Samstag, 31. Juli 2010

Sucht-Medikamente helfen beim Abnehmen

Naltrexon und Bupropion führen in Kombination mit Ernährungsumstellung und Sport zu größerem Gewichtsverlust
Baton Rouge - Ein Kombinationspräparat aus den Wirkstoffen Naltrexon und Bupropion, die sonst bei der Behandlung von Suchtkranken eingesetzt werden, soll jetzt auch Übergewichtigen beim Abnehmen helfen. Wissenschaftler des Pennington Biomedical Research Center haben nachgewiesen, dass diese Medikamente zu einem größeren Gewichtsverlust führen als Diät und Bewegung allein.
Das Forscherteam um Frank Greenway geht davon aus, dass durch die Einnahme der Medikamente das Verlangen nach Essen verringert werden kann. Naltrexon wird normalerweise zur Behandlung von Alkoholikern und Heroinsüchtigen eingesetzt, Bupropion bei der Raucherentwöhnung.(Quelle: der standard)

Freitag, 30. Juli 2010

Schwere Komplikationen sind selten

Probleme vor allem nach Magenbypass-Operationen - Erfahrung der Chirurgen entscheidend
Chicago - Immer mehr Menschen mit krankhaftem Übergewicht lassen sich den Magen verkleinern. Bei diesen bariatrischen Operationen kommt es einer Studie zufolge nur selten zu gravierenden Komplikationen. Probleme treten demnach allerdings vor allem in jenen Kliniken auf, deren Mitarbeiter wenig Erfahrung mit solchen Eingriffen haben.
Magenverkleinerungen sind in den USA inzwischen die zweithäufigste Bauchoperation. Die Sicherheit der Eingriffe untersuchten Forscher der Universität von Michigan anhand der Daten von über 15.000 Patienten, die sich in 25 Kliniken einem der drei gängigsten Verfahren unterzogen Magenband, Schlauchmagen oder Magenbypass.

Mit dem Magenband schnüren Chirurgen den Eingang zum Magen mechanisch ab. Beim Schlauchmagen entfernen Ärzte der Länge nach eine Hälfte des Organs. Beim Magenbypass wird der Weg der Nahrung von der Speiseröhre direkt zum Dünndarm umgeleitet.

Wenig Probleme bei Magenband

Insgesamt erlitten 7,3 Prozent der Patienten Probleme, meist jedoch kleinere Komplikationen wie etwa Störungen bei der Wundheilung. Das Risiko für schwere Nebenwirkungen hing vor allem vom verwendeten Verfahren ab. Derartige Schwierigkeiten entwickelten 3,6 Prozent der Bypass-Patienten, 2,2 Prozent nach einer Schlauchmagen-Operation und knapp ein Prozent nach Einsetzen eines Magenbands.

Allerdings hing die Gefährdung wesentlich von der Erfahrung der Krankenhäuser und Chirurgen ab, wie die Mediziner im "Journal of the American Medical Association" schreiben. In Kliniken, die derartige Operationen häufig anwendeten, war das Risiko für schwere Komplikationen nur halb so hoch wie in jenen Einrichtungen, die solche Eingriffe eher selten vornahmen.
(Quelle: der Standard)

Donnerstag, 29. Juli 2010

Wenn der Wurm drin ist

Madenwurminfektionen sind weit verbreitet - Gesundheitlich ist die Parasitose weitgehend unbedenklich - Der Aufwand sie loszuwerden ist relativ groß
Ein Anblick auf den man gut und gern verzichten kann: Kleine weiße Würmer die sich in der Toilette rege auf dem großen Geschäft tummeln. Abstoßend und lästig, aber trotzdem kein Grund panisch zu sein: Nicht nur, dass über eine Milliarde Menschen weltweit diese Parasiten mit sich herumträgt, die Infektion mit den Oxyuren richtet in aller Regel keine gesundheitlichen Schäden an.

Der Madenwurm, auch Aftermade, Oxyuris vermicularis oder Pfriemenschwanz genannt ist der häufigste Eingeweideparasit des Menschen und gehört zur Wurmklasse der Nematoden. Er lebt im Dünndarm und ernährt sich dort vom vorüberziehenden Nahrungsbrei. Das begattete Weibchen kriecht nachts aus dem After und legt bis zu 15000 Eier im Analbereich ab. Danach stirbt das Weibchen, das Männchen tut das bereits nach der Paarung. (Quelle: der Standard)

Mittwoch, 28. Juli 2010

Offene Ware schneidet besser ab

Wien - Obst und Gemüse sollten der Gesundheit zuliebe mehrmals täglich auf dem Teller landen. Gerade in den heißen Sommermonaten ist frisches Obst eine ideale Energie- und Flüssigkeitsquelle für zwischendurch. Beim Einkauf ist jedoch Vorsicht geboten. Untersuchungsergebnisse der Lebensmitteluntersuchungsanstalt der Stadt Wien zeigen, dass der Anteil von verdorbenem Obst und Gemüse vor allem bei verpackter Ware häufig ist. Konsumentschutzstadträtin Sandra Frauenberger rät Konsumenten daher, offener Ware den Vorzug zu geben. (der standard)

Dienstag, 27. Juli 2010

Pränatale Depression - Nachteile für das Kind?

Psychiatrische Universitätsklinik Heidelberg startet neue Studie zu Ängsten und Depressionen vor der Geburt
Heidelberg - Haben Depressionen und Angsterkrankungen der werdenden Mutter Auswirkungen auf das Kind? Wie entwickeln sich Kinder betroffener Frauen vor und nach der Geburt? Diese Fragen soll eine neue Studie des Universitätsklinikums Heidelberg nun klären.
Die Geburt eines Kindes ist für alle Eltern ein einschneidendes Lebensereignis. Schon die Schwangerschaft bringt häufig die komplette Umstellung des bisherigen Lebens mit sich und wird von einer Bandbreite an Gefühlen begleitet. Nicht selten treten dabei auch Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Ängste und Sorgen auf, welche die Vorfreude auf das Kind trüben. Nehmen diese Gefühle überhand, sind Denken und Handeln eingeschränkt: Betroffene Frauen können ihren Alltag mit dem ungeborenen oder neugeborenen Kind nur noch schwer bewältigen.
(Quelle: der standard)

Sonntag, 25. Juli 2010

Voll im Öl, ganz still und total entspannt

Tempo reduzieren, Beschwerden lindern oder sich etwas Gutes tun ist Ziel einer Kur - Ein Ayurveda-Programm im südindischen Kerala bietet eine sanfte Variante
Kovalam - Der gekachelte Behandlungsraum liegt im Halbdunkel. Ein Holztisch mit Matratzenauflage steht an einer Seite, an der anderen ein kniehohes Tischchen mit einer kleinen Blumenvase, einer Öllampe und Räucherstäbchen. Der Docht der Öllampe wird entzündet, die Räucherstäbchen glosen.
Man möge sich auf den in der Mitte des Raums befindlichen Schemel setzen. Ausziehen? Ja. Ganz? Ja. Die Therapeutin berührt die Füße der Patientin, anschließend die eigene Stirn, legt ihren Daumen auf die Patientenstirn zwischen die Augenbrauen. Der Zeigefinger sucht eine Stelle am Scheitel. Sie beginnt zu singen. Ein kleines, kurzes, leises Lied, in der Stimmung der Fürbitten der Sonntagsmesse.

In der Ouverture zur vierzehntägigen Ayurveda-Kur wird sofort eingelöst, was die Broschüre verspricht: Entspannung, Ruhe, nur das Nötigste reden und denken. Auch außerhalb des Therapieraums heißt es: Keine Ablenkungen, kein Fernsehen, kein Internet, kein Handy, total offline sein. Vor allem von den eigenen Gedanken an das Leben zu Hause. Dieses wird noch im ärztlichen Erstgespräch erörtert.

"Welcome to India!" Dr. Raman, Chefarzt des Somatheeram-Ayurveda-Ressorts im südindischen Kovalam fühlt den Puls, misst den Blutdruck, Zunge raus. "Ts, ts, eine europäische Zunge wie eine Landkarte. Schauen Sie meine an, so muss das aussehen." Wie alt, wie groß, wie schwer, wird gefragt. Zigaretten? Wie viele? Alkohol? Was und wie oft? Krankheiten, Operationen? Aktuelle Beschwerden? Bis dahin kommt die Prozedur dem europäischen Kurgast bekannt vor.

Aber dann. Lieblingsessen? Libido? Und überhaupt: Wie geht es Ihnen denn? Sind Sie glücklich? Schlafen Sie gut? Können Sie sich gut konzentrieren? Wie geht's der Familie? Haben Sie Sorgen? All das will ein Ayurvede wissen. Das ist sein Kerngeschäft. Das Sanskritwort Ayur bedeutet Leben, Veda ist das Wissen. Und noch eine Überraschung: Der Ayurvede schimpft den Europäer nicht, präsentiert ihm nicht die Rechnung für sein westliches Lotterleben, die zu vielen Zigaretten, die zu vielen Arbeitsstunden, das falsche Essen, weshalb man nun die Härten eines wie immer gearteten Entzugs leiden müsse. "Alles hat mit allem zu tun, niemals ist ein Faktor allein die Ursache für einen Zustand", tröstet Dr. Raman und verkündet die wichtigste Botschaft vor Kurbeginn: das Dosha.

Feuchter Händedruck gefällig?

Schwitzen ist gesund, heißt es - aber gibt es ein zuviel des Guten?
Hohe Außentemperaturen, körperlicher Betätigung, Stress oder Krankheit - wer kommt dabei nicht ins Schwitzen. So unangenehm es in manchen Situationen sein mag, sinnvoll ist es dennoch: "Schwitzen dient der Thermoregulation, das heißt der Aufrechterhaltung der Körpertemperatur bei 36 bis 37 Grad Celsius und schützt uns daher vor Überhitzung", erklärt Karin Niescher-Lüftl, Leiterin der Hyperhidroseambulanz an der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie in Innsbruck. Der Schweiß auf der Haut verdunstet, kühlt den Körper ab und schützt ihn auf diese Weise davor, zu heiß zu werden. Hinzu kommt, dass der Organismus beim Schwitzen nicht nur Wasser, sondern auch Giftstoffe ausscheidet. Schwitzen ist somit die körpereigene Klimaanlage und trägt zum Reinigungsvorgang des Körpers bei.

Samstag, 24. Juli 2010

Nasse Badebekleidung wechseln

Trockene Wäsche verringert das Risiko für Infektionen im Intimbereich
Frankfurt/Main - Mädchen und Frauen sollten nach dem Baden in Seen oder Schwimmbädern trockene Wäsche anziehen, um das Risiko für Scheideninfektionen zu verringern. "Nasse Badebekleidung kann ebenso wie synthetische Unterwäsche Infektionen im Intimbereich begünstigen", erklärt Christian Albring, Präsident des deutschen Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) in München. Vor allem Frauen, die zu chronischen Scheideninfektionen neigten, sollten diese Regel streng beachten, empfiehlt er.
Aufsteigende Keime

Scheideninfektionen sind dem BVF zufolge nicht nur unangenehm, sondern sie bergen auch das Risiko ernster Gesundheitsprobleme: Steigen Keime in die Gebärmutter, die Eierstöcke, die Eileiter oder die Blase auf, können sie auch dort problematische Entzündungen verursachen.

Von einer eigenmächtiger Behandlung der Infektion wird abgeraten, weil es zunächst geklärt werden muss, um welche Erreger es sich handelt. "Juckreiz und Ausfluss sind beispielsweise beides Symptome, die durch eine bakterielle Infektion oder eine Besiedelung mit Hefepilzen verursacht werden können. Gegen beide Infektionen führen jedoch nur unterschiedliche therapeutische Maßnahmen zum Behandlungserfolg", erklärt Albring.

Freitag, 23. Juli 2010

Starkes Wespenjahr erwartet

Linz - Dauerregen, Temperaturstürze und später Sommerbeginn machten Wespen nichts aus. Im Gegenteil: Die Trachtbedingungen sind heuer besonders günstig und so spricht alles für eine starke Wespensaison. Da für Insektengift-Allergiker bereits ein einziger Stich tödlich sein kann, raten Fachärzte zur spezifischen Immuntherapie, mit der die gefährlichste aller Allergien nachhaltig behandelt werden kann. Neue Studiendaten zeigen, dass die volle Wirkung dieser Behandlung bereits eine Woche nach Erreichen der Erhaltungsdosis eintritt und zu 95 bis 98 % einen vollständigen Schutz vor schweren allergischen Stichreaktionen bietet.
Start des Frühlings entscheidend

Überwinternde Wespen- und Hornissenköniginnen sind gut an die heimischen Witterungsbedingungen angepasst. Deshalb ist für die Populationsentwicklung der Wespen weniger die Länge des Winters ausschlaggebend, sondern vielmehr der Start des Frühjahrs und die guten Nahrungsbedingungen zu Beginn der warmen Tage. „Geringfügige zeitliche Verschiebungen der Trachtbedingungen, wie dem Vorhandensein von z.B. Beuteinsekten für Wespen, wirken sich nur leicht verzögernd aus. Die Wespen befinden sich heuer in der Lage mit vielen Generationen durch den Sommer zu gehen. Es spricht somit alles für eine „sehr gute" Wespensaison!", erklärt der Zoologe Karl Crailsheim von der Universität Graz.

Die Entwicklung der Honigbienen unterscheidet sich hingegen ein wenig vom Vorjahr. Eine während der letzten drei Jahre vom Institut für Zoologie der Universität Graz durchgeführte Umfrage unter Imkern signalisiert ein etwas schlechteres Überleben der Bienenvölker im heurigen Jahr. Sie registrierten Winterverluste von 13,8%, im Jahr zuvor waren es 9,3%. Crailsheim: „Grund dafür können Belastungen durch Krankheitserreger, unterschiedlich erfolgreiche Krankheits- und Parasitenbekämpfung sowie die Strenge und der Verlauf des Winters sein." Die Imker sind allerdings in der Lage ihre Bienenvölker während des Sommers wieder zu vermehren

Donnerstag, 22. Juli 2010

"Lang lebe die Erinnerung"

Caritas Socialis rückt spezialisierte Betreuung für an Alzheimer erkrankte Menschen ins Rampenlicht
Seit mehr als 20 Jahren betreut die CS an Alzheimer und Demenzen erkrankte Menschen. Aus den Erfahrungen der ersten spezialisierten Tageszentren für an Alzheimer und Demenzen erkrankten Menschen in den 80iger Jahren wurden Modelle für die spezialisierte stationäre Demenzbetreuung entwickelt. Wohngemeinschaften, Wohngruppen, Tageszentren und Österreichs erste Demenzwohngemeinschaften bezeugen das zweite Standbein der CS. Neben dem CS Hospiz Rennweg werden auch diese Spezialeinrichtungen von nationalen und internationalen Delegationen besucht und gelten als Benchmark in der spezialisierten Betreuung.

Für mehr Lebensqualität

Neben der seit vier Jahren integrativ durchgeführten Demenzstudie in den Einrichtungen der CS, wird zusätzlich ein Lichtprojekt, gefördert von der EU, durchgeführt. Im Zentrum der Forschung steht dabei, das Verhalten dementer Menschen unter Einfluss von simuliertem Tageslicht so zu beeinflussen, dass die, für Demenzkranke mögliche Tag- und Nachtumkehr verringert bzw. gar nicht zustande kommt.

Mit der aktuellen Alzheimer Kampagne thematisiert CS die Volkskrankheit Demenz im öffentlichen Raum und setzt auf professionelle Betreuung: Lang lebe die Erinnerung.

Mittwoch, 21. Juli 2010

Wenn das Lieblingsparfüm Ekzeme verursacht

Duftstoffe sind häufig Auslöser von Allergien - Auslöser meiden und Symptome behandeln
Melkof - Für viele Menschen ist der Geruchssinn der wertvollste aller Sinne. Ein Grund, weswegen Düfte auch im Alltag eine wichtige Rolle spielen. In fast allen Produkten des täglichen Lebens sind sie zu finden: in Parfüms, Reinigungsmitteln, Weichspülern oder Kosmetika. Neben natürlichen Essenzen und Ölen verwenden Hersteller auch synthetische Duftstoffe. Doch beide Varianten können gesundheitliche Beschwerden auslösen. „Die Unverträglichkeit auf Duftstoffe äußert sich als Kontaktallergie in Form eines allergischen Kontaktekzems", erklärt Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund.

Dienstag, 20. Juli 2010

Abkühlung von Innen und Außen

Mit ein paar Tricks wird die Hitze erträglicher - vor allem mit richtiger Ernährung
In Österreich herrschen hochsommerliche Temperaturen. Ein heißer Sommertag reiht sich an den nächsten und die Prognosen stellen kaum Abkühlung in Aussicht. Was des einen Freud, ist des anderen Leid: Schwitzen, Mattheit und Kreislaufschwäche sind oft unerwünschte Nebenwirkungen der heißen Tage. Mit ein paar Tricks kann die Hitze erträglicher gemacht werden - allen voran mit der richtigen Ernährung.
"Um die heißen Tage richtig genießen zu können, ist es wichtig, den gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Entscheidend ist die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit - mindestens zwei bis drei Liter täglich", so Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes in einer Aussendung. Erste Anzeichen einer Dehydration sind Mundtrockenheit, Konzentrationsmangel und Kopfschmerzen - dann ist es allerhöchste Zeit für die Flüssigkeitsaufnahme.

Durch das ständige Schwitzen bei hohen Temperaturen werden dem Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe, wie Kalium, Magnesium und Kalzium entzogen. Um diesen Verlust wieder auszugleichen, sollten vor allem Mineralwasser, gespritzte Frucht- oder Gemüsesäfte und kalte Tees getrunken werden. Wer eher zu wenig trinkt, kann sich mit wasserreichem Obst und Gemüse helfen. "Auf Alkohol sollte weitgehend verzichtet werden und auch stark koffeinhaltige Getränke sollte man nur in geringem Maß zu sich nehmen", so Schreiber.

Am besten sind übrigens leicht temperierte Getränke: Eiskalte Durstlöscher kühlen nur für kurze Zeit, da der Körper die Flüssigkeit, um sie verdauen zu können, auf Körpertemperatur erwärmen muss und dadurch zur Wärmeproduktion angeregt wird.

Montag, 19. Juli 2010

Marker ermöglichen frühe Diagnose von Herzinfarkt

Hinweise schon in ersten drei Stunden ermöglichen frühe Therapie
Heidelberg - Winzige Moleküle im Blut können Ärzten früher als bisher einen Herzinfarkt anzeigen. Die sogenannten microRNAs geben schon innerhalb der ersten drei Stunden Aufschluss auch über den Grad der Herzschädigung, wie eine Studie der Universitätsklinik Heidelberg zeigt.
Die Schäden lassen sich bei frühzeitiger Therapie minimieren, aber die Diagnose ist oft schwierig. Nur jeder zweite Patient hat die typischen ausstrahlenden Schmerzen in der Brust und eindeutige Veränderungen im Elektrokardiogramm (EKG). Bisher messen Bluttests die Werte des Proteins Troponin T, das bei Schädigung der Herzzellen freigesetzt wird. Aber das Eiweiß gibt erst drei bis sechs Stunden nach dem Infarkt Aufschluss.

Sonntag, 18. Juli 2010

Stechmückenplage: Viren derzeit noch kein Thema

Usutu oder West Nil Virus könnten aber wieder zuschlagen - Menschen können bedingt befallen werden
Wien - Obwohl weite Teile Österreichs derzeit von einer Gelsen-Invasion heimgesucht werden, sind über die Stechmücken übertragene Krankheitserreger - wie Usutu oder West Nil Virus - derzeit offenbar kein Thema. "Für die Viren, die vor allem Vögeln gefährlich werden können, ist es noch etwas zu früh, außerdem werden sie nicht typischerweise von den sogenannten Überschwemmungsgelsen übertragen", so Herbert Weissenböck, Professor und Virenspezialist an der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

Samstag, 17. Juli 2010

Steifere Achillessehne durch High Heels

Stöckelschuh-Trägerinnen haben oft eine verkürzte Waden­muskulatur - Die Achillessehne kompensiert dies
Wien/Manchester - Sportmediziner aus Österreich und Großbritannien haben quasi die "Achillesferse" von High Heels gefunden. Wie Robert Csapo vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien und Marco Narici von der Manchester Metropolitan University (Großbritannien) in der neuen Ausgabe des Fachmagazins "Journal of Experimental Biology" berichten, haben Frauen, die häufig Stöckelschuhe tragen, eine verkürzte Wadenmuskulatur. Kompensiert wird dies mit einer steiferen Achillessehne, was beim Barfuß-Gehen oder in flachen Schuhen zu Schmerzen führen kann.

Csapo, der derzeit seine Dissertation am Institut für Sportwissenschaft schreibt, hat die Untersuchungen im Rahmen eines Praktikums in Manchester durchgeführt. Per Inserat wurden Frauen im Alter von 20 bis 50 Jahren gesucht, die seit mindestens zwei Jahren Schuhe mit mindestens fünf Zentimeter hohen Absätzen tragen. Als Vergleichsgruppe dienten Frauen, die flache Schule bevorzugen.

Freitag, 16. Juli 2010

Anstieg für Tinnitus-Risiko mit Handynutzung

Zusammenhang von Mobiltelefonnutzung und Tinnitus in einer hochrangigen Fachzeitschrift der Umweltmedizin publiziert
In den letzten beiden Jahrzehnten kam es zu einer intensiven Verbreitung des Mobiltelefons. Etwaige langfristige Auswirkungen auf das Hörorgan wurden bisher nicht untersucht. Wissenschafter des Instituts für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien und der HNO-Abteilung des Wiener AKH veröffentlichten die laut eigenen Angaben weltweit erste qualitativ hochwertige Studie zur Frage des Zusammenhanges der Mobiltelefonnutzung und dem Auftreten von Tinnitus.

Das Auftreten von Tinnitus in der Bevölkerung ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Etwa zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung leiden zumindest gelegentlich unter Ohrgeräuschen und bei etwa zwei Prozent ist die Lebensqualität dadurch erheblich eingeschränkt. In einer Fall-Kontroll-Studie wurden 100 Patienten mit Tinnitus, für den keine bekannten Ursachen ermittelt werden konnte, und (als Kontrolle) 100 Patienten der HNO-Ambulanz des Wiener AKH ohne Tinnitus (Patienten mit Halsentzündung, etc.) eingeschlossen.

Donnerstag, 15. Juli 2010

Warum Essen eine sehr emotionale Sache ist

"Abnehmen ist leichter als zunehmen" - Böhnchen auf dem Teller: Diäten bringen nichts, sagen Experten
Wien - Beim unkontrollierten Essen fehlt eine Bremse im Gehirn. Experten gehen nun auch der Frage nach, ob das große Fressen tatsächlich programmiert ist. In Anbetracht der Tatsache, dass die Menschen in Industrieländern und auch zunehmend auch in anderen Staaten immer dicker werden, ist das eine berechtigte Frage. Abnehmen geht leichter als zunehmen, meint der Buchautor und Psychocoach Andreas Winter. Der Grund, warum Menschen immer dicker werden, liegt am angelernten Verhalten, mit dem Essen Gefühle zu verbinden. Diese werden dann über die Speisen erzeugt, meint der Psycho-Coach.
"Meines Erachtens ist das kein Wunder, dass so viele Menschen zunehmen, weil es beim Essen nicht um die Speisen, sondern um deren Bedeutung geht", meint Winter. "So ist der Grund Kartoffelchips zu essen, nicht die Aufnahme von Kartoffeln und Salz, sondern das Signal für einen verdienten Feierabend", erklärt Winter. Chips sind keine Vollmahlzeit, sondern Partysnacks. Mit den Chips wird aber das Gefühl verknüpft "ich habe frei".

Mittwoch, 14. Juli 2010

Fehlende Stopp-Taste bei Sättigung

Für manche Menschen ist Sättigungsgefühl ein gute Bremse beim Essen, für andere nicht - Eine neue Studie zeigt warum
Pittsburgh - Wer ohne Ende isst, dem fehlt eine Bremse im Gehirn. Übergewichts-Wissenschaftler fanden heraus: Einer der wichtigsten Faktoren der Fettsucht ist die fehlende Stopp-Taste bei Sättigung.

Derzeit tagen in Pittsburgh die Übergewichts-Wissenschaftler der "Society for the Study of Ingestive Behaviour". Psychiaterin Diana Small von der Yale University scannte bei stark übergewichtigen und normalgewichtigen Menschen die Mandelkern-Region des Gehirns, die für das unkontrollierte Weiteressen eine Rolle spielt. "Für manche Menschen ist Sättigungsgefühl ein gute Bremse beim Essen", sagt die Forscherin. "Bei anderen funktioniert dieser Schutz weniger, weshalb sie mehr ohne Hunger essen und auch entsprechend zunehmen."

Dienstag, 13. Juli 2010

Schlankheitsmittel wirken nicht besser als Placebo

Jährlich wird weltweit umgerechnet mehr als zehn Milliarden Euro dafür ausgegeben
Stockholm/Göttingen - "Manche Menschen denken, dass Nahrungsmittelergänzungen der schnellste Weg zum Abnehmen sind und geben deshalb viel Geld aus. Aber sie werden meist enttäuscht, frustriert und deprimiert, weil sich ihre Erwartungen überhaupt nicht erfüllen", so der Mediziner Thomas Ellrott. Eine von ihm geleitete Studie aus dem Institut für Ernährungspsychologie an der Universität Göttingen zeigt, dass die Mittel nur vom Schein leben: Bei einer Testreihe mit 189 Menschen hatten neun in Apotheken rezeptfrei käufliche Medizinprodukte sowie Nahrungsergänzungsmittel zur Gewichtsabnahme keinen besseren Effekt als Scheinmedikamente.

Montag, 12. Juli 2010

Auch Ohren brauchen Ruhepausen

Zu laut, zu lange und zu nah an der Schallquelle: Es gibt Hinweise, dass MP3-Player Schwerhörigkeit fördern
Vor allem Jugendliche laufen Gefahr, sich die Ohren zu verderben.
Alles ist eine Frage von Dezibel. Rund jeder sechste 15-Jährige reagiert nicht mehr auf Töne, die ein gesundes Ohr problemlos wahrnimmt: Das zeigte kürzlich eine Untersuchung der Tiroler Fachhochschule für Gesundheit und der Uniklinik Innsbruck bei 196 Schülern. Amerikanische Studien bei 17- bis 25-Jährigen bestätigen dies. Hören Jugendliche schlechter als früher? Liegt das etwa an MP3-Playern?

Über diese Frage streiten sich die Forscher. Manche sind sich sicher: Ja, sie führen zu Schwerhörigkeit. Andere widersprechen: Das sei überhaupt nicht bewiesen. Wer hat recht? "MP3-Player haben sich so schnell verbreitet, dass wir kaum hinterherkommen, die gesundheitlichen Konsequenzen zu erforschen", sagt Peter Rabinowitz, Gesundheitswissenschafter an der Yale-Universität in den USA. "Einige kleine Studien zeigen, dass Jugendliche und junge Erwachsene, die ihren MP3-Player häufig benutzen, schlechter hören." Es gebe jedoch bisher keinen Beweis dafür, dass das Gehör von Jugendlichen generell schlechter sei als vor zwanzig Jahren. "Vielleicht ist es noch zu früh, um die Schäden für das Gehör nachzuweisen."

In Europa verwenden Millionen von Menschen täglich einen MP3-Player. "Die Geräte sind genauso gefährlich oder ungefährlich wie CD-Player, Walkmen oder eine Hi-Fi-Anlage", sagt Patrick Zorowka, Direktor der Klinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen an der Med-Uni Innsbruck. "Das Problem ist, dass viele ihren Ohren keine Ruhepause gönnen." Zu viel Lärm schadet definitiv dem Gehör: "Das wissen wir spätestens seit Untersuchungen bei Fabrikarbeitern in den 50er-Jahren", sagt Roland Laszig, Direktor der Hals-Nasen-Ohren-(HNO)-Klinik an der Uni Freiburg. "Waren die Arbeiter zu lange zu hohen Schallpegeln ausgesetzt, wurden sie schwerhörig."

Der Schallpegel ist ein Maß dafür, wie stark die Sinneszellen im Innenohr (Haarzellen) belastet werden. 80 Dezibel entspricht der Lautstärke von Straßenverkehr, 90 Dezibel erzeugt eine Fräsmaschine und 110 eine Kettensäge. "Bei der Frage, wie sehr die Player dem Gehör schaden, spielen drei Faktoren eine Rolle", erklärt Laszig. "Erstens, wie laut man hört, zweitens, wie lange man hört, und drittens, wie weit die Schallquelle vom Innenohr entfernt ist." Dort nehmen die Haarzellen den Schall auf, verarbeiten ihn und leiten die Signale an das Gehirn weiter. "Ist man längere Zeit Lärm ausgesetzt, werden die Zellen nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt, und man wird vorübergehend schwerhörig." Normalerweise erholen sich die Zellen wieder, und am nächsten Morgen hört man wieder normal. "Beschallt man sein Ohr aber ständig und gönnt ihm keine Ruhepause, sterben die Haarzellen."

Sonntag, 11. Juli 2010

Two apples a day keep the doctor away

Die EU-Kommission empfiehlt: Täglich zwei Äpfel essen - Soll Cholesterinspiegeln senken
Brüssel - Die EU-Kommission rät zum Verzehr von zwei Äpfeln täglich. Damit könnten Bürger ihren Cholesterin-Spiegel um mindestens zehn Prozent senken, sagte der Sprecher von Forschungskommissarin Maire Geoghegan-Quinn in Brüssel.

Zuvor sollten die Äpfel aber 40 Sekunden lang in 50 bis 52 Grad heißem Wasser gewaschen werden, um Bakterien zu beseitigen. Das der Empfehlung zugrunde liegende Forschungsprojekt Isafruit zu den Vorteilen des Obst-Verzehrs lässt sich die Brüsseler Behörde insgesamt 13,8 Millionen Euro kosten. Das Projekt läuft seit Anfang 2006.

Samstag, 10. Juli 2010

"Hitze und Alkohol vertragen sich nicht gut"

Ärztekammer: Gefährliche Mischung kann Kreislaufkollaps auslösen
Wien - Temperaturen bis zu 35 Grad am Wochenende und WM-Finale - eine Kombination, die nicht selten bereits am Nachmittag in Schanigärten oder Public-Viewing-Bereichen gefeiert wird. Wer alkoholische Getränke konsumiert, sollte aber vorsichtig sein, rät der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner. "Hitze und alkoholische Getränke vertragen sich nicht. Der Kreislauf wird stark belastet, im schlimmsten Fall kann es zu einem Kreislaufkollaps kommen", warnt Dorner in einer Aussendung.

Grundsätzlich komme der menschliche Körper mit Hitze gut zurecht. Sein eingebautes Kühlsystem - das Schwitzen - schützte vor Überhitzung. Damit die körpereigene "Klimaanlage" jedoch gut funktioniere, brauche es Flüssigkeit. Alkohol eigne sich jedoch nicht zum Auffüllen der Reserven. "Durch alkoholische Getränke weiten sich die Gefäße, der Blutdruck sinkt und der Körper wird zusätzlich entwässert. Das belastet den Kreislauf bis hin zum Kollaps", warnt der ÖÄK-Präsident.

Mineralwasser statt Bier

Auch Bier sei trotz seines Rufes nicht der ideale Durstlöscher für heiße Tage. Bevorzugt sollten Mineralwasser oder verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte getrunken werden. Denn durch das Schwitzen verliere der Körper auch Mineralstoffe, die durch derartige Getränke wieder zugeführt werden. "Alkohol sollte, wenn überhaupt, erst am Abend getrunken werden", so Dorner.

Erste Anzeichen einer Dehydratation seien Mundtrockenheit sowie Konzentrationsmangel und Kopfschmerzen. Da helfe trinken und in den Schatten gehen, erklärt der Ärzte-Chef. Eltern sollten unbedingt ein Auge auf ihre Kinder haben. Sie hätten nämlich im Verhältnis zu ihrem Körpervolumen eine größere Körperoberfläche und verlören daher sehr viel mehr Flüssigkeit. Auch alte Menschen sollten darauf achten, viel zu trinken.

Freitag, 9. Juli 2010

Lauwarm duschen und andere Anti-Hitze-Tipps

Verlockend, aber kontraproduktiv: Der Sprung unter die eiskalte Dusche sollte bei Hitze vermieden werden, denn es folgt unweigerlich der Schweißausbruch
Wien - Lauwarm duschen ist bei Hitze angenehmer als ganz kalt, der Körper fühlt sich nach der Dusche wirklich erfrischt, rät ARBÖ-Verkehrsmediziner Josef Nagler. Auch für das Auto hat der Autofahrerclub naturgemäß Anti-Hitze-Tipps. Wenn das Auto zum "fahrenden Ofen" wird, sind die Fahrzeuginsassen großem Stress ausgesetzt. Der Verkehrsmediziner: "Müdigkeit wird beschleunigt, Aufmerksamkeit reduziert. Der Autofahrer reagiert wie unter Alkoholeinfluss. Die Bewegungsabläufe werden langsamer und kritische Situationen nicht so schnell erfasst. Auch die Kombinationsfähigkeit lässt nach, damit steigt die Gefahr für Fehlreaktionen."
Weniger Hitze hinter dem Steuer - Tipps des Verkehrsmediziners

•Viel Trinken.Am besten zwei bis drei Liter Mineralwasser, Limonaden, Fruchtsäfte oder Tee trinken. Achtung bei isotonischen Getränken: Ein Drink pro Stunde ist genug. Ansonsten wird der Körper zu sehr aufgeputscht. Nicht vergessen: Kinder brauchen mehr Flüssigkeit als Erwachsene, damit sie keinen gesundheitlichen Schaden davontragen.

•Magen nicht belasten. Auf fettreiche Mahlzeiten verzichten, da dies die Konzentrationsfähigkeit verringert und ermüdet. Besser ist leichte Kost wie leckere Salate, magerer Schinken, Käse, Obst, Vollkorngebäck, knackiges Gemüse.

•Direkte Sonneneinstrahlung mindern Wenn möglich einen schattigen Parkplatz suchen und dabei nicht darauf vergessen, dass die Sonne weiterwandert. Sollte dies nicht möglich sein, Sonnenblenden, die hinter die Windschutzscheibe gelegt werden, mindern die Sonneneinstrahlung auf das Armaturenbrett und ein brennend heißes Lenkrad, aufgeheizte Schalthebel und glühende Sicherheitsgurtschnallen werden vermindert.

•Sitzlehnen klappen. Sitzlehnen so klappen, dass sie nicht frontal von der Sonne beschienen werden.

•Durchlüften. Nicht ins glutheiße Auto einsteigen und wegfahren, zuerst alle Fahrzeugtüren öffnen und kurz durchziehen lassen.

•Besser lauwarm als kalt duschen. Glücklich diejenigen, die im Auto eine Klimaanlage installiert haben. Wenn diese noch gereinigt und gewartet ist, nicht mit "Eiszapfen"-Temperatur läuft (Gefahr einer Verkühlung) und die Kühlluft nicht direkt auf den Körper zielt, steht dem wahren coolen Fahrterlebnis nichts mehr im Wege. (red)

Donnerstag, 8. Juli 2010

Warum Küssen so gesund ist

Kalorien werden verbrannt - Muskeln werden gekräftigt - 20 Atemzüge statt rund 60 Züge pro Minute
Düsseldorf - Küssen ist gesund. Der Kreislauf wird angeregt, der Herzschlag erhöht sich auf bis zu 110 Schläge pro Minute und die Lunge wird gekräftigt. Denn statt der üblichen 20 Atemzüge tätigen Küssende rund 60 Züge pro Minute. Mit dem Speichelaustausch verbessern sich zudem die Abwehrkräfte, da die unbekannten Bakterien des Gegenübers zum Aufbau von Antikörpern anregen. Außerdem macht das Lippenbekenntnis schön und hält jung: Beim Küssen werden laut Kussfreunde-Verein rund 30 Gesichtsmuskeln beansprucht und trainiert, so dass weniger Falten entstehen. Hält man zusätzlich zwei Minuten küssen aus, tut das der Figur gut. Über diesen Zeitraum werden durchschnittlich 15 Kalorien verbrannt.
Stressreduktion

Auch die Zähne von Vielküssern profitieren: Durch die übermäßige Speichelproduktion härtet sich der Zahnschmelz. Zudem ist Küssen Balsam für die Seele, da es Stress, Frust und Ärger abbaut. Die Bauchspeicheldrüse produziert während der Liebkosung verstärkt Insulin und die Nebenniere Adrenalin. Dadurch verringert sich die Herstellung des Stresshormons Kortisol. Gleichzeitig steigt die Produktion von Glückshormonen wie Endorphinen. Alles gute Gründe, um mal wieder ausgiebig zu küssen und zu busserln. Wer den internationalen Tag des Kusses am 6. Juli ernst nahm, tat demnach seiner Gesundheit auf jeden Fall etwas Gutes und sollte dies auch an anderen Tagen tun. (sid)

Mittwoch, 7. Juli 2010

Barfuß gehen ist gesund

Orthopäden raten Menschen mit Fußfehlstellungen, Knie, Hüft- und Rückenproblemen zu ausgiebigem Barfuß laufen
Dresden - An heißen Tagen reißen sich Kinder die Schuhe von den Füßen. Die Eltern sehen es nicht immer gern, fürchten Verletzungen durch Scherben oder scharfe Steine. Doch eigentlich tun die Kleinen genau das Richtige: Barfuß laufen ist gesund und der Sommer eine gute Gelegenheit für diese einfache Therapie. Es lohnt sich, zumindest in der Wohnung, im Garten und auf sauberen Wiesen auf Schuhwerk zu verzichten. Perfekt für die Füße sind Spaziergänge an Sand- oder Kieselstrand, teilt die deutsche Innungskrankenkasse "IKK classic" in einer Aussendung mit
Nicht umsonst empfehlen Orthopäden Menschen mit Fußfehlstellungen, wie etwa Knick- und Senkfuß, ausgiebiges Barfuß laufen. "Die Unebenheiten des Untergrunds müssen durch Muskelarbeit ausgeglichen werden. Durch das Zusammenspiel der Muskeln wird etwa ein eingesacktes Fußgewölbe in seine naturgemäße Stellung bewegt", erklärt die IKK classic. Auch bei Knie, Hüft- und Rückenproblemen kann sich der Verzicht auf Schuhe positiv auswirken. Das Skelett ist ein zusammenhängendes System. Somit kann eine Fehlstellung der Füße die Haltung des Rückens sowie die gesamte Körperhaltung beeinträchtigen.

Dienstag, 6. Juli 2010

Rauchen ist ein Kosten-Nutzen-Spiel

Soziologe: Rauchverbote machen die Zigarette kostspieliger - Rauchverbote erschweren Jugendlichen den Einstieg in die Sucht
München - Ob Jugendliche mit dem Rauchen beginnen oder nicht hängt stark davon ab, wie groß die Hürde dafür ist. Zu diesem Schluss kommen Soziologen der Universität München in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt. "95 Prozent aller Raucher haben im Jugendalter zu rauchen begonnen. Will man Rauchgewohnheiten verändern, reicht es daher im Prinzip, auf diese Altersgruppe Einfluss zu nehmen", so Studienleiter Thomas Wimmer.
Zigarette für alle Jugendlichen attraktiv

Anliegen der Forscher war es, die bisherige Begründung durch Imitation zu durchbrechen, da diese im Kreis geht. Das sich stets wiederholende Muster dafür lautete: Peter raucht, weil sein bester Freund Dieter raucht. Doch Dieter raucht, weil seine Eltern rauchen, und Dieters Eltern rauchen, weil ihre besten Freunde damals alle geraucht haben. "Wir gingen hingegen davon aus, dass Rauchen grundsätzlich für jeden Jugendlichen attraktiv ist, während Ältere nur aus Gewohnheit rauchen", so Wimmer. 80 Prozent der Raucher könnten durch dieses Modell erklärt werden.

Ob ein Jugendlicher mit dem Laster beginnt, hängt laut der Erhebungen der Soziologen von dessen individuellen Kosten ab. Dazu gehört im Taschengeld-Alter etwa der Zigarettenpreis. "Jugendliche aus ärmeren Familien können sich das Rauchen weniger leisten. Später kommen andere Faktoren wie Beruf, Lebenseinstellung oder Gesundheitsbewusstsein hinzu. Diese sind mit dem Einkommen in der Weise verbunden, dass sich der Zusammenhang scheinbar umkehrt", so Wimmer.

Rauchverbot erhöht die Kosten

Doch es gibt auch Kosten, die nicht in Geldbeträgen auszudrücken sind. Die Haltung der Eltern gehört dazu. Denn raucht man gegen deren Willen, so sinkt man damit in ihrer sozialen Anerkennung. Als Kosten bewerten die Soziologen jedoch auch Rauchverbote in der Öffentlichkeit, da diese es erschweren würden, dem blauen Dunst zu frönen. Sobald das Rauchen zur Sucht wird, entscheidet vor allem die Einstellung des Partners, die Suchtausprägung, das Gesundheitsbewusstsein oder gesundheitliche Probleme wie das Raucherhusten, wie oft man seine Glimmstängel anzündet. "Die meisten Raucher wollen aufhören und tun das auch irgendwann im Leben. Eine Altersgruppe, wo sich die Aussteiger konzentrieren, gibt es aber nicht", so der Soziologe. (pte)

Montag, 5. Juli 2010

Im Swimmingpool

Erfrischung im kühlen Nass: Manchmal bergen Schwimmbecken und Badeseen aber auch weniger angenehme Überraschungen - Eine Übersicht über Keime und ihre Auswirkungen
Eindeutig. So gekrümmt ist nur eine Art von Haar. Das Schamhaar schwimmt direkt auf einen zu - in Augenhöhe quasi, und Ausweichen ist unmöglich. Auch sonst treiben eklige Sachen im Wasser: Pflaster, ein Taschentuch, Haarbüschel. Wie gefährlich ist das? "Im Großen und Ganzen ist es hier völlig ungefährlich, in Schwimmbäder zu gehen", sagt Herbert Auer, leitender Parasitologe an der Med-Uni Wien. "Die vorgeschriebene Desinfektion mit Chlor oder Ozon gewährleistet in der Regel, dass sich Keime nicht vermehren können. In Naturseen ist das Risiko etwas höher, insgesamt aber auch noch gering."
Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten können beim Schlucken von Badewasser in den Körper gelangen oder über Ohren, Nasenlöcher, Harnausgang oder die Scheide. Manche Erreger nimmt man über die Luft auf, andere dringen aktiv durch die Haut. "Es kommt immer wieder zu einzelnen Infektionen bei Badenden", sagt Franz Reinthaler, Umwelthygieniker an der Med-Uni Graz. "Wir haben aber keine genauen Statistiken, wie häufig und womit."

Die Weltgesundheitsorganisation stellte vor vier Jahren eine Leitlinie für "Sicheres Baden" zusammen. Bei der Lektüre kann einem die Lust schon vergehen: Detailliert wird beschrieben, welche Infekte sich Badende in den letzten 40 Jahren zuzogen. Die meisten Keime waren mit dem Kot anderer Badender ins Wasser gelangt, etwa bei Durchfall. Beruhigenderweise war es in den ganzen Jahren aber nur zu einzelnen Krankheitsausbrüchen mit jeweils nur bis rund 100 Erkrankten gekommen.

Die "Badewasser-Bösewichter" können ganz unterschiedliche Infekte verursachen. Manche lösen grippeähnliche Beschwerden aus wie die Adenoviren. Viele führen zu Durchfall, zum Beispiel Noroviren, Bakterien wie Shigellen und Escherichia coli oder Parasiten wie Giardia oder Kryptosporidien. "Durchfall durch Parasiten ist hierzulande selten", weiß Herbert Auer.

Sonntag, 4. Juli 2010

Borderline betrifft sechs Prozent der Jugend

Betroffene suchen nur selten Hilfe - Als Hauptursachen werden frühe Gewalterfahrungen vermutet
Berlin - Einer von 16 Jugendlichen leidet an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS). Zum ersten Mal widmet sich ab heute, Donnerstag, in Berlin ein Weltkongress dieser Krankheit und bespricht ihre Ursachen und Therapien. "Die BPS als Krankheit ist erst vor zehn Jahren in der Wissenschaft angekommen. Dass sich ein Weltkongress ausschließlich mit dem Thema beschäftigt, ist jedoch überfällig", betont Frank Schneider, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde.
Borderline ist eine schwere psychische Störung, die in der Jugendzeit beginnt. Sechs Prozent aller 15-Jährigen verletzten sich selbst, denken an Selbstmord oder beruhigen sich mit Drogen. Professionelle Hilfe suchen die wenigsten und bei vielen entsteht in Folge das Vollbild der Störung mit intensiven Gefühlsschwankungen, schweren Störungen des Selbstwerts und Hass gegen sich und den eigenen Körper. Das Eingehen von Beziehungen wie auch das Alleinesein fällt sehr schwer. Viele verletzen sich wiederholt selbst, versuchen den Selbstmord, nehmen Drogen oder entwickeln Essstörungen.

Samstag, 3. Juli 2010

Barfuß gehen ist gesund

Orthopäden raten Menschen mit Fußfehlstellungen, Knie, Hüft- und Rückenproblemen zu ausgiebigem Barfuß laufen
Dresden - An heißen Tagen reißen sich Kinder die Schuhe von den Füßen. Die Eltern sehen es nicht immer gern, fürchten Verletzungen durch Scherben oder scharfe Steine. Doch eigentlich tun die Kleinen genau das Richtige: Barfuß laufen ist gesund und der Sommer eine gute Gelegenheit für diese einfache Therapie. Es lohnt sich, zumindest in der Wohnung, im Garten und auf sauberen Wiesen auf Schuhwerk zu verzichten. Perfekt für die Füße sind Spaziergänge an Sand- oder Kieselstrand, teilt die deutsche Innungskrankenkasse "IKK classic" in einer Aussendung mit
Nicht umsonst empfehlen Orthopäden Menschen mit Fußfehlstellungen, wie etwa Knick- und Senkfuß, ausgiebiges Barfuß laufen. "Die Unebenheiten des Untergrunds müssen durch Muskelarbeit ausgeglichen werden. Durch das Zusammenspiel der Muskeln wird etwa ein eingesacktes Fußgewölbe in seine naturgemäße Stellung bewegt", erklärt die IKK classic. Auch bei Knie, Hüft- und Rückenproblemen kann sich der Verzicht auf Schuhe positiv auswirken. Das Skelett ist ein zusammenhängendes System. Somit kann eine Fehlstellung der Füße die Haltung des Rückens sowie die gesamte Körperhaltung beeinträchtigen.

Freitag, 2. Juli 2010

Sex immer "mit"

Aktion in Wien und Niederösterreich - Zielgruppe sind Frauen über 30
Wien - "Mein persönlicher Stil: 'Immer mit Schutz. Immer mit Kondom'." - So lautet in den 554 öffentlichen Apotheken in Wien und Niederösterreich in den kommenden Wochen die Devise. Zielpublikum der Informationskampagne sind Frauen über 30. Sie dürften in Österreich besonders durch HIV/Aids und sexuell übertragbare Erkrankungen gefährdet sein.

"Wir rechnen in Österreich mit 12.000 bis 15.000 HIV-Positiven in Österreich. Ein Drittel davon ist weiblich. 42 Prozent der Neuinfektionen gehen auf heterosexuelle Kontakte zurück. Bei den Frauen sind 80 Prozent der Infektionen mit HIV durch heterosexuelle Kontakte bedingt. Frauen haben offenbar das Gefühl, dass sie kein Risiko haben. Andererseits sind es oft insbesondere Frauen, die sehr spät von der Diagnose betroffen sind, vor allem Frauen über 40", sagte Sabine Lex, zuständig für Prävention bei Frauen im Rahmen der Aids Hilfe Wien, bei einer Pressekonferenz in Wien.

Folder und Gratis-Kondome

Sexualmedizinerin Elia Bragagna wies auf potenziell folgenschwere Mythen hin: "In der Liebe muss man Vertrauen haben. Liebe ist keine Gefahr." Stattdessen sollten sich Frauen sexuell attraktiv gerade dann fühlen, wenn sie sich nicht gefährden, wenn sie sich vor einer Ansteckung schützen. In den Apotheken gibt es deshalb jetzt Informationsfolder und Gratis-Kondome. Ilona Leitner, Präsidentin der Wiener Apothekerkammer, betonte die Niederschwelligkeit des Beratungsangebots in den Apotheken.

Wie wichtig die Aspekte der sexuellen Gesundheit sind, belegte der Wiener Kammer-Vizepräsident Max Wellan mit einem Vergleich: Angenommen, eine Frau hat bisher mit fünf Männern geschlafen, von denen wieder jeder Sex mit acht weiteren Frauen gehabt hat - und diese Frauen wiederum hatten schon Sex mit fünf weiteren Männern - dann ist die eigene Gesundheit mit jener von 205 Männern und 40 anderen Frauen verknüpft. (APA)

Donnerstag, 1. Juli 2010

Parasiten schädigen die Intelligenz

Gehirnentwicklung leidet im Kampf gegen Krankheiten
Albuquerque/Chemnitz - Parasitäre Krankheiten schädigen nicht nur die Gesundheit und Arbeitskraft von Entwicklungsländern. Sie entziehen auch Geisteskraft, behaupten Forscher der University of New Mexiko in der Zeitschrift "Proceedings of the Royal Society B". Das Vorkommen derartiger Krankheiten eignet sich laut ihren Ergebnissen besser zur Vorhersage der durchschnittlicher Intelligenz eines Landes als Wohlstand, Ernährung, Temperatur oder Bildung.
Das Team um Christopher Eppig untersuchte verschiedene Angaben zum Intelligenzquotient (IQ) gesunder Menschen in 192 Ländern. Verglichen wurde das mit WHO-Schätzungen, wie viele Lebensjahre Bewohner dieser Länder durchschnittlich aufgrund von 28 verschiedenen Infektionskrankheiten verlieren. Mit einigen Ausnahmen zeigte sich, dass mit zunehmendem Krankheitsdruck der IQ sank - und zwar deutlicher als mit jeder anderen getesteten Variable. 67 Prozent der weltweiten Unterschiede des IQs könnte dadurch erklärt werden.

Als Ursache dieses Phänomens führen die Forscher die Gehirnentwicklung von Kindern an. Der Aufbau des Gehirns und seine Aufrechterhaltung beansprucht bei Neugeborenen 87 Prozent der gesamten Körperenergie und sogar bei Fünfjährigen immer noch 44 Prozent. Muss der Körper eines Kindes jedoch Würmer, Bakterien oder Viren abwehren, so kostet dieser Kampf viel Energie, die anderswo bei der Entwicklung fehlt.