Montag, 5. Juli 2010

Im Swimmingpool

Erfrischung im kühlen Nass: Manchmal bergen Schwimmbecken und Badeseen aber auch weniger angenehme Überraschungen - Eine Übersicht über Keime und ihre Auswirkungen
Eindeutig. So gekrümmt ist nur eine Art von Haar. Das Schamhaar schwimmt direkt auf einen zu - in Augenhöhe quasi, und Ausweichen ist unmöglich. Auch sonst treiben eklige Sachen im Wasser: Pflaster, ein Taschentuch, Haarbüschel. Wie gefährlich ist das? "Im Großen und Ganzen ist es hier völlig ungefährlich, in Schwimmbäder zu gehen", sagt Herbert Auer, leitender Parasitologe an der Med-Uni Wien. "Die vorgeschriebene Desinfektion mit Chlor oder Ozon gewährleistet in der Regel, dass sich Keime nicht vermehren können. In Naturseen ist das Risiko etwas höher, insgesamt aber auch noch gering."
Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten können beim Schlucken von Badewasser in den Körper gelangen oder über Ohren, Nasenlöcher, Harnausgang oder die Scheide. Manche Erreger nimmt man über die Luft auf, andere dringen aktiv durch die Haut. "Es kommt immer wieder zu einzelnen Infektionen bei Badenden", sagt Franz Reinthaler, Umwelthygieniker an der Med-Uni Graz. "Wir haben aber keine genauen Statistiken, wie häufig und womit."

Die Weltgesundheitsorganisation stellte vor vier Jahren eine Leitlinie für "Sicheres Baden" zusammen. Bei der Lektüre kann einem die Lust schon vergehen: Detailliert wird beschrieben, welche Infekte sich Badende in den letzten 40 Jahren zuzogen. Die meisten Keime waren mit dem Kot anderer Badender ins Wasser gelangt, etwa bei Durchfall. Beruhigenderweise war es in den ganzen Jahren aber nur zu einzelnen Krankheitsausbrüchen mit jeweils nur bis rund 100 Erkrankten gekommen.

Die "Badewasser-Bösewichter" können ganz unterschiedliche Infekte verursachen. Manche lösen grippeähnliche Beschwerden aus wie die Adenoviren. Viele führen zu Durchfall, zum Beispiel Noroviren, Bakterien wie Shigellen und Escherichia coli oder Parasiten wie Giardia oder Kryptosporidien. "Durchfall durch Parasiten ist hierzulande selten", weiß Herbert Auer.

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