Donnerstag, 1. Juli 2010

Parasiten schädigen die Intelligenz

Gehirnentwicklung leidet im Kampf gegen Krankheiten
Albuquerque/Chemnitz - Parasitäre Krankheiten schädigen nicht nur die Gesundheit und Arbeitskraft von Entwicklungsländern. Sie entziehen auch Geisteskraft, behaupten Forscher der University of New Mexiko in der Zeitschrift "Proceedings of the Royal Society B". Das Vorkommen derartiger Krankheiten eignet sich laut ihren Ergebnissen besser zur Vorhersage der durchschnittlicher Intelligenz eines Landes als Wohlstand, Ernährung, Temperatur oder Bildung.
Das Team um Christopher Eppig untersuchte verschiedene Angaben zum Intelligenzquotient (IQ) gesunder Menschen in 192 Ländern. Verglichen wurde das mit WHO-Schätzungen, wie viele Lebensjahre Bewohner dieser Länder durchschnittlich aufgrund von 28 verschiedenen Infektionskrankheiten verlieren. Mit einigen Ausnahmen zeigte sich, dass mit zunehmendem Krankheitsdruck der IQ sank - und zwar deutlicher als mit jeder anderen getesteten Variable. 67 Prozent der weltweiten Unterschiede des IQs könnte dadurch erklärt werden.

Als Ursache dieses Phänomens führen die Forscher die Gehirnentwicklung von Kindern an. Der Aufbau des Gehirns und seine Aufrechterhaltung beansprucht bei Neugeborenen 87 Prozent der gesamten Körperenergie und sogar bei Fünfjährigen immer noch 44 Prozent. Muss der Körper eines Kindes jedoch Würmer, Bakterien oder Viren abwehren, so kostet dieser Kampf viel Energie, die anderswo bei der Entwicklung fehlt.

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