Donnerstag, 26. August 2010

Ein scheinbar grundloses Jucken

"Pruritus unklarer Genese" lautet die Diagnose, wenn sich die Ursachenforschung beim chronischen Juckreiz erfolglos präsentiert
Bis in die späten 90-er Jahre hielten Forscher Jucken für nicht mehr und nicht weniger als einen unterschwelligen Schmerz. Diese Ansicht ist heute obsolet. Seit Juckforscher an der Universität Heidelberg 1996 eigene Juckreiz- Nervenfasern in der Haut entdeckten, steht fest: Der Juckreiz besitzt den Status einer eigenen Sinnesqualität und ist nicht der kleine Bruder des Schmerzes.
Das Interesse am Jucken wächst seitdem stetig und ist epidemiologisch betrachtet durchaus berechtigt. Darf man Schätzungen glauben, dann werden immerhin acht Prozent aller Erwachsenen, die in eine Allgemeinpraxis kommen, von chronischem Juckreiz geplagt. Wobei Mediziner von chronisch nur dann sprechen, wenn das Jucken mindestens sechs Wochen lang persistiert. Dass die Zahl stimmt, zeigen spezialisierte Anlaufstellen, wie die Juckreizambulanz der Hautklinik an der Medizinischen Universität in Graz. An Patienten mangelt es dort nämlich nicht.
(Quelle:der Standard)

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