Sonntag, 22. August 2010

Endomikroskopie macht Massenbiopsien überflüssig

Krankhafte Veränderungen der Darmschleimhaut lassen sich gezielt erkennen
Stuttgart - Die bildgebenden endoskopischen Verfahren spielen eine wichtige Rolle zur Erkennung und Überwachung der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Ein neues Verfahren, die Endomikroskopie, macht beim Menschen krankhafte Veränderungen der Darmschleimhaut während der Untersuchung sichtbar und verhindert überflüssige Gewebeentnahmen. Außerdem wurden im Tiermodell erfolgreich Antikörper nachgewiesen, die einen gezielten Einsatz von Medikamenten ermöglichen.
Die Sektion Endoskopie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) informiert auf der Fachtagung Viszeralmedizin vom 15. bis 18. September 2010 in Stuttgart über heutige und zukünftige Möglichkeiten des neuen Verfahrens.
Die Endomikroskopie ist ein Endoskop mit integriertem Mikroskop. Es wird im Dick- oder Dünndarm platziert und der Patient erhält intravenös ein Kontrastmittel verabreicht. Nach wenigen Minuten kann der gewünschte Bereich genau betrachtet werden. „Die Endomikroskopie kann auffällige Abschnitte der Schleimhaut noch während der Untersuchung identifizieren und gezielt Gewebe entnehmen", erläutert Ralf Kiesslich, Leiter der interdisziplinären gastrointestinalen Endoskopie am Universitätsklinikum Mainz. Das verbessert die Diagnose auf Grundlage des entnommenen Gewebes und vermindert Kosten, da Massen-Biopsien entfallen.
(Quelle: der standard)

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