkret von Margarine, Fleisch- und Wurstkonserven, Marmelade und Konfitüre, Schokolade und Schoko-Konfektionswaren, Bier sowie Zuckerkonfektionswaren - geht statistisch mit einem erhöhten Auftreten von Multipler Sklerose (MS) einher. Dieses Ergebnis einer Datenanalyse aus sieben EU-Ländern präsentierte der deutsche Epidemiologe Klaus Lauer heute auf dem 20. Meeting der Europäischen Neurologen-Gesellschaft (ENS 2010) in Berlin. „Diese Daten sind noch kein Beweis eines ursächlichen Zusammenhangs, aber ein klarer Hinweis darauf, dass ein solcher Zusammenhang bestehen könnte und daher eingehend untersucht werden sollte," soLauer. (der standard)

Dienstag, 22. Juni 2010

Vorzeitiger Samenerguss häufigste Sexualstörung

Weit verbreitet, aber wenig thematisiert - neuer Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer soll das kurze Vergnügen verlängern
Pörtschach - Rasches Service ist gut, Fast Food in aller Munde und Datenübertragungen müssen auch immer rascher werden - aber schneller ist nicht immer besser. Beim Sex entsteht ein Problem: Durch die Ejaculatio praecox, den frühzeitigen oder vorzeitigen Samenerguss kommt es innerhalb von ungefähr einer Minute des eigentlichen Geschlechtsverkehrs - und bevor es die Beteiligten wünschen - zur Ejakulation. "Dies stellt für den Mann, aber besonders für dessen Partnerin eine deutliche Verschlechterung des Liebeslebens dar", schilderte der Salzburger Urologe und Androloge Andreas Jungwirth auf der Sommerakademie der Apothekerkammer in Pörtschach.
Im Gegensatz zu den erektilen Dysfunktionen sei der vorzeitige Samenerguss keine Frage des zunehmenden Alters, erklärte Jungwirth: "Er manifestiert sich meist mit Beginn sexueller Aktivitäten und besteht bei Nichtbehandlung bis ins höhere Alter fort." Hintergrund dürfte ein gestörtes Zusammenspiel zwischen dem Ejakulationsreflexzentrum im Rückenmark und den inhibierenden Steuerungszentren im Gehirn sein, wobei offenbar ein Mangel an Serotonin in diesen Zentren ausschlaggebend ist.

Montag, 21. Juni 2010

Depressionen verstärken Schmerzen

Neurophysiologische Regelkreise von Depression und Schmerz könnten zusammenhängen
Berlin - Depression tut doppelt weh: Italienische Neurologen haben neue Belege dafür gefunden, dass eine Depression nicht nur die Verarbeitung von Schmerzimpulsen verändert, sondern auch das Schmerzempfinden intensiviert. In ihrer Studie verglichen die Neurologen die Schmerzschwelle und auch die Schmerztoleranz von 25 Menschen mit noch unbehandelter Depression mit den Werten einer gesunden Kontrollgruppe.
Als sie den Probanden leichte Stromimpulse an Händen und Füßen verabreichten, registrierten die Depressiven den Schmerz früher und empfanden ihn auch als unangenehmer als die Gesunden. Die Forscher vermuten, dass für die Verarbeitung von emotionalen Stimmungen im Gehirn teils die gleichen Regionen und Neurotransmitter zuständig sind wie für die Verarbeitung körperlicher Schmerzen. Das Team um Michele Tinazzi stellte seine Ergebnisse auf der 20. Jahrestagung der Europäischen Neurologischen Gesellschaft (ENS) in Berlin vor.

Sonntag, 20. Juni 2010

Wenn Medikamente schaden statt helfen

Antibiotika, Schmerz- und Rheumamittel verursachen besonders häufig Allergien
Melko - Wer von seinem Arzt ein Medikament verordnet bekommt, erhofft sich davon eine Linderung seiner Beschwerden. Nebenwirkungen lassen sich dabei aber nie ganz ausschließen. „Bei etwa zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung treten Nebenwirkungen auf verordnete Medikamente auf", informiert Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). Davon seien etwa zwei Drittel Vergiftungserscheinungen. „Ein Drittel der Nebenwirkungen sind allergische oder pseudoallergische Reaktionen und hängen nicht von der eingenommenen Dosis ab", so die Expertin.

Samstag, 19. Juni 2010

Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt

400.000 Österreicher leider unter bipolaren Störungen - Bis zur Diagnose vergehen mitunter Jahre - Unbehandelt sinkt die Lebenserwartung
Wien - Wie wichtig die möglichst frühzeitige Diagnose und richtige Therapie der auf Grund ihrer "vielen Gesichter" oft schwer erkennbaren Bipolaren Störung ist, darauf wiesen Vertreter der Österreichischen Gesellschaft für Neuropharmakologie und Biologische Psychiatrie (ÖGPB) im Rahmen einer Pressekonferenz am 18. Juni im MUMOK in Wien anlässlich des XVI. Updates in Psychiatrie 2010 eindringlich hin.
Berg- und Talfahrt der Gefühle

Bei der bipolaren Störung, früher manisch-depressive Erkrankung genannt, wechseln sich depressive Episoden mit manischen bzw. hypomanischen Phasen ab. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt - dies beschreibt das Gefühlschaos der Betroffenen sehr treffend. Die Betroffenen - und ihre Umgebung - leiden daran und sind zumeist nicht in der Lage, ihr Leben normal zu managen. Obwohl die Erkrankung zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen Mitteleuropas zählt - allein in Österreich leiden 400.000 Menschen daran - dauert es mitunter Jahre, bis die Patienten die richtige Diagnose gestellt bekommen.

Das Tragische daran: Unbehandelt verkürzen sich die krankheitsfreien Perioden zunehmend, auch die Lebenserwartung sinkt. Die Auswirkungen der Erkrankung, vor allem der manischen Phasen, auf Alltag, Beruf und Beziehungen können fatal sein: Existenzbedrohendes Verhalten, soziale Isolation bis hin zum Suizid sind die möglichen Folgen.

"Leider hat nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch so mancher Arzt ein Problem mit der richtigen Diagnose", so Siegfried Kasper von der Universitätsklinik für Psychiatrie der MedUni Wien am AKH,. Ein Grund mag das komplexe Krankheitsbild mit seinen vielen, verschiedenen Ausprägungen und Verlaufsformen sein. Ein Grund liegt im Wesen der Störung selbst: mangelnde Krankheitseinsicht. Kasper: "Leidensdruck spüren viele Betroffene nur in depressiven Phasen, manische Episoden werden zumeist nicht als krankhaft erlebt.

Daher zählt die rezidivierende unipolare Depression zu den häufigsten Fehldiagnosen der Bipolaren Erkrankung. Die manischen oder hypomanen Phasen werden meist einfach nicht als solche erkannt, berichtet oder erfragt." Doch auch die Überlagerung durch andere Störungen bzw. Komorbiditäten verschleiert oftmals die Erkrankung.

Freitag, 18. Juni 2010

In welche Richtung verändert sich der Tinnitus?

Vorhersage über Therapieerfolg bei Tinnitus schon während laufender Therapie möglich
eidelberg - Ergebnisse einer vom Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung entwickelten Methode zur Überprüfung der Wirksamkeit einer Tinnitustherapie belegen, dass Vorhersagen über den Therapieerfolg bereits während der Therapie getroffen werden können.
Am Viktor Dulger Forschungsinstitut des Deutschen Zentrums für Musiktherapieforschung in Heidelberg wurde eine neue Methode zur Überprüfung der Wirksamkeit des dort entwickelten und neurowissenschaftlich überprüften Therapiemanuals für Patienten mit chronischer Tinnituserkrankung entwickelt.

Seit mehreren Jahren wird mit der Heidelberger Musiktherapiemanual Tinnituspatienten effektiv geholfen. Die Patienten erlernen während der nur fünf Tage andauernden Kompakttherapie verschiedene aktive Möglichkeiten, ihren Tinnitus direkt zu beeinflussen. Rund 80 % der Patienten verspüren nach der Therapie eine deutliche Linderung ihrer Beschwerden, bis hin zum völligen Verstummen der „Ohrgeräusche". Dieser subjektive Eindruck der behandelten Patienten konnte auch durch bildgebende Kontrolluntersuchungen (fMRT) belegt werden.

Donnerstag, 17. Juni 2010

Mundgeruch, ein Tabuthema

Entzündungen des Zahnfleisches, Karies, Zungenbeläge sowie mangelnde Mundhygiene sind oft Auslöser
Regensburg - Küssen setzt Glückshormone frei. Es hilft den Stress zu reduzieren und Kalorien zu verbrennen. Der schlechte Atem des Partners allerdings kann schlagartig die Schmetterlinge im Bauch vertreiben. Frust statt Lust - Mundgeruch ist der Liebeskiller Nummer eins, teilt der Reportagedienst obx-medizindirekt mit.
Ursachen im HNO-Bereich

Das größte Problem: Mundgeruch ist ein Tabu-Thema", sagt HNO-Ärztin Sylvia Krug vom Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. "Aus Scham möchte keiner über das Thema reden und auch der Partner des Betroffenen schweigt sich peinlich darüber aus." Die Ursachen für schlechten Atem sind in der Regel harmlos und meist schnell in den Griff zu bekommen. Bis zu 90 Prozent der Ursachen für Mundgeruch liegen im Hals-Nasen-Ohrenbereich. Nasskaltes Wetter sorgt für Schnupfen, grippale Infekte, Bronchitis, Kratzen im Hals, Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder Mandeln. "Jede Mandel- oder Rachenentzündung verursacht schlechten Atem", erklärt Krug. Nach der Therapie und bei Beschwerdefreiheit müssen die Symptome allerdings wieder abklingen. Denn: "Bei hartnäckigem schlechtem Atem muss weiter nach den Ursachen gesucht werden." Wer fastet oder Diät hält, muss viel trinken. Mundtrockenheit, verbunden mit einem leeren Magen, kann schnell zu schlechtem Atem führen.

Mittwoch, 16. Juni 2010

Übergewichtige haben weniger Sex

Zudem hatten fettleibige Männer laut Studie öfter Erektionsprobleme, sehr dicke Frauen vernachlässigten eher die Verhütung
Paris - Fettleibige Menschen haben einer Untersuchung zufolge deutlich weniger Sex als Männer und Frauen mit Normalgewicht. Darüber hinaus vernachlässigen übergewichtige Frauen eher die Verhütung, während dicke Männer mehr Potenzprobleme haben, wie eine am Mittwoch in der Wissenschaftszeitschrift "British Medical Journal" veröffentlichte Studie ergab. Ärzte sollten daher verstärkt auf beide Tabuthemen achten: auf Übergewicht und den Zusammenhang mit Sex.(der standard)

Dienstag, 15. Juni 2010

Motivation beschleunigt Genesung

Dauer des Krankenstandes von persönlichen Faktoren mitbestimmt - Chronischer Stress schlägt sich oft auf den Rücken
Göteborg - Persönliche Faktoren spielen eine wesentliche Rolle für die Frage, wie lange ein Krankenstand dauert. Zu diesem Schluss kommen Forscher von der Universität Göteborg. Sie verfolgten dazu die Situation von knapp 400 Patienten mit Nacken- und Rückenschmerzen über zehn Jahre lang, erhoben Details zu ihrem Zustand und befragten nach Einstellungen zu Beruf und Leben. "Für manche Patienten wäre Beratung wichtiger als Physiotherapie", betont Studienleiterin Marie Lydell.

Motivation beschleunigt Rückkehr

Chronische Nacken- und Rückenprobleme gehören zu den häufigsten Ursachen für längeres krankheitsbedingtes Fernbleiben vom Arbeitsplatz. Nur jeder fünfte Fall davon ist durch orthopädische Befunde zu erklären, der Großteil dürfte psychosoziale Ursachen haben. Experten erklären dies dadurch, dass Stress den Muskeltonus erhöht und die Muskulatur schmerzhaft verspannen lässt, was auf den Rücken geht. Andererseits führe hohe Arbeitsbelastung zu einer niedrigeren Wahrnehmungsschwelle für Beschwerden.

Die schwedischen Forscher ließen die Patienten aus dieser Gruppe die Schmerzensstärke, Funktionstüchtigkeit und Lebensqualität auf einer Skala selbst angeben, untersuchten die Körperfitness und erhoben das Denken über die persönliche Zukunft des Berufslebens. Als man diese Aussagen mit der Dauer des Krankenstandes verzeichnete, zeigte sich, dass Patienten mit mehr Antrieb und Motivation zur Arbeit viel schneller aus dem Krankenstand zurückkehrten als jene, die gegenüber ihrem Job Unsicherheit und Zweifel äußerten.

Montag, 14. Juni 2010

Eine anders gestrickte Wahrnehmung der Welt

Autistische Kinder gelten in der Regelschule als Störfaktoren - Durch gezielte Förderung könnte die Entwicklungsstörung aber gemildert werden
Mit dem weltweiten "Autistic Pride Day" am 18. Juni fordern Autismus-Aktivisten gesellschaftliche Akzeptanz für Menschen mit autistischer Wahrnehmung. Sie sollen "als einzigartige Individuen" gesehen und nicht pathologisiert werden. Das ist das Ziel. Denn: In einer Regelschule gelten autistische Kinder eher als untragbar denn als einzigartig. Sie werden meist aus Hilflosigkeit und Unwissenheit in Sonderschulen untergebracht. "Es gibt Klassen, in denen ausschließlich autistische Kinder sind", kritisiert Ruth Renée Kurz, Generalsekretärin der Österreichischen Autistenhilfe. "Mehr als kontraproduktiv" sei das, "denn diese Kinde haben ein enormes Entwicklungspotenzial." Je früher man sie in die Gesellschaft einbindet und ihnen damit ermöglicht, das Verhalten anderer wahrzunehmen, umso größer sei die Chance zur positiven Entwicklung.

Sonntag, 13. Juni 2010

Lebensgefährlicher Bienenstich

Insektengift-Allergien werden auch von oft Ärzten unterschätzt - "Allergie-Impfung" bringt wirksamen Schutz
Linz - Eine Insektengift-Allergie ist gefährlich. Doch trotz der akuten Lebensgefahr wird die allergische Erkrankung unterschätzt und damit oft unzureichend behandelt. Eine aktuelle Erhebung zeigt: Neben der Sorglosigkeit und dem mangelhaften Wissen vieler Patienten, ist auch das geringe Bewusstsein vieler Ärzte Grund für den zögerlichen Einsatz einer spezifischen Immuntherapie (SIT). Die Initiative Insektengift-Allergie wendet sich daher in diesem Jahr verstärkt an Ärzte.

Freitag, 11. Juni 2010

Von Herzinfarkt bis Schlaganfall

43 Prozent der Todesfälle durch Herz-Kreislauferkrankungen - Mortalität weiter rückläufig - 25 Prozent der Todesfälle krebsbedingt
Wien - Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind und bleiben die häufigste Todesursache in Österreich, so die aktuellen Zahlen der Statistik Austria. Im Jahr 2009 gab es insgesamt 77.381 Sterbefälle, davon waren 43 Prozent auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen und weitere 25 Prozent auf Krebserkrankungen.

Von je 100 Todesfällen entfielen 53 auf Frauen, 47 auf Männer. Die absolute Zahl der Sterbefälle sank in den vergangenen zehn Jahren um 1,2 Prozent, bei Berücksichtigung der steigenden Zahl älterer Menschen beträgt der Rückgang sogar 16 Prozent (altersstandardisierte Sterberaten).

Amputation müsste häufig nicht sein

Ärzte und Patienten verschenken Präventionspotenziale - Kleinste Verletzungen in der Haut von Diabetikern werden oft zu wenig beachtet
Madrid - Diabetes mellitus betrifft in den Industrieländern bereits fast jeden zehnten Menschen. Rund zehn Prozent der Betroffenen entwickeln den „diabetischen Fuß". Was früher beinahe zwangsläufig mit einer Amputation der Zehen, des Fußes oder gar des kompletten Unterschenkels einher ging, könnte heute vielfach vermieden werden.

„Leider hat sich auch unter Ärzten noch nicht ausreichend herumgesprochen, dass wir heute gute Chancen haben, diesen Schritt zu verhindern oder ihn zumindest auf kleinere Bereiche des Fußes zu beschränken und um viele Jahre hinauszuzögern," kritisierte Marino Delmi, (Clinique des Grangettes, Genf), Mitglied des wissenschaftlichen Rates für Fuß- und Knöchelbehandlung der European Federation of National Associations of Orthopaedics and Traumatology (EFORT) auf dem Jahreskongress der EFORT in Madrid. „Nur etwa 16 Prozent aller Risikopatienten folgen der Empfehlung, ihre Füße täglich zu kontrollieren, und lediglich 20 Prozent bis 30 Prozent aller Ärzte untersuchen die Füße von Diabetikern nach den Regeln ärztlicher Kunst bei jeder Konsultation".

Donnerstag, 10. Juni 2010

Tabuthema Genitalwarzen

Rund jeder Zehnte leidet unter Feigwarzen - Sexualtherapeutin: "Tabu aufgrund von Ekel und Scham muss gebrochen werden"
Wien - Warzen im Genitalbereich betreffen jeden Zehnten irgendwann einmal im Leben. Den Stand der Therapie zu diesem leidigen Thema erörterten Experten in einer Pressekonferenz in Wien. Nach wie vor ist die Behandlung schwierig, zumal sie sich auf Symptome konzentriert und die Rückfallquote mit zehn bis 90 Prozent weiter sehr hoch ist. "Allerdings gibt es derzeit ein Umdenken weg von der operativen und hin zur örtlichen, äußeren Behandlung", berichtet Sepp Leodolter, Leiter der Gynäkologie und

Mittwoch, 9. Juni 2010

Sommerstart belastet den Organismus

Über 15 Grad Temperaturunterschied innerhalb weniger Tage: So unterstützt man den Körper, um mit der Umstellung klar zu kommen
Wien - Der Raketenstart des Sommers - von 15 auf über dreißig Grad Celsius - macht dem Körper zu schaffen. Bis der Organismus mit diesem radikalen Temperaturanstieg klar kommt, vergehen zwei bis drei Tage. Der ARBÖ-Verkehrsmediziner Josef Nagler warnt in einer Aussendung: "Vor allem das schwüle Wetter lässt die Konzentration rapide sinken und die Nervosität steigen. Im Straßenverkehr eine fatale 'Mischung."
Wer sich im Moment schlapp und müde fühlt, darf es getrost auf das Wetter schieben. Viel Trinken hilft dem Körper sich auf "Sommer" einzustellen. "Alkohol ist dabei klarerweise zu vermeiden," so der Verkehrsmediziner. "Am besten zwei bis drei Liter Mineralwasser, Limonaden, Fruchtsäfte oder Tee trinken." Achtung bei isotonischen Getränken: Ein Drink pro Stunde ist genug. Ansonsten wird der Körper zu sehr aufgeputscht. Nicht vergessen: Kinder brauchen mehr Flüssigkeit als Erwachsene, damit sie keinen gesundheitlichen Schaden davontragen.

Dienstag, 8. Juni 2010

Wenn harmlose Hefepilze bösartig werden

Genetische "Ampel" für gefährliche Pilze - Neue Strategie beim Therapieansatz
Candida albicans ist ein im Grunde harmloser Hefepilz, der bei rund drei Viertel aller gesunden Menschen nachgewiesen werden kann. Unter bestimmten Bedingungen verändert er sich jedoch und kann schwerwiegende, oft auch tödlich verlaufende Erkrankungen verursachen. Auf neue Erkenntnisse auf dem Gebiet machten Forscher der MedUni Wien in einer Aussendung aufmerksam. Die Arbeitsgruppe von Karl Kuchler an der MedUni Wien konnte nun in einer Arbeit zeigen, wie der Pilz seine Virulenz steuert, und damit eine völlig neue Strategie beim Therapieansatz finden
Pathogene Pilze können bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem außerordentlich bösartige und häufig sogar tödliche Infektionen der Haut, Schleimhäute und den inneren Organen verursachen. Weltweit werden alljährlich mehr als sechs Milliarden Euro für antifugale Medikamente ausgegeben, und die Gesamtkosten für die medizinische Behandlung von Erkrankungen durch pathogene Pilze übersteigen dreistellige Milliardenbeträge. Die Pilze selber sind dabei - wie auch Candida albicans - häufig sehr weit verbreitet und an sich harmlos.

Montag, 7. Juni 2010

Jugendlichen Rauchern soll Lust vergehen

Gesundheitsminister will Zahl der nikotinsüchtigen Heranwachsenden senken und Gelegenheiten zum Qualmen einschränken
Wien - "Jeder vierte 15-Jährige in Österreich raucht. Das ist alles andere als wünschenswert", sagte Gesundheitsminister Alois Stöger im Rahmen einer Pressekonferenzin Wien. Das erklärte Ziel des Gesundheitsministers sei es, die Zahl der rauchenden Jugendlichen zu reduzieren und die "Gelegenheiten des Rauchens einzuschränken". Laut einer ESPAD-Studie sind Österreichs Jugendliche sogar europäische Spitze beim Rauchen, mit 15 Jahren rauchen rund 45 Prozent zumindest gelegentlich, 32 Prozent sogar täglich. Rund zwei Drittel der jungen Raucherinnen und Raucher denken daran aufzuhören, jährlich schaffen es aber nur fünf Prozent ohne entsprechende professionelle Hilfe, darauf wies vor kurzem auch das Wiener Institut für Sozial- und Gesundheitspsychologie in einer Aussendung hin.

Sonntag, 6. Juni 2010

Der Mensch ist nicht zum Sitzen gemacht

Stundenlanges Sitzen hat fatale Auswirkungen auf den Bewegungsapparat - Richtiges Sitzen muss erlernt werden
Regensburg (obx-medizindirekt) - „Die dümmste Erfindung in unserem westlichen Kulturkreis ist der Stuhl", das sagt Günter Vogel, Anthropologe und Fachmann für das Sitzverhalten. Trotzdem stehen jedem Westeuropäer, statistisch gesehen, nicht weniger als 50 Sitzgelegenheiten zur Verfügung - einschließlich der Parkbänke, Büro-, Kirchen- Theater- und Gefängnisstühle. Und sie werden fleißig genutzt. 14 Stunden des Tages verbringt der Mensch durchschnittlich im Sitzen. Das Sitzen ist nach Ansicht von Ärzten mittlerweile zu einer Kollektivstrafe der zivilisierten Menschheit geworden.

Samstag, 5. Juni 2010

Gehirnleistung von Wachkoma-Patienten unterschätzt

Patienten reagieren eher auf komplexe Reize - Salzburger Psychologen arbeiten an der Entwicklung von exakteren Diagnoseverfahren
Salzburg - Rund ein Drittel aller Wachkoma-Patienten bekommt von der Umwelt wesentlich mehr mit, als herkömmliche klinische Tests vermuten lassen würden. Dies kann fatale Auswirkungen auf die Therapie und den Umgang mit diesen Menschen, die oft jahrzehntelang im Koma liegen, haben. Ein Team von Psychologen der Universität Salzburg unter der Leitung von Manuel Schabus arbeitet deshalb an verlässlicheren und aussagekräftigeren Diagnoseverfahren

Freitag, 4. Juni 2010

Stimulierende Wirkung beruht auf Einbildung

Körper entwickelt Toleranz für stimulierenden Effekt
London - Den Tag mit einer Tasse Kaffee starten - manche Menschen sind morgens erst nach dem Genuss des Getränks ansprechbar. Nun behaupten britische Forscher, die stimulierende Wirkung von Koffein beruhe bei Gewohnheitskonsumenten eher auf Einbildung. Demnach entwickelt der Körper eine Toleranz für den Effekt, und der vermeintliche Muntermacher steigert die Aufmerksamkeit nur auf das normale Niveau.
Die Psychologen der Universität Bristol testeten die Wirkung an fast 380 Teilnehmern, von denen etwa jeweils die Hälfte Kaffee entweder eher mied oder gerne trank. Die Probanden sollten 16 Stunden lang kein Koffein zu sich nehmen. Anschließend bekamen sie entweder ein Koffein- oder aber ein Scheinpräparat. Dann sollten sie ihr Maß an Wachsamkeit und Unruhe einstufen.

Die Kaffeeliebhaber waren nach dem Konsum von Koffein ähnlich wachsam wie die Abstinenzler nach der Gabe des Placebos. Daraus schließen die Forscher um Peter Rogers in der Zeitschrift "Neuropsychopharmacology", dass das Stimulans bei gewohnheitsmäßigen Kaffeetrinkern die Konzentration nur auf Normalmaß bringt. (APA)

Donnerstag, 3. Juni 2010

Nächtliche Esser verlieren eher Zähne

Risiko des Zahnverlustes steigt drastisch an - Veränderungen im Speichelfluss sollen verantwortlich sein
Kopenhagen - Mitten in der Nacht Essen zu sich zu nehmen, kann die Zähne ernsthaft schädigen. Zu diesem Ergebnis sind Forscher der Kobenhavns Universitet gekommen. Diese Angewohnheit kann das Risiko eines Zahnverlustes erhöhen. Dabei spielt es keine Rolle, was gegessen wird.

Mittwoch, 2. Juni 2010

"Beipackzettel" für Psychotherapie

Die Nebenwirkungen der Psychotherapie hat ein Forscherteam der Donau-Universität Krems untersucht und, daraus resultierend, Anregungen für einen "Beipackzettel" für die psychotherapeutische Behandlung erstellt. Diese "Gebrauchsinformation" soll künftig in Arztpraxen, Institutionen und Beratungsstellen österreichweit aufliegen.