Freitag, 11. Juni 2010

Amputation müsste häufig nicht sein

Ärzte und Patienten verschenken Präventionspotenziale - Kleinste Verletzungen in der Haut von Diabetikern werden oft zu wenig beachtet
Madrid - Diabetes mellitus betrifft in den Industrieländern bereits fast jeden zehnten Menschen. Rund zehn Prozent der Betroffenen entwickeln den „diabetischen Fuß". Was früher beinahe zwangsläufig mit einer Amputation der Zehen, des Fußes oder gar des kompletten Unterschenkels einher ging, könnte heute vielfach vermieden werden.

„Leider hat sich auch unter Ärzten noch nicht ausreichend herumgesprochen, dass wir heute gute Chancen haben, diesen Schritt zu verhindern oder ihn zumindest auf kleinere Bereiche des Fußes zu beschränken und um viele Jahre hinauszuzögern," kritisierte Marino Delmi, (Clinique des Grangettes, Genf), Mitglied des wissenschaftlichen Rates für Fuß- und Knöchelbehandlung der European Federation of National Associations of Orthopaedics and Traumatology (EFORT) auf dem Jahreskongress der EFORT in Madrid. „Nur etwa 16 Prozent aller Risikopatienten folgen der Empfehlung, ihre Füße täglich zu kontrollieren, und lediglich 20 Prozent bis 30 Prozent aller Ärzte untersuchen die Füße von Diabetikern nach den Regeln ärztlicher Kunst bei jeder Konsultation".

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