Dienstag, 15. Juni 2010

Motivation beschleunigt Genesung

Dauer des Krankenstandes von persönlichen Faktoren mitbestimmt - Chronischer Stress schlägt sich oft auf den Rücken
Göteborg - Persönliche Faktoren spielen eine wesentliche Rolle für die Frage, wie lange ein Krankenstand dauert. Zu diesem Schluss kommen Forscher von der Universität Göteborg. Sie verfolgten dazu die Situation von knapp 400 Patienten mit Nacken- und Rückenschmerzen über zehn Jahre lang, erhoben Details zu ihrem Zustand und befragten nach Einstellungen zu Beruf und Leben. "Für manche Patienten wäre Beratung wichtiger als Physiotherapie", betont Studienleiterin Marie Lydell.

Motivation beschleunigt Rückkehr

Chronische Nacken- und Rückenprobleme gehören zu den häufigsten Ursachen für längeres krankheitsbedingtes Fernbleiben vom Arbeitsplatz. Nur jeder fünfte Fall davon ist durch orthopädische Befunde zu erklären, der Großteil dürfte psychosoziale Ursachen haben. Experten erklären dies dadurch, dass Stress den Muskeltonus erhöht und die Muskulatur schmerzhaft verspannen lässt, was auf den Rücken geht. Andererseits führe hohe Arbeitsbelastung zu einer niedrigeren Wahrnehmungsschwelle für Beschwerden.

Die schwedischen Forscher ließen die Patienten aus dieser Gruppe die Schmerzensstärke, Funktionstüchtigkeit und Lebensqualität auf einer Skala selbst angeben, untersuchten die Körperfitness und erhoben das Denken über die persönliche Zukunft des Berufslebens. Als man diese Aussagen mit der Dauer des Krankenstandes verzeichnete, zeigte sich, dass Patienten mit mehr Antrieb und Motivation zur Arbeit viel schneller aus dem Krankenstand zurückkehrten als jene, die gegenüber ihrem Job Unsicherheit und Zweifel äußerten.

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