Dienstag, 31. August 2010

Meeresfrüchte statt Fischölkapseln

Norwegen preist Gesundheit von Fisch an
Bergen - Lebensmittel aus dem Meer sind gesunde Nahrungsmittel, preist das norwegische National Institute of Nutrition and Seafood Research (NIFES) in Bergen. Das Wissen und die Dokumentation über allfällige Schadstoffe, die in Fischen und Meeresfrüchten enthalten sind, helfen daher auch, die letzten Risiken zu beseitigen. Umweltexperten warnen indes vor dem drohenden Ausverkauf der Weltmeere, in denen Hightech-Fangflotten aus Industrienationen selbst in den entferntesten Regionen der Erde Fischschwärme ausmachen.
"Da Norwegen nicht EU-Mitglied ist, hat auch die Fischereipolitik nichts mit der EU-Fischerei zu tun", erklärt Biologe Mikko Heino von der Universität Bergen. Die Bestände der wichtigen Speisefische in norwegischen Gewässern sind stabil. Dafür haben nicht zuletzt rigorose Gesetze gesorgt, die Beifang unter Strafe stellen. Damit ist eines der problematischen Kapitel der kommerziellen Fischerei entschärft.
(Quelle: der standard)

Montag, 30. August 2010

Mit Rhythmus heilen

Weltkongress für Neuromusikwissenschaft in Salzburg widmet sich musikalischen Therapieformen für Alzheimer-, Schlaganfall- oder Wachkomapatienten
Salzburg - Dass Musik in der Therapie von neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt wird, ist nicht Neues. Doch die 2007 gegründete Internationale Gesellschaft für angewandte Neuromusikwissenschaft möchte mit ihrem ersten Weltkongress, der vergangenes Wochenende in Salzburg über die Bühne ging, die Musiktherapie auf eine neue Stufe heben.
"Wir wissen, wir haben positive Effekte, wir wissen nur oft noch nicht, wie stark diese Effekte sind", sagt Gunther Ladurner, Ärztlicher Direktor der Christian-Doppler-Klinik in Salzburg und Organisator des Kongresses: "Aber der Naturwissenschaftler ist ein harter Bursche, der möchte Belege haben, erst dann fängt er an zu glauben." Deshalb müsse die Forschung in diesem Bereich dringend systematisiert werden.

Musik aktiviert große Teile des Gehirns


Neurowissenschaftliche Erklärungsmodelle für die positiven Wirkungen von Musik in der Therapie gibt es mittlerweile. Im Kernspintomografen lasse sich etwa nachvollziehen, dass Musik weit mehr Gehirnregionen aktiviert als zum Beispiel Sprache, sagt Ladurner. Darunter sind auch Regionen, die für generelle motorische Kontrolle, für Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache und Sprechen sowie für Exekutivfunktionen zuständig sind. Musik könne dadurch Neuroplastizität, also die Fähigkeit des Gehirns zum Bau neuronaler Netze, in diesen Einheiten ansprechen und verändern.

Parkinson, Schädelhirntrauma, Demenz oder Autismus sind nur einige der Krankheitsbilder, deren Behandlung von Musik profitieren könnte. Bei Alzheimer-Patienten zum Beispiel bleibe das Musikgedächtnis sehr viel länger erhalten als das Wortgedächtnis. Das könne man sich bei der Aktivierung solcher Patienten zunutze machen, auch Sprachstörungen seien durch gemeinsames Singen effektiv behandelbar. Ähnliches gelte für motorische Störungen, etwa nach Schlaganfällen.
(Quelle:der Standard)

Sonntag, 29. August 2010

Neuer Impfstoff gegen Hepatitis E

Virus vor allem für Schwangere, Senioren und Leberpatienten gefährlich
London - Eine Impfung kann Infektionen mit Hepatitis E zuverlässig verhindern. In einer Zulassungsstudie schützte die Vakzine sämtliche Teilnehmer vor der weit verbreiteten Erkrankung. Schätzungen zufolge trägt etwa ein Drittel der Weltbevölkerung das Virus Hepatitis E (HEV), wobei vor allem Entwicklungsländer betroffen sind. Zwar verläuft die Infektion gewöhnlich nicht chronisch, aber insbesondere bestimmten Bevölkerungsgruppen kann der Erreger gefährlich werden.
Hochrisikogruppe Schwangere

Gefährdet sind vor allem Senioren sowie Menschen mit chronischen Lebererkrankungen. Infizieren sich schwangere Frauen mit dem Virus, so sterben fünf bis 25 Prozent der Patientinnen. Nun prüften Mediziner der chinesischen Universität Xiamen einen neuen Impfstoff an über 11.000 Menschen im Alter von 16 bis 65 Jahren. Eine Hälfte der Teilnehmer erhielt im Lauf eines halben Jahres drei Mal das Mittel HEV239, die übrigen dagegen ein Scheinpräparat.

Im folgenden Jahr steckten sich 15 Placebo-Empfänger mit dem Erreger an, aber kein einziger geimpfter Proband. Die Impfung sei vor allem bei Epidemien sinnvoll sowie für Reisende, die sich in akut betroffenen Gebieten aufhalten, schreiben die Mediziner in der Zeitschrift "The Lancet". (APA)
(Quelle: der standard)

Samstag, 28. August 2010

Kleinkinder sind psychologische Naturtalente

Auch statistische Fähigkeiten bei der Bildung von Empathie beteiligt
New York/Zürich - Schon kleine Kinder sind Profis darin, Wünsche, Vorlieben und Gefühle anderer zu erraten. Wie sie das lernen, war bisher noch wenig bekannt. Emotionen und Worte ihres Umfeldes spielen dafür eine Rolle, jüngste Forschungen zeigen aber, dass auch viel kompliziertere Prozesse beteiligt sind. "Bereits Babys verwenden höhere Statistik", berichten Psychologen der Cornell University im Fachblatt "Psychological Science".

Babys untersuchen Wahrscheinlichkeiten

In Experimenten beobachteten die Forscher Kinder unter zwei sowie Kinder zwischen drei und vier Jahren. Ihre kleinen Probanden sahen zu, wie Erwachsene Spielsachen aus einer Box suchten und damit spielten. Dann wurden die Kleinen aufgefordert, den Erwachsenen Spielzeuge zu geben, die diese ihrer Meinung nach gerne haben würden.

Waren die gewählten Spielzeuge sehr selten in der Kiste zu finden, so schlossen die Kinder darauf, dass die Erwachsenen diese besonders gern mögen - und umgekehrt. Waren hingegen nur Spielzeuge des gewählten Typs in der Kiste, so gingen die Kinder bloß nach dem Zufallsprinzip vor. Was sich einfach anhört, ist eine komplexe psychologische Methode namens "nicht-zufällige Stichprobenziehung" (non-random sampling).
(Quelle: der Standard)

Donnerstag, 26. August 2010

Ein scheinbar grundloses Jucken

"Pruritus unklarer Genese" lautet die Diagnose, wenn sich die Ursachenforschung beim chronischen Juckreiz erfolglos präsentiert
Bis in die späten 90-er Jahre hielten Forscher Jucken für nicht mehr und nicht weniger als einen unterschwelligen Schmerz. Diese Ansicht ist heute obsolet. Seit Juckforscher an der Universität Heidelberg 1996 eigene Juckreiz- Nervenfasern in der Haut entdeckten, steht fest: Der Juckreiz besitzt den Status einer eigenen Sinnesqualität und ist nicht der kleine Bruder des Schmerzes.
Das Interesse am Jucken wächst seitdem stetig und ist epidemiologisch betrachtet durchaus berechtigt. Darf man Schätzungen glauben, dann werden immerhin acht Prozent aller Erwachsenen, die in eine Allgemeinpraxis kommen, von chronischem Juckreiz geplagt. Wobei Mediziner von chronisch nur dann sprechen, wenn das Jucken mindestens sechs Wochen lang persistiert. Dass die Zahl stimmt, zeigen spezialisierte Anlaufstellen, wie die Juckreizambulanz der Hautklinik an der Medizinischen Universität in Graz. An Patienten mangelt es dort nämlich nicht.
(Quelle:der Standard)

Brille oder Kontaktlinse?

Das Führerscheingesetz verlangt nach getrennten Einträgen für Brillen und Kontaktlinsen
Wien - "Am besten beides", rät Anton Koller, Landesinnungsmeister der Optiker und Hörgeräteakustiker in Wien. Das ist die sicherste und kostengünstigste Variante, spart Unannehmlichkeiten und Ärger. Jüngste Ereignisse zeigen es. Die Anzahl der Kontaktlinsenträger nimmt stetig zu. Auch viele Brillenträger tragen alternativ Kontaktlinsen. Wer während der Autofahrt Kontaktlinsen trägt und im Führerschein nur die Brille eingetragen hat, riskiert bei bei einer Verkehrskontrolle viel. Eine saftige Strafe, aber auch der Entzug der Lenkberechtigung kann die Folge sein.
Laut Führerscheingesetz gibt es sowohl getrennte Einträge für Brillen (Code 01.01) und Kontaktlinsen (Code 01.02) oder die Kombination von Brillen oder Kontaktlinsen (Code 01.06). Wird das Gesetz nicht zur Gänze erfüllt, gilt man als nicht verkehrszuverlässig. Das Gesetz kann davon ausgehen, dass die Verkehrssicherheit gefährdet ist.

Reservebrille im Auto lassen

Brillen und/oder Kontaktlinsen werden dann in den Führerschein eingetragen, wenn die erforderliche Sehleistung nur durch diese Sehbehelfe erreicht werden kann. Die Brille oder die Kontaktlinsen müssen beim Autofahren ständig getragen werden.

Anton Koller rät dringend, eine Reservebrille bzw. ein Paar Kontaktlinsen im Auto zu belassen. So ist man im Zweifelsfall gerüstet. Es darf dann auch einmal eine Brille kaputt gehen oder eine Linse verloren gehen, ohne Gefahr zu laufen, mit dem Führerscheingesetz und seinen Unannehmlichkeiten in Konflikt zu geraten.
(Quelle der Standard)

Mittwoch, 25. August 2010

Haartest gibt Aufschluss über Biorhythmus

Körper kann sich nicht an große Veränderungen anpassen - Haartest als Möglichkeit Rhythmen zu überwachen
Yamaguchi - Fünf Kopf- oder drei Barthaare reichen aus, um den Biorhythmus eines Menschen zu untersuchen. Das haben Forscher um Makoto Akashi von der Yamaguchi University herausgefunden. Der Biorhythmus eines Menschen wird durch eine Reihe von Genen aufrechterhalten, deren Aktivität über ihre Produktion der Boten-RNA überprüft werden kann.

Die Wissenschaftler überprüften ihr Verfahren drei Wochen lang bei Arbeitern, die zwischen Tag- und Nachtschicht wechselten. Obwohl sich ihr Schlafrhythmus jede Woche um sieben Stunden verschob, zeigten die Tests, dass sich ihre innere Uhr maximal um zwei Stunden in jede Richtung veränderte.

Wie der NewScientist berichtet, könnte der Haartest in Zukunft eine einfache Möglichkeit darstellen, diese Rhythmen zu überwachen und damit in Zusammenhang stehende Krankheiten zu verhindern.
(der standard)

Montag, 23. August 2010

Rohkost muss nicht schwer im Magen liegen

Salate gelten als gesund und vitaminreich - Doch gerade knackige Rohkost kann abends schwer im Magen liegen - Das wiederum begünstigt Schlafprobleme
Düsseldorf - Eine Reihe von Experten raten grundsätzlich vom abendlichen Rohkostgenuss ab. Doch nicht jeder Mensch reagiert empfindlich auf ungekochtes Gemüse. Dennoch ist es ratsam, die eigenen Reaktionen auf diese Speisen genau zu beobachten. Bei vielen Menschen sind es individuelle Unverträglichkeiten, die zu Beschwerden wie Blähungen führen: Manch einer verträgt rohe Zwiebeln weniger gut, der andere hat nach dem Genuss roher Karotten mit Problemen zu kämpfen. Es kann daher hilfreich sein, einen Salatbestandteil wegzulassen. Wichtig ist außerdem, das rohe Gemüse gründlich zu kauen. Je besser die Nahrung mit den Zähnen zerkleinert wird, desto leichter hat es der Verdauungstrakt.
(Quelle: der Standard)

Paracetamol steigert Risiko für Allergien

Höheres Risiko für Asthma, Ekzeme und Heuschnupfen - Experten wollen Zusammenhänge klären
New York - Das Schmerz- und Fiebermittel Paracetamol steigert bei Jugendlichen offenbar das Risiko für Allergien. Eine internationale Studie bestätigt den schon lange gehegten Verdacht, dass selbst die gelegentliche Einnahme des Präparats die Tendenz zu Asthma, Ekzemen und allergischem Schnupfen verstärkt.

Das Forscherteam um Richard Beasley vom Medizinischen Forschungsinstitut in Neuseeland befragte in 50 Ländern mehr als 300.000 Heranwachsende zu Allergien und dem Gebrauch von Paracetamol. Im Vergleich zu Abstinenz ging die regelmäßige Einnahme des Mittels mit einer um das 2,5-fach höheren Asthma-Wahrscheinlichkeit einher. Selbst bei gelegentlichem Gebrauch war das Risiko noch um fast die Hälfte erhöht. In ähnlichem Maße stieg die Gefährdung für Heuschnupfen. Auch Ekzeme traten bei Paracetamol-Nutzern stark gehäuft auf, wie die Forscher im "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine" schreiben.

Zwar beweist die Studie nicht, dass das Medikament die Ursache dieser Allergien war. Aber etliche frühere Untersuchungen deuten stark auf einen solchen Zusammenhang hin. Diese Verbindung müsse dringend geklärt werden, betonte Beasley. Das Problem betreffe nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Schwangere und Erwachsene. (APA)
(Quelle: der standard)

Sonntag, 22. August 2010

Endomikroskopie macht Massenbiopsien überflüssig

Krankhafte Veränderungen der Darmschleimhaut lassen sich gezielt erkennen
Stuttgart - Die bildgebenden endoskopischen Verfahren spielen eine wichtige Rolle zur Erkennung und Überwachung der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Ein neues Verfahren, die Endomikroskopie, macht beim Menschen krankhafte Veränderungen der Darmschleimhaut während der Untersuchung sichtbar und verhindert überflüssige Gewebeentnahmen. Außerdem wurden im Tiermodell erfolgreich Antikörper nachgewiesen, die einen gezielten Einsatz von Medikamenten ermöglichen.
Die Sektion Endoskopie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) informiert auf der Fachtagung Viszeralmedizin vom 15. bis 18. September 2010 in Stuttgart über heutige und zukünftige Möglichkeiten des neuen Verfahrens.
Die Endomikroskopie ist ein Endoskop mit integriertem Mikroskop. Es wird im Dick- oder Dünndarm platziert und der Patient erhält intravenös ein Kontrastmittel verabreicht. Nach wenigen Minuten kann der gewünschte Bereich genau betrachtet werden. „Die Endomikroskopie kann auffällige Abschnitte der Schleimhaut noch während der Untersuchung identifizieren und gezielt Gewebe entnehmen", erläutert Ralf Kiesslich, Leiter der interdisziplinären gastrointestinalen Endoskopie am Universitätsklinikum Mainz. Das verbessert die Diagnose auf Grundlage des entnommenen Gewebes und vermindert Kosten, da Massen-Biopsien entfallen.
(Quelle: der standard)

Samstag, 21. August 2010

Coaching und Entwicklung

Projekt zur Burnout-Prävention auf Intensivstationen
Medizinisches Personal gehört zu den Berufsgruppen mit einem besonders hohen Burnout-Risiko. Gemeinsam mit der Wirtschaftsuniversität Wien und der Medizinischen Universität Wien hat das Beratungsunternehmen Medical Coaching ein Projekt zur Burnout-Prävention beim medizinischen Personal an acht Intensivstationen in Wiener Spitälern durchgeführt.

In einem ersten Schritt wurden Burnout-relevante Faktoren wie beispielsweise die Arbeitsqualität, die individuelle Befindlichkeit sowie der Umgang mit Fehlern, aber auch Leadership-Qualitäten erhoben und evaluiert. Im Anschluss daran wurden die teilnehmenden Teams eineinhalb Jahre von Medical Coaching begleitet, gemeinsam Ziele definiert und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung entwickelt und umgesetzt.

"Es ist bei Burnout-Prävention sicher nicht sinnvoll, bei allen Teams und auf allen Stationen die gleichen Maßnahmen umzusetzen" , erklärt Wolfgang Lalouschek, Geschäftsführer von Medical Coaching. Dennoch konnten die einzelnen Intensivstationen voneinander lernen, ergänzt er.

Viele der gesetzten Maßnahmen zur Verbesserung lagen ausschließlich im Einflussbereich der teilnehmenden Teams. Selbstheilungskräfte seien eben auch auf Organisationsebene vorhanden. "Wir als durchführende Organisation haben die Verbesserungen lediglich begleitet" , erklärt Lalouschek.

Die Teilnahme am Projekt war freiwillig, und daher sei auch die Zusammensetzung sehr unterschiedlich. Insgesamt haben 171 Personen daran teilgenommen. "Teilweise war nur das Pflegepersonal dabei" , ergänzt er. Die weitreichendsten Entscheidung konnten getroffen werden, wenn alle auf der Station Tätigen vertreten waren. Und wenn die Führungskräfte keine Interesse an der Teilnahme hätten, sei das sicher auch ein Symptom, so der Neurologe. Bei den Teilnehmern sei das Projekt sehr gut angenommen worden, wohl auch, weil die Inhalte praxisrelevant waren und vieles davon rasch umgesetzt werden konnte.
(Quelle:der standard)

Freitag, 20. August 2010

Hochsaison für Wespen

Etwa 1.200 Menschen werden jährlich nach Insektenstichen im Krankenhaus stationär behandelt - Rund sechs Menschen sterben infolge einer allergischen Reaktion.
Wien - Das kommende heiße Wochenende lässt eine neuerliche Spitze bei den Wespenaktivitäten erwarten. Für Insektengift-Allergiker heißt es besondere Vorsicht walten lassen, aber auch Nicht-Allergiker sollten sich wappnen.

Jährlich werden in Österreich rund 1.200 Menschen nach einem Insektenstich im Krankenhaus stationär behandelt. "Bienen, Wespen und Hummeln stechen vor allem dann zu, wenn sie sich durch hektische Bewegungen bedroht fühlen. Wildes Fuchteln sollte daher vermieden werden, auch wenn die Insekten lästig sind. Am besten verhält man sich ruhig", rät Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Forschung im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Gefährlich werden Insektenstiche dann, wenn sie eine allergische Reaktion auslösen. Auslöser für Symptome wie Atemnot, Kreislaufschwäche und Anschwellen der betroffenen Stelle ist das Gift, das beim Stich ins Blut gelangt. "Bei Allergikern reagiert das Immunsystem zu stark auf das Insektengift. Bei Anzeichen wie geschwollener Zunge oder Hustenreiz muss sofort die Rettung gerufen werden", sagt Dunzendorfer. Schließlich endet die allergische Reaktion auf einen Insektenstich für etwa sechs Menschen pro Jahr tödlich.

Weiß man von einer Insektengiftallergie, hilft ein Notfall-Set mit Adrenalinspritze und Antihistamin-Tropfen, die sofort nach dem Stich angewendet werden müssen, um schlimmere Reaktionen zu verhindern. Dieses Notfall-Set muss daher immer mitgeführt werden.
(Quelle: der standard)

Donnerstag, 19. August 2010

Run auf Cannabis-Arzneimittel

Hanf nach wie vor negativ stigmatisiert - Experten kritisieren politisch-juristisches Hickhack um THC
Wien/Dortmund - Einem Dortmunder Forscherteam ist es erstmals gelungen, Tetrahydrocannabinol (THC) - einen der Wirkstoff der Cannabis-Pflanze - mit Biosynthese künstlich und kostengünstig herzustellen. THC ist ein hervorragendes Arzneimittel und wird beispielsweise in der Behandlung von Multipler Sklerose oder bei chronischen Schmerzen verwendet. Das Problem ist jedoch, dass der Anbau von Cannabis in Deutschland und in Österreich durch Gesetze nahezu vollständig eingeschränkt ist.
"Solche Lösungen sind zwar gut, weichen aber vom eigentlichen Problem ab", meint der Mediziner Kurt Blaas, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft "Cannabis als Medizin". Hanf werde von allen Seiten negativ stigmatisiert, erklärt der Arzt. "Selbst Hanfbauern, die Hanföl, Hanfbier oder Hanfmehl herstellen, sind davon betroffen. Und das obwohl die EU den Hanfanbau finanziell fördert.
(Quelle:der standard)

Mittwoch, 18. August 2010

Bier erhöht Psoriasis-Risiko bei Frauen

Gluten in der Gerste beeinflusst Entstehung der Krankheit - Alkoholfreies Bier, Wein und Schnaps erhöhen das Risiko nicht
Boston - Regelmäßiger Bierkonsum erhöht bei Frauen das Risiko, an Schuppenflechte zu erkranken. Das berichten Wissenschaftler der Harvard Medical School. Sie gehen davon aus, dass die Gerste im Bier der Grund dafür ist. Das Team um Abrar Qureshi hat herausgefunden, dass Frauen, die mehr als fünf Bier in der Woche trinken, ihr Risiko im Vergleich mit Frauen, die kein Bier trinken, verdoppeln.

Für die in den Archives of Dermatology veröffentlichte Studie wurden die Daten von mehr als 82.000 Krankenschwestern im Alter zwischen 27 und 44 Jahren für den Zeitraum 1991 bis 2005 ausgewertet. Alkoholfreies Bier, Wein und Schnaps haben das Erkrankungsrisiko nicht erhöht.

2,3 alkoholische Getränke pro Woche

Die Forscher beobachteten ein um 72 Prozent erhöhtes Psoriasis-Risiko bei Frauen, die mehr als 2,3 alkoholische Getränke pro Woche konsumierten. Bei Teilnehmerinnen, die fünf Gläser Bier pro Woche tranken, war das Risiko 1,8 mal so hoch. Wurden strengere Kriterien zur Bestätigung von Erkrankungen angelegt, zeigte sich ein um 2,3 mal so hohes Risiko. Bei Frauen, die eine beliebige Menge von alkoholarmem oder alkoholfreiem Bier, Wein oder Schnäpse tranken, konnte kein erhöhtes Risiko nachgewiesen werden

Dienstag, 17. August 2010

Silikon hilft gegen Narben

Narben stellen für Betroffene oft eine große emotionale Belastung dar - Prophylaxe nach Verletzungen und Operationen
Wien - Mehr als ein kosmetisches Problem: Narben sind häufig für Betroffene sehr belastend und auch medizinisch nicht unproblematisch. Narbenbildung nach Operationen, Verletzungen oder Verbrennungen sollte daher frühzeitig vorgebeugt werden, rieten Experten bei einer Pressekonferenz in Wien. Pflaster mit Silikonauflage und Silikongels hätten sich bewährt.

Robert Müllegger, Leiter der Abteilung für Dermatologie am Landesklinikum Wiener Neustadt: "Narben, wie sie nach Verletzungen, Verbrennungen, Operationen oder entzündlichen Erkrankungen der Haut zurückbleiben können, stellen für Betroffene oft eine große emotionale Belastung dar. Verunstaltende Narben bedeuten vielfach einen Einbruch des Selbstwertgefühls und damit einen wesentlichen Verlust an Lebensqualität, soziale Isolation und sogar verringerte Berufschancen. Das ist ernst zu nehmen und mehr als ein kosmetisches Problem."
(Quelle:der standard)

Montag, 16. August 2010

Über allen Gipfeln ist Ruh

Reden, reden, immer reden: Wer sich davon erholen will, schweigt im Urlaub. Als Reinigung, Läuterung und Selbstfindung hat es alte religiöse Wurzeln. Nach einer Woche Meditation sieht auf alle Fälle vieles ganz anders aus
Die letzten Worte werden am Tag der Anreise gesprochen. Der Zen-Lehrer erklärt, wie die nächsten sechs Tage ablaufen werden. Es geht ums Aufstehen, die Essenszeiten, die Wanderungen. Jeder sucht sich einen Platz im Meditationsraum aus, wo er vom folgenden Tag an seinen Platz einnehmen wird. Nach dem gemeinsamen Abendessen wird früh ins Bett gegangen.
Ein Gong wird die Teilnehmer der Schweigewoche am nächsten Tag wecken, um sechs Uhr früh wird man zusammenkommen, sich aufrecht und gerade im Schneidersitz auf seinen Platz setzen und dann gegen die Wand schauen. 25 Minuten, dann fünf Minuten gehen, dann wieder 25 Minuten sitzen, dann wieder gehen. Bis zu 13-mal pro Tag wird sich dieses Ritual wiederholen. "Es geht darum, sich in dieser Stille ganz auf sich selbst zu konzentrieren, dabei auf den eigenen Atem zu achten und innerlich zur Ruhe zu kommen", sagt Zen-Lehrer Dieter Christoph Singer. Dazwischen werden die Mahlzeiten eingenommen.
(Quelle:der standard)

Sonntag, 15. August 2010

Wenn Milchzucker den Darm reizt

Häufig in Asien, selten in Europa: Bei Verdauungsstörungen kann eine Milchzucker-Unverträglichkeit dahinterstecken
Regensburg - Die wenigsten ahnen, dass gar keine Infektion dahinter steckt. Sie schreiben ihre regelmäßigen Durchfälle auf das Konto von Salmonellen, Choleraerregern oder der Amöbenruhr, dabei steckt häufig Milchzucker dahinter, den die Bevölkerung der meisten nördlichen Länder problemlos verträgt, teilt der Reportagedienst obx-medizindirekt mit. Die Milchzucker-Unverträglichkeit (Laktose-Intoleranz) verursacht Blähungen, Kopfschmerzen, Darmkoliken, Durchfall oder Übelkeit. Rund drei Viertel der erwachsenen Weltbevölkerung ist Laktose intolerant, nur die Bevölkerung einiger Regionen, wie das nördliche Europa, verfügt über eine Laktaseaktivität.

Warum viele von ihrer Intoleranz nichts wissen, kommt daher, dass Milchzucker eben nicht nur in Milch und Käse, Sahne und Topfen steckt, sondern auch häufig in Backwaren, Süßigkeiten, Pommes, Süßstofftabletten und vielen Medikamenten. Es ist also nicht ganz einfach, den Übeltäter zu meiden.
(Quelle: der Standard)

Samstag, 14. August 2010

Depressive riechen weniger gut

Psychologische Störungen führen zum Schrumpfen der Riechkolben
Dresden - Ein Forscherteam der Technischen Universität Dresden hat entdeckt, dass Depressive ihren Geruchssinn verlieren. Dieser Verlust basiert den jüngsten Untersuchungen zufolge auf Veränderungen im Gehirn, denn das dortige Riechzentrum bildet sich zurück. Das könnte auch erklären, warum so viele psychologische Störungen den Geruchssinn stören. In Zukunft könnte diese Erkenntnis für die Entwicklung neuer Therapien oder Medikamente verwendet werden.
"Wir haben entdeckt, dass bei Depressiven die Riechkolben (Bulbus olfactorius) am Ende der Riechnerven deutlich vermindert waren und weniger pluripotente Zellen im Mittelhirn vorhanden waren. Das bedeutet auch, dass diese Hirnregion weniger plastisch war als bei Nicht-Depressiven", so Studienleiter Thomas Hummel vom Arbeitsbereich Riechen und Schmecken. Neben Geruchstests hatten die Forscher auch im Magnetresonanztomographen MRT Untersuchungen an insgesamt 42 Probanden gemacht.
(Quelle: der standard)

Freitag, 13. August 2010

Wenn Milchzucker den Darm reizt

Häufig in Asien, selten in Europa: Bei Verdauungsstörungen kann eine Milchzucker-Unverträglichkeit dahinterstecken
Regensburg - Die wenigsten ahnen, dass gar keine Infektion dahinter steckt. Sie schreiben ihre regelmäßigen Durchfälle auf das Konto von Salmonellen, Choleraerregern oder der Amöbenruhr, dabei steckt häufig Milchzucker dahinter, den die Bevölkerung der meisten nördlichen Länder problemlos verträgt, teilt der Reportagedienst obx-medizindirekt mit. Die Milchzucker-Unverträglichkeit (Laktose-Intoleranz) verursacht Blähungen, Kopfschmerzen, Darmkoliken, Durchfall oder Übelkeit. Rund drei Viertel der erwachsenen Weltbevölkerung ist Laktose intolerant, nur die Bevölkerung einiger Regionen, wie das nördliche Europa, verfügt über eine Laktaseaktivität.

Warum viele von ihrer Intoleranz nichts wissen, kommt daher, dass Milchzucker eben nicht nur in Milch und Käse, Sahne und Topfen steckt, sondern auch häufig in Backwaren, Süßigkeiten, Pommes, Süßstofftabletten und vielen Medikamenten. Es ist also nicht ganz einfach, den Übeltäter zu meiden.

Mittwoch, 11. August 2010

Unregelmäßige Schlaf­zeiten machen krank

Schlafmangel hat für die menschliche Gesundheit deutlich dramatischere Folgen als bisher angenommen
Madison/Graz - Vier Stunden Schlaf pro Tag über eine ganze Woche hat im Gehirn die gleichen Auswirkungen wie ein totaler Schlafentzug. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam um Chiara Cirelli von der University of Wisconsin Madison. Die Psychiaterin warnt im Wissenschaftsmagazin PNAS davor, dass Schlafmangel für die menschliche Gesundheit deutlich dramatischere Folgen hat als bisher angenommen.
"Es gibt ein immer größer werdendes Interesse daran, Schlafmangel und seine Wirkung zu erforschen", meint Cirelli. Die Studienergebnisse sind nämlich auch ein Warnsignal für all diejenigen, die täglich nur wenig schlafen. Die negativen Folgen- von kognitiven Störungen bis hin zu erhöhter Insulinresistenz - machen sich bereits nach wenigen Tagen bemerkbar. Für ihre Untersuchung wurden sowohl Freiwillige als auch Laborratten, die ähnliche Reaktionen auf Schlafentzug haben wie Menschen, herangezogen.
(Quelle:der standard)

Comics beeinflussen Ernährung von Kindern

Düsseldorf - Bei der Ernährung eifern Heranwachsende im Kindergartenalter gern Comic-Helden nach: Essen die Figuren viel Gemüse, finden auch Kinder mehr Gefallen an der gesunden Kost. Kinderkochkurse und "Probier-Partys", auf denen die Kids gemeinsam den Geschmack unterschiedlicher Gemüsesorten entdecken, erhöhen die Beliebtheit von Gemüse ebenfalls. Zudem sollten sich Erwachsene sich beim Essen zu den Kindern setzen und dieselbe Nahrung zu sich nehmen. Das verführt die Kleinen dazu, das gesunde Ernährungsverhalten nachzuahmen. Zu diesem Ergebnis sind nun thailändische Forscher gekommen.Im Fachmagazin "Nutrition & Dietetics" berichten sie über ihre Studie: Zwei Monate lang sind Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren an Frischkost herangeführt worden. Die Heranwachsenden haben Gemüsesamen gepflanzt, Obst und Gemüse probiert, zusammen eine Gemüsesuppe gekocht und Popeye-Videos angeschaut. Die Eltern sind mit einbezogen worden, sie haben ihre Sprösslinge zu Hause ebenfalls zum Essen frischer Lebensmittel animiert. Durch diese Maßnahmen hat sich der Gemüsekonsum der Kinder durchschnittlich verdoppelt. Obwohl bei der Studie auch das Obst mit einbezogen worden ist, haben die Kinder nicht mehr Früchte als zuvor gegessen. ((der standard)

Dienstag, 10. August 2010

Die größten Zahn-Irrtümer

In einer Analyse knöpfen sich Zahnmediziner Mythen über den Zusammenhang von Nahrung und Zähnen vor, die sich hartnäckig in der Bevölkerung halten
Boston - Die Gesundheit der Zähne hängt ganz entscheidend davon ab, wie man sich ernährt. Zu diesem Schluss kommen Forscher um Carole Palmer von der Tufts Unversity School of Dental Medicine in der Zeitschrift "Nutrition Today". In ihrer Analyse knöpfen sich die Zahnmediziner Mythen über den Zusammenhang von Nahrung und Zähnen vor, die sich hartnäckig in der Bevölkerung halten, und widerlegen sie auch.

Mythos 1: Zahnhygiene nur für Mund wichtig

Wenn Zähne krank sind, leiden meist auch der restliche Körper und Geist. Bei Kindern etwa können Zahnschmerzen wegen Karies, der bei weitem häufigsten Kinderkrankheit, die Konzentration in der Schule beeinträchtigen. Zudem bedeutet die Umstellung auf leicht kaubare Nahrung oft eine Verschlechterung der Ernährung, was laut Palmer die Hirnentwicklung oder das Körpergewicht schädigen kann. Fehlende Mineralstoffe während der Schwangerschaft steigern hingegen das spätere Karies-Risiko des Ungeborenen.

Mythos 2: Mehr Zucker heißt mehr Karies

Über die Entwicklung von Karies entscheidet nicht die Zuckermenge, sondern die Zeitdauer, in der Zucker und Zähne aufeinander treffen. Zum Problem wird dies besonders bei Süßigkeiten, die sich nur langsam auflösen, oder bei ständigem Konsum von Softdrinks. "Zähne sind in diesen Fällen länger den Säuren ausgesetzt, die Mundbakterien aus dem Zucker bilden", so die US-Zahnmedizinerin.

Mythos 3: Milchzahnkaries ist harmlos

Besonders weit verbreitet ist die Meinung, dass Kinder und Babys ruhig Zahnfäule haben dürfen, da Milchzähne ohnehin ausfallen. Weit gefehlt, so Palmer. Denn Karies schädigt die Entwicklung der Zahnkronen der bleibenden Zähne. Zudem kann ein zu früher Verlust eines Milchzahns dazu führen, dass der darunter liegende zweite Zahn in schlechter Position herauskommt und später zahnärztliche Korrektur braucht.

Mythos 4: Osteoporose schadet nur Rücken und Hüfte

Osteoporose kann auch das Ende von Zähnen bedeuten. Denn der Gesichtsknochen, der die Zähne zusammenhält, kann ebenso brüchig werden. "Damit macht sich fehlendes Kalzium, Vitamin D und K in der Ernährung auch im Kiefer bemerkbar", so Palmer. Um den Mundraum und seine tragenden Strukturen in Schwung zu halten, ist eine ausgewogene Ernährung unverzichtbar, denn Kiefer, Zahnfleisch, Lippen und Gaumen erneuern sich das ganze Leben lang.

Mythos 5: Dritte Zähne verbessern die Ernährung

Ähnlich wie Zahnschmerzen wegen Karies wirkt sich auch ein künstliches Gebiss aus, das schlecht passt und daher schmerzt. Ältere Menschen, die davon betroffen sind, werden automatisch Essen bevorzugen, das sie wenig kauen müssen. "Da steigt die Versuchung, zum Kuchen oder Süßgebäck zu greifen. Träger dritte Zähne sollten daher darauf pochen, dass ihr Gebiss gut sitzt. Zudem ist gesunde Ernährung und ausreichend Flüssigkeit weiter wichtig", so Palmers.

Mythos 6: Karies ist kein Thema für Erwachsene

Obwohl der "süße Zahn" nach der Jugend etwas schwindet, ist nur ein Prozent der Erwachsenen kariesfrei. Problematisch sind hier besonders der Zahnfleischrückgang, der Wurzelkaries begünstigt, sowie fehlender Speichel, der sonst den Mund reinigt. "Auch Antidepressiva, Harntreiber, Antihistaminika und Beruhigungsmittel trocknen den Mund aus. Wer diese einnimmt, sollte häufiger Wasser trinken", rät Palmer. Besonderes Augenmerk auf die Zähne sei weiter auch bei chronischen Krankheiten wie Diabetes zu raten.
(Quelle: der standard)

Montag, 9. August 2010

Kaltes klares Wasser fürs Immunsystem

Es muss nicht immer Hightech sein. Kneippen ist eine altes Kurprinzip, das den Organismus in Schwung hält. Reiztherapie nennt es die Schulmedizin, wenn der Körper durch Wickel, Bäder und Güsse stimuliert wird
Der Wanderer, der seine müden Füße im kalten Gebirgsbach erfrischt. Die sorgende Großmutter, die dem fiebernden Enkel Essigpatscherl anlegt. Der Maturant, der seine Ohrläppchen mit kaltem Leitungswasser kühlt, um seine Konzentration zu sammeln. Sie alle kneippen.
Spricht der Volksmund vom Kneippen, wird meist ans "Wassertreten" oder an "Wechselbäder" gedacht. Kur-Teilnehmer werden vorgestellt, die im Storchenschritt in eiskalten Becken herumwaten oder abwechselnd die Füße im kalten und warmen Wasserbad baumeln lassen. Tatsächlich sind die Wasseranwendungen in der Lehre des Sebastian Kneipp sehr wichtig - doch sie sind nur ein Teil eines größeren Ganzen. Der deutsche Pfarrer aus dem 19. Jahrhundert brachte eine umfassende Lebensphilosophie zu Papier.
(Quelle: der standard)

Sonntag, 8. August 2010

Tausende Kreuzband-Operationen verzichtbar

Krankengymnastik hilft nach Verletzung ähnlich gut wie ein chirurgischer Eingriff - Aber Sportler haben nicht die Zeit
New York - Nach einem Kreuzbandriss am Knie ist eine Operation nicht zwingend erforderlich. Das zeigt eine schwedische Studie an Amateursportlern. Darin wurde eine Hälfte der 121 Teilnehmer nach einem Riss des vorderen Kreuzbands operiert. Die übrigen Patienten bekamen zunächst lediglich Krankengymnastik und begaben sich nur bei ausbleibendem Erfolg unters Messer.
Das Resultat: Nach zwei Jahren ging es den Patienten beider Gruppen ähnlich gut, wie die Mediziner im "New England Journal of Medicine" berichten. "Wenn man nur mit Krankengymnastik beginnt, hat man offenbar gute Aussichten, ähnlich zu genesen wie nach einer Kreuzband-Operation", erläutert Studienleiter Richard Frobell von der Universitätsklinik Lund. "Es ist überraschend, dass viele Menschen eine Rekonstruktion des vorderen Kreuzbands nicht brauchen."
(Quelle: der standard)

Samstag, 7. August 2010

Obst und Gemüse zur Demenz-Bekämpfung

Erkrankte werden häufig nicht früh genug behandelt - Wegfallen von Diabetes und Depressionen hat große Auswirkungen
Montpellier/London - Das Verhindern von Diabetes und Depressionen könnte dramatische Auswirkungen auf die Anzahl der Demenzerkrankungen haben. Forscher des La Colombière Hospital und des Imperial College sind zu dem Ergebnis gekommen, dass auch Investitionen in Bildung und Ernährung, vor allem Obst und Gemüse, positive Auswirkungen haben können.
Hausärzte erkennen Symptome nicht

Fast gleichzeitig hat eine Studie des Medical Research Council gezeigt, dass Demenz-Patienten häufig nicht früh genug behandelt werden, da ihre Hausärzte die Symptome nicht rasch genug erkennen. Schätzungen gehen davon aus, das allein in Großbritannien bis 2025 mehr als eine Mio. Menschen an einer Demenz leiden werden.

Mehrere Risikofaktoren wie Fettsucht, hoher Blutdruck und hohe Cholesterinwerte wurden bereits identifiziert. Die Wissenschaftler wollten nun untersuchen, ob Interventionen des Gesundheitssystems Auswirkungen auf die Anzahl der Demenzerkrankungen haben können. 1.400 ältere Menschen wurden nach zwei, vier und sieben Jahren auf Krankheitssymptome hin untersucht.

Gleichzeitig wurden Größe, Gewicht, Bildungsgrad, das monatliche Einkommen, Mobilität, Ernährungsgewohnheiten, Alkoholkonsum und Rauchgewohnheiten ermittelt. Zusätzlich wurden die Teilnehmer ersucht, einen Lesetest zur Feststellung ihrer Intelligenz mitzumachen.
(Quelle:der standard)

Freitag, 6. August 2010

Angst vor Kaffee?

Erbgut verantwortlich für Angstsymptome nach Kaffeegenuss - Regelmäßiger Genuss kann Symptomatik mildern
Nicht alle Menschen vertragen Kaffee; bei einigen kann das Koffein sogar Angstsymptome auslösen. Verantwortlich dafür ist eine kleine Variante im Erbgut. Ihre Wirkung kann durch regelmäßigen Kaffeegenuss jedoch abgemildert werden.

Kaffee ist und bleibt das Lieblingsgetränk der Deutschen. 1,3 Milliarden Tassen haben sie nach Angaben des Deutschen Kaffeeverbands im vergangenen Jahr getrunken. Oder anders ausgedrückt: Im Durchschnitt hat sich jeder Deutsche 150 Liter Kaffee übers Jahr verteilt schmecken lassen.

Unbestimmte Angst

Was Getränke wie Kaffee und Tee, aber auch Cola und Kakao weltweit so beliebt macht, ist vor allem ihre anregende Wirkung. Die macht anderen Menschen allerdings zu schaffen: Sie verspüren nach dem Genuss von koffeinhaltigen Getränken Herzrasen, Schweißausbrüche, Unruhezustände und Einschlafstörungen; viele von ihnen erleben auch eine unbestimmte Angst. Gerade Patienten, die an einer Angsterkrankungen leiden, trinken deswegen häufig keinen Kaffee mehr oder reduzieren den Konsum.

Würzburger Wissenschaftler unter der Leitung des Psychiaters Professor Jürgen Deckert haben mit einer Arbeitsgruppe um Peter Rogers von der Universität Bristol jetzt herausgefunden, dass das Ausmaß der Ängstlichkeit auch von der Regelmäßigkeit des Kaffeegenusses abhängt. Über ihre Arbeit berichtet die Fachzeitschrift Neuropsychopharmacology in ihrer neuesten Ausgabe.
(Quelle: der standard)

Donnerstag, 5. August 2010

Mit Musik aus der Sucht

"Kalksburg" geht neue Wege in der Suchttherapie - Wiener Anton-Proksch-Institut setzt auf Kreativität seiner Patienten
Wien - Suchtpatienten zurück ins Leben führen soll das am Mittwochabend im Rahmen eines Pressegesprächs in der Wiener Innenstadt präsentierte Projekt "Fade into Life" des Anton-Proksch-Instituts Kalksburg. Mithilfe der Kunst entdecken diese die eigene Kreativität und den Wert der Gemeinschaft. Oft bietet sich darüber hinaus eine neue Möglichkeit, die Vergangenheit zu verarbeiten. "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist", zitierte Psychologe Oliver Scheibenbogen den großen französischen Schriftsteller Victor Hugo.
(Quelle: der standard)

Mittwoch, 4. August 2010

Gesundheitsrisiko Piercing?

Infektionen und Allergien sind so manchem Körperschmuckträger vertraut - Vom Profi gemacht erzeugt das Piercen aber nur wenig Probleme - Mit Ansichtssache
Naturvölker tun es schon ewig und auch in unseren Breiten hat das Piercen bereits Tradition. Allein in Österreich sind geschätzte 400.000 Menschen gepierct. Horrormeldungen, wie zuletzt ein 22-jähriger Israeli, der an den Folgen eines Zungenpiercings gestorben ist, geben immer wieder Anlass für Diskussionen.
Vorweg: Das Piercen mit tödlichem Ausgang ist eine Ausnahmeerscheinung, trotzdem wird die Komplikationsträchtigkeit dieses Modetrends vielfach kritisiert. Eine Studie der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Zentralkrankenhauses St.-Jürgen-Straße in Bremen hat gezeigt, dass sich bei jedem fünften Gepiercten lokale Probleme, wie vorübergehende Infektionen ergeben.
„Die Frage muss lauten, was man als Komplikation bewertet", betont Benedikt Folz, Leiter der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten der Karl-Hansen-Klinik in Bad Lippspringe, und zählt Schwellungen, kleine Blutungen und lokale Entzündungen eher zu den Unbequemlichkeiten, die von den meisten Betroffenen meist kommentarlos in Kauf genommen werden. Seltener, dafür umso dramatischer, sind Komplikationen, die einen stationären Aufenthalt inklusive operativem Eingriff nach sich ziehen. (der standard)

Dienstag, 3. August 2010

Herz und Hirn gehen Hand in Hand

Starke Herzleistung verlangsamt Hirnalterung - Geringere Blutzirkulation zieht Sauerstoff- und Nährstoffmangel nach sich
Boston - Wer sein Herz fit und stark hält, verlangsamt damit die Alterung des Gehirns. Wissenschaftler der Boston University haben nachgewiesen, dass gesunde Menschen mit einem nur schleppend arbeitenden Herzen, das weniger Blut transportierte, auch "ältere" Gehirne hatten.

Scans von 1.500 Personen machten sichtbar, dass das Gehirn mit zunehmendem Alter schrumpft. Eine schlechte Herzleistung ließ das Herz laut dem Fachmagazin Circulation fast zwei Jahre schneller altern. Dieser Zusammenhang bestand bei jüngeren, gesunden Menschen um die 30 genauso wie bei älteren Menschen, die an einer Erkrankung des Herzens litten.
(Quelle:der standard)

Montag, 2. August 2010

Pause vom Essen machen

Eine Woche nicht essen verändert den Körper - Das wussten schon F. X. Mayr und Otto Buchinger und entwickelten Heilfastenkuren - Mit Abnehmen hat das relativ wenig zu tun
In Langschlag beginnt die Fastenwoche mit einer Gemüseplatte. Sie ist der Auftakt für eine Woche Heilfasten nach Otto Buchinger. "80 Prozent unserer Gäste kommen regelmäßig ein- bis zweimal im Jahr", sagt Karl Laister, Besitzer des Hotels Klosterberg im Waldviertel. Sie kennen das Ritual der 10-tägigen Kur, in der die Mahlzeiten ausschließlich aus Obst- und Gemüsesäften oder Gemüsebrühe bestehen. Am zweiten Tag wird gemeinsam "geglaubert" (siehe Wissen) - zur Darmreinigung. Dass das grausig schmeckt, wissen alle, doch es muss sein, damit der Darm sich vollständig entleert und das Fasten seine Wirkung als Reinigungsprozess des Körpers entfalten kann. "Der zweite und dritte Tag ist für Fastenneulinge manchmal schwierig", weiß Laister aus Erfahrung, doch spätestens am dritten Tag haben die meisten diese Krise überwunden und spüren schon die neuen Kräfte.
Wer in Klosterberg heilfastet, isst nur nicht nichts, sondern verzichtet auch auf Alkohol, Nikotin und Koffein. Auch das Handy soll ausgeschaltet bleiben, denn nur so stellen sich Ruhe und Erholung für den Organismus ein.
(Quelle:der standard)

Sonntag, 1. August 2010

Nervenentzündung durch Arbeit am Computer

Tipps zur Vermeidung einer Überlastung von Sehnen und Nerven
Krefeld (apn) - Wer die Hand und den Arm bei der Arbeit mit der Computermaus überlastet, dem droht eine "Repetitive Strain Injury" (RSI). Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN), nennt die Symptome dieses "Mausarms": "Kribbeln, Taubheit und Kraftlosigkeit des Unterarms und der Hand sind erste Anzeichen für eine Überlastung von Sehnen und Nerven infolge monotoner Bewegungen", sagt der Mediziner.
"Ständiges Klicken mit der Computer-Maus und eine unnatürliche Handhaltung bedingen kleinste Verletzungen des Gewebes, die auf Dauer zu Entzündungen der Nervenfasern führen können." Auch bei anfangs minimalen Beschwerden besteht die Gefahr, dass das Gehirn den Schmerz mit der Tätigkeit des Klickens verbindet. "Allein die Mausklick-Bewegung kann dann Schmerzen auslösen, selbst wenn die Schäden im Arm bereits ausgeheilt sind", erklärt der Aachener Neurologe.

Tastatur verwenden

Allerdings lässt sich das häufige Problem gut vermeiden. "Viele Funktionen von Programmen lassen sich über die Tastatur steuern, um die Verwendung der Maus einzuschränken", so Bergmann. Auch die Einrichtung des Arbeitsplatzes kann vor Problemen schützen. Die Maße der Maus sollten der Größe der Hand angemessen sein. Kalte Auflageflächen der Handgelenke begünstigen Entzündungen und sollten daher vermieden werden.

"Dehnübungen, natürliche Arm- und Handbewegungen sowie häufige kurze Pausen helfen der Armmuskulatur zu entspannen", rät der Experte. "Treten Symptome wie Stechen im Unterarm und Schmerzen bei Belastung auf, sollte ein Neurologe aufgesucht werden. Je länger der Arztbesuch hinausgezögert wird, umso größer ist die Gefahr von bleibenden Schäden." (APA)
(Quelle: der standard)