Sonntag, 4. Juli 2010

Borderline betrifft sechs Prozent der Jugend

Betroffene suchen nur selten Hilfe - Als Hauptursachen werden frühe Gewalterfahrungen vermutet
Berlin - Einer von 16 Jugendlichen leidet an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS). Zum ersten Mal widmet sich ab heute, Donnerstag, in Berlin ein Weltkongress dieser Krankheit und bespricht ihre Ursachen und Therapien. "Die BPS als Krankheit ist erst vor zehn Jahren in der Wissenschaft angekommen. Dass sich ein Weltkongress ausschließlich mit dem Thema beschäftigt, ist jedoch überfällig", betont Frank Schneider, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde.
Borderline ist eine schwere psychische Störung, die in der Jugendzeit beginnt. Sechs Prozent aller 15-Jährigen verletzten sich selbst, denken an Selbstmord oder beruhigen sich mit Drogen. Professionelle Hilfe suchen die wenigsten und bei vielen entsteht in Folge das Vollbild der Störung mit intensiven Gefühlsschwankungen, schweren Störungen des Selbstwerts und Hass gegen sich und den eigenen Körper. Das Eingehen von Beziehungen wie auch das Alleinesein fällt sehr schwer. Viele verletzen sich wiederholt selbst, versuchen den Selbstmord, nehmen Drogen oder entwickeln Essstörungen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen